Shen Yun-Vorstellungen in Spanien abgesagt – vermutlich auf Druck des chinesischen Regimes

Von 19. Januar 2019 Aktualisiert: 28. Januar 2019 20:10
Vorstellungen des Musikensembles Shen Yun Performing Arts wurden vom Teatro Real in Madrid kurzfristig abgesagt. Vermutlich hatte das Management Angst um seine Beziehungen zum kommunistischen Regime in China.

In wenigen Wochen sollte die in New York ansässige Tanzkompanie Shen Yun Performing Arts im Teatro Real in der spanischen Hauptstadt Madrid auftreten. Doch das Opernhaus sagte überraschend mehrere Shows ab. Als Grund wurden technische Schwierigkeiten angegeben. Die Organisatoren von Shen Yun glauben jedoch nicht, dass das der wahre Grund ist.

Der Direktor des Teatro Real schickte am 7. Januar einen Brief an Puro Arte Human – die Organisatoren von Shen Yun in Spanien – in dem er die Aufführung unter Berufung auf „unvermeidliche künstlerische Bedürfnisse des Bühnenbaus“ absagte. Shen Yun sollte am 31. Januar und 2. Februar im Theater in Madrid auftreten.

Eine andere Aufführung, die Wagner-Oper „Rheingold“, die am Tag vor und nach Shen Yun aufgeführt wird, würde Schwierigkeiten damit haben, ihre Bühnenaufbauten so zu demontieren, dass die Tanz- und Musikkompanie von Shen Yun den erforderlichen Platz habe, schrieb der Direktor. Diese damals bereits bekannten Gegebenheiten störten die technischen Leiter des Theaters zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung jedoch nicht.

Puro Arte Humano schrieb in einer Pressemitteilung, dass der angegebene Grund für die Annullierung nicht überzeugend sei. Aufgrund früherer Erfahrungen vermuten die Organisatoren, dass der wahre Grund der Druck seitens der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) sei. Den Organisatoren zufolge habe die chinesische Botschaft in Madrid Druck ausgeübt, damit die Show im Teatro Real abgesagt werde.

Bereits im Jahr 2014 hatte es im Vorfeld der Shen Yun-Aufführungen im Nationaltheater von Katalonien in Barcelona massive Störversuche seitens der Vertreter des chinesischen Regimes in Spanien gegeben – damals allerdings erfolglos. Die Politik in Katalonien hatte sich massiv für die Aufführung eingesetzt.

Sandra Flores Gomez, Vizepräsidentin von Puro Arte Humano, sagte, die Absage sei inakzeptabel und bezeichnete die Umstände des Vorfalls als „bizarr, seltsam und unorthodox“.

Wenn es ein technisches Problem gibt, können Sie mit den Technikern der Company sprechen und nach einer Lösung suchen“, sagte Flores Gomez.

So hätte es keine Schwierigkeiten mit einer ähnlichen Planung der Ballettaufführungen der Pariser Oper in dieser Spielsaison des Teatro Real gegeben. Diese finden zwischen den Vorstellungen von „Rheingold“ eine Woche vor Shen Yun statt und wurden nicht abgesagt, so die Organisatoren.

KP China hat gute Beziehungen zu dem Theater

Zusätzlich sagte Flores Gomez, dass das Teatro Real aktiv seine Beziehungen zur KP Chinas verbessere und kürzlich eine enge Kooperation vereinbart habe. Laut einer Pressemitteilung unterzeichnete das Theater im Mai vergangenen Jahres einen Vertrag mit dem National Centre for the Performing Arts in Peking, um den Austausch von Produktionen und Koproduktionen beider Theater zu ermöglichen. Quellen teilten der Epoch Times auch mit, dass der Generaldirektor des Theaters am 14. und 15. Januar dieses Jahres (2019) in China war.

Es ist kein Geheimnis, dass das Theater sehr gute Beziehungen zur Kommunistischen Partei Chinas hat“, so Flores Gomez.

„Wir wissen, dass Xi Jinpings Frau bei ihrem letzten Besuch in Spanien das Teatro Real [zusammen] mit der Königin besuchte, mit dem ganzen Protokoll, mit dem eine First Lady empfangen wird.“ Der chinesische Führer besuchte Spanien im vergangenen November und traf sich mit dem spanischen Premierminister Pedro Sanchez.

Flores Gomez fügte hinzu, dass es weltweit immer wieder Druck von chinesischen Botschaften gegeben habe, um Shen Yun-Auftritte zu verhindern.

Solche Störungen treten praktisch in jeder Stadt auf, die Shen Yun besucht“, so Flores Gomez.

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Seit mehr als einem Jahrzehnt ist es nicht ungewöhnlich, dass die KP Chinas westliche Theater unter Druck setzt, damit sie ihre Räume nicht an Shen Yun vermieten. Oder die Botschaften versuchen die Theater zu zwingen, die Shows abzusagen. Das kommunistische Regime hat sogar versucht, westliche Regierungsbeamte zu zwingen, nicht an den Aufführungen teilzunehmen oder Shen Yun nicht zu unterstützen.

Darüber hinaus nutzt die KP Chinas Provokateurgruppen, die sich außerhalb der Theater auf der ganzen Welt versammeln, um Plakate mit Propagandaslogans und Hassreden hochzuhalten, um die Theaterbesucher zu stören, während Shen Yun auftritt. Das jüngste Beispiel dafür waren Vorstellung im Lincoln Center in New York.

Hoher Druck

Die KP Chinas hat in der Vergangenheit immer wieder ähnliche Taktiken benutzt, um die Vorstellungen von Shen Yun zu beeinträchtigen. Im Jahr 2014 versuchten chinesische Diplomaten in Barcelona, das Nationaltheater von Katalonien zu zwingen, die Vorstellungen abzusagen.

Laut El Mundo, der zweitgrößten Zeitung Spaniens, griffen chinesische Konsulatsbeamte das Theater und dann das spanische Außenministerium aggressiv verbal an.

Die Vertreter des Regimes gingen persönlich ins Theater und forderten, dass die Show abgesagt werde, da sie „gegen die Interessen der Kommunistischen Partei Chinas verstößt“. Bei ihren Besuchen bei hohen Beamten im Außenministerium warnten die Vertreter davor, dass es die Beziehungen zwischen Spanien und China „gefährden“ könnte, würden die Vorstellungen nicht abgesagt. „Unter anderem wurde auf Chinas Investitionen in unserem Land und die Exporte spanischer Produkte hingewiesen“, berichtete El Mundo.

Im Jahr 2017 veranstalteten KP China-Provokateurgruppen einen Protest vor dem Liceu-Opernhaus in Barcelona, während Shen Yun dort auftrat. Etwa 25 bis 30 chinesische Staatsangehörige trugen Banner und schrien Slogans, die Shen Yun und Falun Gong diffamierten, eine chinesische spirituelle Disziplin, die von den Shen-Yun-Künstlern praktiziert wird. Die Anhänger dieser spirituellen Praxis in Spanien haben eine Diffamierungsklage gegen die Provokateurgruppe eingeleitet.

Rechtsanwalt Carlos Iglesias, der die Kläger vertritt, bezeichnet das Verhalten der Gruppe als puren Hass.

Wie in Spanien haben viele Theater, Abgeordnete und Regierungsmitarbeiter auf der ganzen Welt ähnlichen Druck von Vertretern der KP Chinas erfahren, so etwa in Holland, Dänemark, Australien und den Vereinigten Staaten.

Warum hat die KPCh so viel Angst vor Shen Yun?

Shen Yun Performing Arts wurde von Anhängern von Falun Gong gegründet, die auf dem chinesischen Festland schwer verfolgt werden. Der frühere KP-China-Vorsitzende Jiang Zemin glaubte, dass die immense Popularität von Falun Gong – bis zu 100 Millionen Anhänger laut offiziellen chinesischen Schätzungen im Jahr 1998 – die Autorität der Partei gefährden würde. Deswegen initiierte er eine landesweite Kampagne, um Falun-Gong-Praktizierende zu schikanieren, zu verhaften, einzusperren und zu diffamieren.

Seit 1999 wurden über 4.000 Falun-Gong-Anhänger als Folge der Verfolgung getötet. Die tatsächliche Zahl dürfte noch viel höher liegen, da es sich bei dieser Zahl rein um die klar dokumentierten Todesfälle handelt.

Das chinesische Regime hat auch die Anti-Falun-Gong-Propaganda strategisch im Inland und über seine Grenzen hinaus verbreitet – durch pro-Peking oder parteieigene chinesische Medien und Frontgruppen, die in den chinesischen Gemeinschaften im Ausland eingebettet sind.

In den Shen-Yun-Vorstellungen werden auch Stücke aufgeführt, die die heutigen realen Menschenrechtsverletzungen in China, wie die Verfolgung von Falun Gong, darstellen. Zudem wird die göttlich inspirierte, traditionelle, chinesische Zivilisation gezeigt, was das atheistische kommunistische Regime stört. Infolgedessen hat die KP Chinas wiederholt versucht, die Aufführungen von Shen Yun seit der Gründung der Kompanie mit Hilfe verschiedener Taktiken zu verhindern, wie die Webseite von Shen Yun Performing Arts schreibt.

Das Original erschien in The Epoch Times (USA) (deutsche Bearbeitung von al)
Originalartikel: Chinese Regime Pressure Suspected Behind Shen Yun Show Cancelation in Spain