Mordfall Freiburg: „Tagesschau“ erklärt Schweigen – Nur Berichte über „gesellschaftlich, national und international relevante Ereignisse“

Von 7. Dezember 2016 Aktualisiert: 7. Dezember 2016 16:24
Wie der Chefredakteur der ARD-Tagesthemen und der Tagesschau, Politikwissenschaftler Kai Gniffke, die fehlende Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Senders zum Freiburger Mordfall erläutert, hatte die Entscheidung nichts mit der Herkunft des mutmaßlichen Täters zu tun, sondern mit den Maßstäben der ARD-Berichterstattung. Demnach berichtet der Staatssender nur über "gesellschaftlich, national und international relevante Ereignisse". Diesen Maßstab habe man bei der Verhaftung des Tatverdächtigen beibehalten.

Laut einem Statement des „Tagesschau“-Chefredakteurs der ARD, Kai Gniffke, berichtet das Format nur „sehr selten über einzelne Kriminalfälle“, sondern über „gesellschaftlich, national und international relevante Ereignisse.“

Gniffke: „Da zählt ein Mordfall nicht dazu. “

Man habe in den vergangenen Tagen prüfen müssen, „ob sich der Freiburger Fall von anderen Mordfällen“ abhebe. “

Dies haben wir nicht so gesehen und deshalb den Tod der jungen Frau nicht gemeldet. Und genau aus demselben Grund haben wir auch gestern bei der Verhaftung des Tatverdächtigen diesen Maßstab nicht verschoben. Die Herkunft des mutmaßlichen Täters hat also mit dieser Entscheidung nichts zu tun.“

(Kai Gniffke, „Tagesschau“-Chefredakteur, ARD)

Gniffke lobt offene ARD-Berichterstattung zu Kölner Silvester

In seinem Statement lobt Gniffke in diesem Zusammenhang die offene Berichterstattung der ARD zum Kölner Silvester-Mob:

Im Gegenteil, dass wir kein Problem damit haben, gegebenenfalls auch die Herkunft von Tatverdächtigen zu nennen, konnte man bei unserer Kölner Silvester-Berichterstattung sehen, bei der wir von Anfang an die Herkunft der mutmaßlichen Täter genannt haben.“

(Kai Gniffke, ARD)

Die „Tagesschau“ vom 3. Januar, 20 Uhr, hingegen berichtete noch nichts von dem „gesellschaftlich, national und international“ un-relevanten Ereignis. Erst am 4. Januar „traute“ sich die „Tagesschau“ um 20 Uhr von bis zu 60 Anzeigen und einem Kölner Krisentreffen zu sprechen: „Die Straftaten seien aus einer Menge von rund 1.000 Männern heraus begangen worden“, so der Sprecher. Im Video-Schnitt wird ebenfalls neutral von den Männern zwischen 15 und 35 gesprochen, von Taschendiebstahl und Sexualdelikten.

Auch im eingeblendeten Ausschnitt der Pressekonferenz mit Wolfgang Albers, damals noch Polizeipräsident von Köln, gibt es keine konkreten Aussagen über die Herkunft der Täter. Um der erdrückenden Informationslast doch noch gerecht zu werden, wird der entscheidende Satz indirekt ausgesagt: „Zeugen würden sich übereinstimmend an das arabische oder nordafrikanische Aussehen der Männer erinnern.“

Andere Medien erkannten Tragweite schon Tage vorher

In anderen, nicht gebührenfinanzierten Medien war man da deutlich schneller: Der „Kölner Stadtanzeiger“ berichtete bereits am 1. Januar 13.21 Uhr von „unbekannten Männern“ und deutete vorsichtig auf eine Facebook-Debatte über Frauen als Freiwild in Deutschland auf „Nettwerk Köln“ hin, die wegen „ausländerfeindlicher Tendenzen“ gelöschte wurde – ein erster, noch zurückhaltender Hinweis auf das, was man schon wusste, aber nicht zu schreiben wagte.

Erst am Mittag des 2. Januar sprach der „Express“ von mehr als 30 Frauen, die sich bei der Polizei gemeldet hätten: „Wir beiden wurden sofort massiv angefasst, an den Brüsten und im Intimbereich. Die Männer lachten, griffen uns in die Haare und behandelten uns wie Freiwild. Wir schlugen um uns, weinten und hatten große Panik. Es war Horror“, so eine junge Frau (28) über ihre Erlebnisse kurz nach Mitternacht, die sie sofort der vor Ort befindlichen Polizei meldete.

Die Polizei war es auch, die dem „Express“ einen berichtbaren Hinweis auf die nordafrikanischen Täter gab. Danach kam der Stein ins Rollen. Aufgrund der Masse an Straftaten und dem riesigen Mut der Frauen, dies auszusprechen, ließ sich nichts mehr verheimlichen und beschwichtigen.

Siehe auch:

ARD-Manipulation: Bilder von Anti-Irak-Krieg-Demo machten Flüchtlings-Lichterkette größer

ARD-Chefredakteur räumt ein: „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ verfälschen Bild von Asylbewerbern

 

 

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