Jürgen Todenhöfer: Rebellen und Terroristen in Syrien werden gut bezahlt

Von 28. September 2016 Aktualisiert: 28. September 2016 17:32
"Die Rebellen könnten nicht kämpfen, wenn sie nicht unterstützt würden, von den Golfstaaten und den Vereinigten Staaten, das ist ganz klar." Jürgen Todenhöfer, deutscher Journalist, spricht im Video unten einige Fragen zum Syrienkrieg an. Todenhöfer kam vorgestern aus Syrien zurück.

Vorgestern kam der deutsche Journalist Jürgen Todenhöfer aus Syrien zurück. Sein Fazit ist kurz: „Die ausländische Unterstützung hält diesen Krieg am Laufen. Beide Seiten begehen dabei Kriegsverbrechen, jedoch die meisten Opfer haben die Regierungskräfte“, schreibt RT.

Im Video wird u.a. gefragt: „Der Westen bezeichnet die bewaffneten Gruppen als „Rebellen“ und „Opposition“. Die syrische Regierung spricht von „Söldnern“ und „Terroristen“. Spielt Bezahlung durch ausländische Mächte eine größere Rolle?“

Todenhöfer antwortet, dass diese eine entscheidende Rolle spielten und manchmal auch über Mittelsmänner läuft. „Die Rebellen könnten nicht kämpfen wenn sie nicht unterstützt würden von den Golfstaaten und den Vereinigten Staaten, das ist ganz klar.“

Auch die Frage der Hilfslieferungen wird angesprochen. Es scheint so, dass die Rebellen und vor allem die Al Nusra-Front keinen Waffenstillstand wollen, sondern dies ausfechten und auskämpfen. So sagte auch der Großmufti von Aleppo, „Wir wollen diese Hilfskonvois nicht“. Eine Versorgung der notleidenden Bevölkerung ist nicht erwünscht. (Siehe: Al-Kaida-Kommandeur: Diese Waffensysteme bekommen wir von den USA)

Kampf der Sunniten gegen die Alawiten

Im Zusammenhang mit dem Video gibt es umfangreiche Kommentare. Einer davon spricht die Hintergründe des ursprünglichen Kampfes an:

„Peter Scholl-Latour beschrieb in seinem Buch „Der Fluch der bösen Tat“, die systematischen Massaker sunnitischer Milizen in alawitischen Dörfern in der Anfangsphase des Krieges. Im Jahr 2013 wurde festgestellt das 40% der, im Krieg getöteten Personen, Alawiten sind und das bei einem Anteil an der Bevölkerung von nur 15%.“

„Syrien war einer der fortschrittlichsten Staaten der islamischen Welt, was hauptsächlich dem Wirken der alawitischen Bevölkerung anzurechnen ist. Der Bildungsstand der Alawiten ist bei weitem höher als bei den Sunniten, weshalb sie auch überproportional in einflussreichen Positionen des Staates vertreten sind. Zum alten, religiös motivierten, Hass der Sunniten kommt also auch noch der Neid auf die erfolgreicheren Alawiten. Das ganze relativierenden Geschwafel vom Diktator Assad, der genau so viel Blut an den Händen hat wie die Kopfabschneider ist purer Blödsinn. Die Alawiten, zu denen auch Assad gehört, stellen die wahrscheinlich progressivste Strömung des Islam dar und haben aus Syrien einen der lebenswertesten Staaten des Nahen Ostens gemacht, bevor es von den Söldnerbanden der CIA überfallen wurde!“

VIDEO: Aktuelle Lage in Syrien, Jürgen Todenhöfer

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