Einreise in Großbritannien verwehrt: Identitären-Chef Sellner am Londoner Flughafen festgehalten

Von 12. März 2018 Aktualisiert: 12. März 2018 10:07
Martin Sellner, der Co-Sprecher der Identitären Bewegung Österreichs und Brittany Pettibone sind – wie „Die Tagesstimme“ meldet – am Flughafen London-Luton festgenommen worden. Sellner sollte am Sonntag eine Rede in der britischen Hauptstadt halten zum Thema: Redefreiheit.

Martin Sellner und Brittany Pettibone befänden sich derzeit in einem Anhaltezentrum, berichtete Die Tagesstimme am Samstag. Das habe man aus Insiderkreisen erfahren. Dort seien sie gemeinsam mit straffälligen Personen untergebracht, welche auf ihre Ausweisung warten. Die Einreise nach Großbritannien bleibe dem Österreicher verwehrt. Was mit Sellners geplanter Teilnahme an einer gesamteuropäischen Konferenz der Identitären in London im April sein wird, sei im Moment im Unklaren.

Als Begründung für die Festsetzung Martin Sellners gaben die britischen Einwanderungsbehörden an, sie würden ihn als „Repräsentant einer rechtsextremen Gruppierung” ansehen. Man habe vernommen, er würde im Hyde Park über ein Ende von Masseneinwanderung und Islamisierung sprechen wollen und erwarte, dass er dort „zum Rassenhass aufstacheln” könnte.

Dass es sich beim Islam nicht um eine Rasse, sondern um eine Weltanschauung handelt – und zwar eine genuin religiös-politisch totalitäre und nachweislich menschenrechtsfeindliche – scheinen die Behörden auf der britischen Insel noch nicht zur Kenntnis genommen zu haben respektive nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen.

Sellner: Großbritannien will kritische Meinungen aussperren

Martin Sellner äußerte sich zu diesem weiteren Anschlag auf die Menschenrechte wie folgt:

Dass das Vereinigte Königreich den Einwanderern seine Grenzen öffnet, aber gleichzeitig kritische Meinungen aussperren will, hilft nur dem Wachstum der schweigenden Mehrheit, die mit dieser Politik der Regierung nicht übereinstimmt.”

Sellner, das wohl prominenteste Gesicht der Jugendbewegung hätte ursprünglich bereits im September 2017 bei der Young Independence Conference der Jugendgruppe der britischen United Kingdom Independence Party (UKIP) in Sheffield auftreten sollen. Angedacht war eine Rede über die Bedrohung der Meinungsfreiheit in der Gegenwart. Diese Veranstaltung musste aber wegen Drohungen linksextremer Konferenzgegner gegenüber dem Hoteleigner kurzfristig abgesagt werden.

Sodann war geplant, dass Sellner bei einer Neuauflage der Veranstaltung sprechen soll. Aber auch diese musste „unter ähnlichen Umständen” gestrichen werden. Nun wollte Sellner am Sonntag am berühmten Speakers’ Corner im Londoner Hyde Park über dieses Thema referieren. Dort darf seit einem Parlamentsbeschluss aus dem Jahr 1872 jeder Bürger eine Rede zu einem beliebigen Thema halten, solange diese nicht das britische Königshaus zum Inhalt hat. Auch berühmte Persönlichkeiten wie George Orwell sprachen am Speakers’ Corner bereits über aktuelle Themen. Im Wahlkampf nutzen sogar Vertreter der großen Parteien diese Möglichkeit.

Britische Identitäre: Eklatanter Angriff auf die Meinungsfreiheit

Auch Generation Identity, der britische Ableger der Identitären, beanstandet in einer Pressemitteilung diesen Anschlag auf die Redefreiheit:

Das ist ein eklatanter Angriff auf unser Recht zur freien Meinungsäußerung. Wie kann die britische Regierung vorgeben, das Recht der Meinungsfreiheit zu respektieren, wenn sie jemandem, der just über dieses Thema sprechen möchte, die Einreise verweigern?”

Die Veranstaltung am Speakers’ Corner werde aber dennoch stattfinden, ließ man verlauten. Aktivisten wollen Sellners Rede verlesen. Man bitte die Öffentlichkeit, dass sich dort möglichst viele Menschen zur Unterstützung des Menschenrechtes auf freie Meinungsäußerung einfinden mögen. Damit wolle man „der Antifa und der Regierung” zeigen, dass man Menschen „nicht mundtot machen” könne.

Der Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung von Jürgen.Fritz.com

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