Ehemaliger Kremlchef Medwedew warnt vor nuklearer Konfrontation

Moskau will den atomaren Abrüstungsvertrag mit den USA aussetzen. Der frühere Präsident Dmitri Medwedew warnt nun vor weitreichenden Folgen.
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Dmitri Medwedews,Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, am 21. Februar 2022 in Moskau.Foto: von ALEXEY NIKOLSKY/Sputnik/AFP via Getty Images
Epoch Times22. Februar 2023

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Russland hat nach der geplanten Aussetzung des letzten atomaren Abrüstungsvertrages mit den USA vor einer nuklearen Konfrontation mit dem Westen gewarnt.

„Wenn die USA eine Niederlage Russlands wollen, dann haben wir das Recht, uns mit jeder Waffe zu verteidigen – auch mit der atomaren“, schrieb der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, im Nachrichtenkanal Telegram. Dann stehe die Welt am Rande eines globalen Konflikts, warnte der ehemalige Kremlchef.

Bei seiner Rede an die Nation hatte Präsident Wladimir Putin gesagt, dass Russland nicht zu besiegen sei. Er kündigte dabei die Aussetzung des „New Start“-Vertrags mit den USA über die atomare Rüstungskontrolle und die Begrenzung nuklearer Sprengköpfe an. Medwedew teilte mit, diese Entscheidung sei eine Folge dessen, dass die USA und andere NATO-Staaten Russland den Krieg erklärt hätten. Die westlichen Staaten betonen dagegen, keine Kriegspartei werden zu wollen und Russland sei am 24. Februar 2022 in die Ukraine einmarschiert.

„New Start“-Vertrag: Aussetzung, kein Ausstieg

Russland hatte immer wieder vor einem neuen atomaren Wettrüsten wie im Kalten Krieg gewarnt, sollte „New Start“ enden. Putin betonte, dass es sich aktuell um eine Aussetzung handele und nicht um einen Ausstieg aus dem noch bis 2026 geltenden Vertrag. Die Entscheidung über die Aussetzung muss formal noch von der Staatsduma bestätigt und von Putin unterzeichnet werden.

Der frühere Präsident Medwedew warnte nun vor weitreichenden Folgen für die Welt, sollte Russland aus dem Abkommen aussteigen. Zugleich sagte er, dass bei den bisherigen Abkommen der beiden größten Atommächte Russland und USA nukleare Sprengköpfe der NATO-Staaten Frankreichs und Großbritannien nicht berücksichtigt seien. Es sei aber längst Zeit, das zu tun, betonte Medwedew. Auch Putin hatte das am Vortag in seiner Rede gefordert.

Der „New Start“-Vertrag begrenzt die Atomwaffenarsenale beider Länder auf je 800 Trägersysteme und je 1.550 einsatzbereite Sprengköpfe. Zudem ist geregelt, dass Washington und Moskau Informationen über ihre strategischen Atomwaffenarsenale austauschen und bis zu 18 Verifikationsbesuche pro Jahr abhalten dürfen. (dpa/il)



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