„Lockdowns vermeiden“ – WHO fordert Staats- und Regierungschefs auf, andere Wege zu gehen

Von 11. Oktober 2020 Aktualisiert: 12. Oktober 2020 15:18
"Wir in der Weltgesundheitsorganisation befürworten keine Lockdowns als primäres Mittel zur Kontrolle dieses Virus", sagte David Nabarro, ein WHO-Offizieller, dem Spectator in einem Interview. Er verweist dabei auf die weltweiten Auswirkungen auf die Tourismusindustrie. In Deutschland sieht sich die Tourismusbranche, durch das aktuelle Beherbergungsverbot für Menschen aus Risikogebieten, erneut wirtschaftlichen Schwierigkeiten ausgesetzt.

Der Sonderbeauftragte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für COVID-19 hat die führenden Politiker der Welt aufgefordert, die „Lockdowns“ als primäre Kontrollmethode gegen die Verbreitung des neuartigen Coronavirus, einzustellen.

„Wir in der Weltgesundheitsorganisation befürworten keine Lockdowns als primäres Mittel zur Kontrolle dieses Virus“, sagte David Nabarro dem Spectator in einem Interview, das am 8. Oktober ausgestrahlt wurde. „Wir glauben, dass ein Lockdown nur dann gerechtfertigt ist, um Zeit zu gewinnen, um Ressourcen umzustrukturieren, neu zu gruppieren, wieder ins Gleichgewicht zu bringen und Ihr erschöpftes Gesundheitspersonal zu schützen, aber im Großen und Ganzen würden wir das lieber nicht tun.“

Warnung vor Begleitschäden durch Lockdown

Nabarro wies auf den Kollateralschaden hin, den Lockdowns weltweit verursachen, insbesondere bei ärmeren Bevölkerungsschichten.

„Sehen Sie sich nur an, was mit der Tourismusindustrie geschehen ist, zum Beispiel in der Karibik oder im Pazifik, weil die Menschen keinen Urlaub machen. Schauen Sie sich an, was mit Kleinbauern auf der ganzen Welt passiert ist, weil ihre Märkte eingebrochen sind. Schauen Sie sich an, was mit der Armut geschieht. Es scheint, dass wir bis zum nächsten Jahr eine Verdoppelung der weltweiten Armut haben könnten. Es scheint, dass wir zumindest eine Verdoppelung der Unterernährung von Kindern haben könnten, weil die Kinder keine Mahlzeiten in der Schule bekommen und ihre Eltern in armen Familien nicht in der Lage sind, sich das zu leisten“, sagte Nabarro.

WHO: Lockdowns nicht als primäre Kontrollmethode nutzen

„Dies ist eigentlich eine schreckliche, schreckliche globale Katastrophe“, fügte er hinzu. „Und so appellieren wir wirklich an alle führenden Politiker der Welt: Hören Sie auf, die Lockdowns als ihre primäre Kontrollmethode zu benutzen, entwickeln Sie bessere Systeme dafür, arbeiten Sie zusammen und lernen Sie voneinander, aber denken Sie daran, dass Lockdowns nur eine Konsequenz haben, die Sie niemals außer Acht lassen dürfen, und das ist, arme Menschen um ein Vielfaches ärmer zu machen.“

Nabarro ist nicht der einzige Wissenschaftler, der sich gegen Lockdowns ausspricht. Eine Reihe von Mediziner, Ökonomen und Wissenschaftlern weltweit warnen vor den Auswirkungen. In den USA gibt es dazu beispielsweise die „Great Barrington-Erklärung“. Sie wurde von Ärzten und Gesundheitswissenschaftlern unterzeichnet, in der es heißt, dass „die derzeitige Abriegelungspolitik verheerende Auswirkungen auf die kurz- und langfristige öffentliche Gesundheit hat“.

Risikogruppen schützen – allen anderen ein normales Leben ermöglichen

Zu den Unterzeichnern gehören „Dr. Martin Kulldorff, Professor für Medizin an der Harvard-Universität und Biostatistiker sowie Epidemiologe mit Erfahrung in der Erkennung und Überwachung von Ausbrüchen von Infektionskrankheiten und in der Bewertung der Sicherheit von Impfstoffen. Sunetra Gupta, Professor an der Universität Oxford, ein Epidemiologe mit Fachwissen in Immunologie, Impfstoffentwicklung und mathematischer Modellierung von Infektionskrankheiten, und Dr. Jay Bhattacharya, Professor an der Stanford University Medical School, ein Arzt, Epidemiologe, Gesundheitsökonom und Experte für öffentliche Gesundheitspolitik mit Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten und gefährdete Bevölkerungsgruppen“.

„Der mitfühlendste Ansatz, bei dem Abwägen von Risiko und Nutzen des Erreichens einer Herdenimmunität, besteht darin, denjenigen, die ein minimales Sterberisiko haben, ein normales Leben zu ermöglichen, damit sie durch natürliche Infektion eine Immunität gegen das Virus aufbauen können, und gleichzeitig diejenigen, die am stärksten gefährdet sind, besser zu schützen“, heißt es in der Erklärung.

Nicht der Lockdown-Politik der Kommunistischen Partei Chinas folgen

Mit wenigen Ausnahmen traten die führenden Politiker der Welt in die Fußstapfen des chinesischen kommunistischen Regimes, als sie auf den Ausbruch des Virus reagierten und beispiellose Lockdown verhängten. Schweden, das keinen Lockdown verhängte, erlebte im Vergleich zu einigen Orten und Nationen, die einen Lockdown verhängten, kein negatives Ergebnis.

In den Vereinigten Staaten delegierte Präsident Donald Trump die Entscheidungen über Sperrmaßnahmen an die Gouverneure der einzelnen Bundesstaaten. Am Ende haben alle bis auf eine Handvoll Staaten eine Art von Lockdown-Maßnahmen erlassen.

Söder verteidigt Beherbergungsverbot

In Deutschland stellen die aktuell verhängten Beherbungsverbote das Tourismuswesen einschließlich das Hotel- und Gastronomiewesen erneut vor wirtschaftliche Schwierigkeiten – die einem Teil-Lockdown nahekommen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verteidigte dabei die jüngsten Verschärfungen der Corona-Regeln mit den Worten: „Wir dürfen die Entschlossenheit im Handeln nicht aufgeben“, sagte Söder dem „Handelsblatt“ (Montagsausgabe). Man stehe vor der nächsten Bewährungsprobe.

Die von vielen Bundesländern beschlossenen Beherbergungsverbote seien „ein Testgebot“, so Söder. „Dem Tourismus würde ein zweiter kompletter Lockdown mehr schaden.“

Gleichzeitig verteidigte er die Ausrichtung der Corona-Maßnahmen an den positiven Testergebnissen und nicht den Belegungszahlen der Intensivstationen. „Wenn wir die Kennzahlen neu definieren oder nach oben korrigieren, dann verlieren wir jede Glaubwürdigkeit“, sagte er. Zudem sei es medizinisch nicht geboten. „Denn sind die Krankenhäuser voll, ist Corona nicht mehr zu kontrollieren. Dann ist es zu spät.“

Intensivbetten-Belegung in Lageeinschätzung mit einfließen lassen

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Aus der Ärzteschaft werden allerdings immer mehr Stimmen laut, die die reine Betrachtung der positiven Tests als Entscheidungsgrundlage für weitere Corona-Regelungen kritisieren.

So warnte der Bonner Virologe Hendrik Streeck kürzlich davor, die reinen Infektionszahlen zum Maßstab des Kampfes gegen Corona zu machen. „4.000 Neuinfektionen pro Tag zur Zeit bedeuten nicht mehr das Gleiche, was sie im März und April bedeutet haben“, schreibt er in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“. Die reinen Zahlen seien nur „bedingt aussagekräftig. Anstatt eindimensional müssen wir mehrdimensional denken lernen“, schlägt Streeck vor: „Abhilfe kann hier ein Ampelsystem schaffen, das auf dem Zusammenspiel von Infektionszahlen, Anzahl der Tests, stationärer und intensivmedizinischer Belegung basiert.“

KBV-Chef: Kein „Starren“ auf die Zahl der Neuinfektionen

Zugleich wandte sich der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen gegen Warnungen, dass die Corona-Pandemie außer Kontrolle geraten könnte. „Wir müssen aufhören, auf die Zahl der Neuinfektionen zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange, das führt zu falschem Alarmismus.“ Selbst 10.000 Infektionen täglich wären kein Drama – „wenn nur einer von 1.000 schwer erkrankt, wie wir es im Moment beobachten“, sagte Gassen.

(Mit Material von Epoch Times USA, dts und afp)

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