Nach Druck aus USA: Europäische NATO-Staaten erhöhen Verteidigungsausgaben deutlich

Zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung sollten die NATO-Mitglieder in die Allianz stecken, fordern die USA. Die europäischen NATO-Staaten und Kanada wollen nun ihre Verteidigungsausgaben in diesem Jahr deutlich erhöhen – ein Aufgabenplus von 4,3 Prozent ist geplant.

Die USA setzt ihre NATO-Partnern massiv unter Druck. Nun wollen die europäischen NATO-Staaten und Kanada ihre Verteidigungsausgaben in diesem Jahr voraussichtlich deutlich steigern.

Wie NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel sagte, erwartet die Allianz 2017 bei diesen Verbündeten ein Ausgabenplus von 4,3 Prozent.

Damit hätten die europäischen Verbündeten und Kanada drei Jahre in Folge ihre Ausgaben erhöht und insgesamt 45,8 Milliarden Dollar (40,6 Milliarden Euro) mehr für Verteidigung ausgegeben.

Der Trend gehe damit nach oben, sagte Stoltenberg vor Journalisten, „und wir beabsichtigen, dies aufrecht zu erhalten.“ Im vergangenen Jahr hatte der Anstieg bei den Verbündeten in Europa und Kanada bei 3,3 Prozent gelegen. 2015 hatten sie mit 1,8 Prozent erstmals seit Jahren wieder ein Plus verbucht.

Trump pocht auf Zwei-Prozent-Ziel

Der neue US-Präsident Donald Trump verlangt von den europäischen Verbündeten eine deutliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben.

Die NATO-Staaten hatten 2014 beim NATO-Gipfel in Wales vereinbart, ihre Verteidigungsausgaben binnen eines Jahrzehnts „Richtung zwei Prozent“ der Wirtschaftsleistung zu steigern.

Während  europäische Verbündete hier einen stetigen Anstieg für ausreichend halten, pocht Trump darauf, dass das Zwei-Prozent-Ziel im Jahr 2024 von allen Mitgliedstaaten erreicht wird.

4 Länder erreichten 2016 gefordertes Ziel

Außer den USA (3,61 Prozent) erreichten nur vier andere Länder 2016 das geforderte Ziel: Griechenland (2,36 Prozent), Estland (2,18 Prozent), Großbritannien (2,17 Prozent) und Polen (2,01 Prozent).

Der NATO zufolge dürfte in diesem Jahr auch Rumänien über diese Schwelle kommen, 2018 dann Lettland und Litauen. (afp)

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