Urteil zur Messer-Attacke in Burgwedel: Fünf Jahre Jugendstrafe für syrischen „Musterflüchtling“ (17) Abdullah A.

Von 12. September 2018 Aktualisiert: 12. September 2018 10:19
Versuchter Totschlag, so urteilte das Gericht gegen Abdullah A., den jugendlichen Syrer, der mit seiner Familie seit rund fünf Jahren in Burgwedel lebt, abgeschottet von der übrigen Bevölkerung. Er hatte eine 24-Jährige mit seinem Messer brutal niedergestochen.

Die Attacke des 17-Jährigen hatte der jungen Frau fast das Leben gekostet: mehrere Rippenbrüche, Leber, Magen, eine Niere und der Darm verletzt, Notoperation, künstliches Koma und mehrere Tage Lebensgefahr. Und dennoch Glück: Zwei Zentimeter weiter und Vivien K. wäre tot gewesen.

Die Ärzte mussten nach der brutalen Messer-Attacke des Syrers Abudllah A. (17) der 24-Jährigen die Milz und Teile der Bauchspeicheldrüse entfernen. Heute „ziert“ die junge Frau eine 40 Zentimeter lange Narbe vom Brustbein bis zum Unterbauch.

Der junge Syrer, der sich nach Angaben der „Bild“ selbst als „Musterflüchtling“ bezeichnet, gab vor Prozessbeginn über seinen Anwalt eine schriftliche Erklärung ab:

Der Beschuldigte kennt es aus seiner Kultur so, dass Konflikte mit dem Messer ausgetragen werden. Er beschreibt die regionalen Bräuche wie folgt: Wird man beleidigt, darf man zustechen. In schweren Fällen darf man die Person töten.“

Weiterhin führte er aus, sein Verhalten „nach den religiösen Anforderungen nicht zu beanstanden“ sei und er nicht begreife, weshalb er eigentlich in Haft sitzen müsse.

Die Familie de Jugendlichen lebt seit gut fünf Jahren im Ort, doch kaum jemand kennt die Leute, sie bleiben unter sich. Die Familienmitglieder kamen 2013 als Kontingent-Flüchtlinge aus Syrien nach Deutschland.

11. September: Das Urteil

Das Landgericht Hannover verurteilte den 17-jährigen Abdullah A. am Dienstag, 11. September 2018,wegen versuchten Totschlags zu fünf Jahren Jugendstrafe.

Sein 14-jähriger Bruder, der an dem der Attacke vorausgegangenen Streit in einem Supermarkt beteiligt war, wurde zu einem zweiwöchigen Dauerarrest und der Teilnahme an einem sozialen Trainingskurs verurteilt, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.

Der Prozess gegen die beiden Syrer hatte hinter verschlossenen Türen stattgefunden.

Die Tat hatte bundesweit Empörung ausgelöst.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Verhängnisvolles Aufeinandertreffen

Samstagabend, 24. März, Burgwedel, rund 20 Kilometer nördlich von Hannover : In einem Supermarkt im Stadtteil Großburgwedel kam es zu einem folgenschweren Streit zwischen einem jungen Pärchen und jungen Flüchtlingen. Die 24-jährige Vivien K. war mit ihrem Freund Domenic (25) auf dem Weg etwas einzukaufen, als sie gegen 19.30 Uhr auf zwei junge Syrer (13, 14) trafen und sich ein kurzer verbaler Streit entwickelte.

Die Kontrahenten trennten sich wieder, das Pärchen ging zum Einkaufen. Auf dem Nachhauseweg trafen sie wieder auf die Jugendlichen. Zu ihnen hatte sich inzwischen der 17-jährige Abdullah A. gesellt, Bruder des 14-Jährigen und Cousin des 13-Jährigen. Es kommt erneut zum Streit und das Trio prügelt auf Domenic ein.

Als die junge Frau dazwischen ging, wurde sie mit einem Messer verletzt. Kurz darauf flüchteten die Angreifer. Der vom 25-Jährigen alarmierte Rettungsdienst transportierte die lebensgefährlich Verletzte mit einem Rettungswagen in eine Klinik, wo sie notoperiert wurde.“

(Polizeibericht)

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