Nach 500 Jahren: Der Islam holt sich Spanien zurück

Von 24. Juli 2017 Aktualisiert: 26. Juli 2017 16:38
Al-Andalus, so hieß es einst, das große muslimische Herrschaftsgebiet um Cordoba im Süden Spaniens. Im 8. Jahrhundert kamen die Muslime über Nordafrika nach Spanien und wandelten dort die größte katholische Kathedrale in eine Moschee um. Es dauerte fast 800 Jahre, bis das Christentum die Herrschaft zurückerobert hatte. Nun, 500 Jahre später, steht Andalusien erneut vor einer Zeitenwende.

Im 10. Jahrhundert war die andalusische Stadt Córdoba die spektakulärste Stadt in Europa, vielleicht sogar in der ganzen Welt. Sie war das Machtzentrum von Al-Andalus, dem islamisch besetzten Teil Spaniens. Es gab gut beleuchtete Straßen, Wasser, tausende von Geschäften und eine Fülle von Buchhändlern und Bibliotheken, darunter die Bibliothek des Kalifen, die rund 400.000 Bücher enthält. Córdoba war ein führendes kulturelles und wirtschaftliches Zentrum sowohl des Mittelmeerraums als auch der islamischen Welt. Das Kronjuwel der Stadt aber war die große Moschee von Abd al-Rahman I.

Doch diese Moschee war ursprünglich nicht von Muslimen errichtet worden. Vor der Eroberung Spaniens durch die Muslime beginnend im Jahr 711 war dieses Gotteshaus eine Kathedrale, eine christliche Basilika, die einem Heiligen gewidmet war. Dann wurde sie 714 von den Muslimen besetzt, die sie zerstörten und während der Herrschaft des Kalifen Abd al Rahman I. in die Große Moschee von Córdoba umwandelten.

Zur Zeit der Reconquista, der Rückeroberung der iberischen Halbinsel unter Zurückdrängung des muslimischen Machtbereichs (al-Andalus), die 1492 als abgeschlossen  galt und mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus in eine „neue Welt“ führte, wurde der Ort 1523 von König Ferdinand III. zum katholischen Glauben zurückgebracht. Bis heute ist es die große Kathedrale von Córdoba, einer der bedeutendsten Orte des westlichen Christentums.

Der Islam holt sich Spanien zurück

Und nun ist offenbar die Zeit gekommen, all dies wieder umzukehren. Die wechselnde Herrschaft zwischen Christentum und Islam tritt gerade wieder in eine neue Epoche ein. Wie der italienische Journalist Giulio Meotti auf „Gatestone“ berichtet, versucht nun erneut eine Allianz von Säkularisten und Islamisten, die Kirche wieder zum islamischen Glauben zu bringen. Er schreibt: „Die spanische Linke, die die Region regiert, möchte die Kirche in einen „Ort für die Begegnung der Glaubensrichtungen“ umwandeln. Schöne ökumenische Worte, aber eine Todesfalle für die islamische Vorherrschaft über andere Glaubensrichtungen.“

Wie das britische Magazin „ibtimes.co.uk“ berichtete, gab es bereits klare Ansagen von Dschihadisten in Syrien, die in einer Videobotschaft verkündeten, dass Spanien das Land ihrer Vorfahren sei. Laut dem Magazin warnten sie: „Wir leben unter islamischer Flagge und wir werden dafür sterben bis wir die verschlossenen Länder von Jakarta bis Andalusien aufgebrochen haben. Spanien ist das Land unserer Vorfahren und wir werden es mit der Kraft Allahs aufbrechen.“

Die aktuelle Herrschaftskarte  des islamischen Staates umfasst nicht nur den Nahen Osten, sondern auch Spanien. Osama bin Laden soll bereits 2004 die Rückeroberung  Spaniens anvisiert haben. Die Rückkehr von „Andalus“ in muslimische Hände ist laut seinem Erbe Ayman al-Zawahiri eine Pflicht für die Umma (muslimische Gemeinschaft).

In der islamischen Symbolik gelte Córdoba als das „verlorene Kalifat“, schreibt Meotti.

Doch wer finanziert die Rückeroberung einer der größten christlichen Kathedralen der Welt? Für Meotti ist es das Land Katar. Er schreibt: „Das Emirat unterstützt die Kampagne der islamischen Organisationen, die Kirche zum Islam zu konvertieren. Der Nahe Osten ist voll von in Moscheen umgewandelte Kirchen, wie die Omayyaden von Damaskus, Ibn Tulun von Kairo und die Hagia-Sophia-Kathedrale in Istanbul. Die Islamisten sind nun darum bemüht, dasselbe in Córdoba zu tun.“

„Den Ort mit den Muslimen zu teilen wäre wie ein Mann, der seine Frau mit einem anderen Mann teilt“

Für den Bischof von Córdoba, Demetrio Fernandez, ist die Umwandlung der Glaubensstätte in einen „Ort der Begegnung der Glaubensrichtungen“ aber nicht so eine einfache Sache. Schon seit einigen Jahren versuchten muslimische Gruppen die katholischen Kirchenführer dazu zu bringen, beides in dem Gotteshaus zuzulassen, die Anbetung Gottes genauso wie die Anbetung Allahs. Fernandez sagt dazu: „Den Ort mit den Muslimen zu teilen wäre wie ein Mann, der seine Frau mit einem anderen Mann teilt“.

Sollte es den Islamisten gelingen, unterstützt von den militanten Säkularisten, Allah in die Kathedrale von Córdoba zu bringen, dann wird ein Tsunami des islamischen Hegemonialdenkens das verfallende Christentum Europas überschwemmen, urteilt Meotti. Es gäbe Tausende von leeren Kirchen, die nur darauf warten, von den Stimmen der Muezzinen gefüllt zu werden.

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