Vonovia: Jeder zehnte Neumieter aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak

Von 17. Mai 2019 Aktualisiert: 17. Mai 2019 19:42
Auf der Jahreshauptversammlung der größten privaten Wohnungsgesellschaft in Deutschland, der Vonovia SE, spricht Vorstandschef Rolf Buch über die Entwicklung des Wohnungsmarktes. Die Enteignungsvorschläge des Juso-Chefs Kühnert lässt er unerwähnt. Er weist jedoch auf die soziale Projektarbeit privater Wohnungsgesellschaften in Problemvierteln hin.

Am Donnerstag hat das größte private Wohnungsunternehmen in Deutschland, die Vonovia SE, seine Jahreshauptversammlung durchgeführt. Das 2001 als Deutsche Annington Immobilien AG gegründete Unternehmen hält mehr als 480 000 Wohnungen im eigenen Bestand oder verwaltet sie für Dritte.

Vorstandschef Rolf Buch bemühte sich in seiner Rede, die jüngste Debatte über Enteignungen, die der Vorsitzende der Jusos, Kevin Kühnert, vom Zaun gebrochen hatte, weiträumig zu umfahren. Die Debatte infolge der Knappheit von Wohnraum für Durchschnittsverdiener und der Angst, angesichts des starken Zuzugs in die Städte keine Wohnung zu finden, sei verständlicherweise „hoch emotional“.

Die meisten Mieter der Vonovia seien jedoch von den viel diskutierten erheblichen Preissteigerungen nicht betroffen. Buch betonte, in diesem Punkt nicht den Vergleich scheuen zu müssen zu jenen Mieten, die Kommunen für ihre eigenen Wohnungsgesellschaften festlegen. Ein erhebliches Problem gäbe es jedoch bei Neuvermietungen, insbesondere in Städten wie Frankfurt am Main oder München.

Politik sorgt durch Fehlentscheidungen für Kostensteigerungen

Buch mahnte in seiner Rede konkrete Änderungen in der Bauordnung und im Planungsrecht an. Auch stellten aktuelle Überlegungen zur Grundsteuer ein Preiserhöhungsrisiko dar. Auch bezüglich immer weiterer Klimavorgaben sei eine Diskrepanz zwischen den Kosten zu erkennen, die mit deren Umsetzung verbunden wären, und jenen, die Mieter mitzutragen bereit seien.

In seiner Rede erklärte der Vorstandschef laut Manuskript zudem, in den beiden vorangegangen Jahren habe man „rund zehn Prozent der frei werdenden Wohnungen an Menschen aus Syrien, Afghanistan und aus dem Irak vermietet“.

Insbesondere dort, wo Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund auf Alteingesessene treffen, habe dies „Auswirkungen auf das soziale Zusammenleben und auf das Erscheinungsbild der Quartiere“. Vereinsamung und Egoismus verdrängten dort zunehmend Gemeinschaft. Es sei deshalb wichtig, Nachbarschaften zu entwickeln und zu pflegen.

Hausmeister aus ethnischen Communitys

Um dem entgegenzuwirken, wolle man auf positive Erfahrungen des eigenen Tochterunternehmens Victoria Park in Schweden zurückgreifen. In einem besonders belasteten Viertel in Malmö sei es gelungen, aus jeder ethnischen Gruppe einen Mieter für den Job des Hausmeisters zu gewinnen. Die Folge laut Buch:

Heute ist es sauber und ordentlich dort. Warum wohl? Man schmeißt seinem Kumpel keinen Müll vors Haus.“

Durch die integrative Arbeit der privaten Wohnungsgesellschaft sei es gelungen, die Kriminalität dort um rund 40 Prozent und die Fälle von Vandalismus um 36 Prozent zu senken. Gleichzeitig seien Beschäftigung und Wahlbeteiligung im Viertel deutlich gestiegen. Die Höhe des Bezugs von Sozialleistungen habe sich um 18 Prozent reduziert. Inwieweit dieses Beispiel auch für andere Viertel mit ähnlicher Struktur repräsentativ sei, blieb jedoch offen.

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