Ein “stimmungsvolles” Bild von Feuerwerkskörpern beim Spiel HSV gegen Galatasaray Istanbul (Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Fantastische Stimmung oder verbotenes Feuerwerk

Von 15. März 2009 Aktualisiert: 15. März 2009 23:40

Selbstverständlich war es nur die „südländische Mentalität“, die die Fans von Galatasaray mehrfach Feuerwerkskörper und bengalische Fackeln im Stadion des HSV abbrennen ließ. Mehrfach loderte es im Gästeblock und Rauchschwaden zogen während des Spiels über den Rasen. Ein Bengalo flog bis ans Spielfeld und erwischte fast einen Ordner. Es war ein „stimmungsvolles Bild“ von brennenden und leuchtenden Feuerwerkskörpern im Gästeblock und machte das Spiel HSV gegen „Gala“ auch auf den Rängen zu einem schön anzusehenden Fußballspektakel. Toll sah das aus. Ein Großteil der Medien sah das ebenso. Die Mopo zum Beispiel sprach von „…einer fantastischen Stimmung…“ und der HSV-Spieler Marcell Jansen fand es in der Mopo „…einfach nur geil!“ Jansen weiter: „Das war ein schöner Vorgeschmack auf Istanbul.“ Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wurden die herrlich anzuschauenden Feuerwerkskörper auch kommentiert: „…Nebelschwaden werden noch etwas das Spiel beeinträchtigen, aber die Spieler von Galatasaray kennen das ja schon…“

Yepp!

Nun hat ja in unserem Staat jeder sein frei verbrieftes Recht, irgend etwas geil zu finden. Bei besagten Feuerwerkskörpern und Bengalos (und nur um diese geht es hier) ist es aber so, dass es eigentlich aus Sicherheitsgründen verboten ist, diese in Fußballstadien während eines Spiels zu zünden. Möglicherweise könnte dieses Verbot jedoch so manchem meinungsbildenden Medienschaffenden entgangen sein. Oder er hat es einfach nur vergessen oder gar nicht gewusst. Bei solch „schönen Bildern“ kann man das auch schon einmal vergessen. Oder man hat sich versprochen oder verschrieben – denn beim letzten Aufeinandertreffen des HSV gegen Werder war von „Idioten“ und „Hooligans“ die Rede, als ein Gegenstand auf das Spielfeld flog. Mit einer ebenso gearteten Betrachtungsweise wurde nur zwei Tage später das Spiel Köln gegen Gladbach beschrieben, als die mitgereisten Borussen gleichfalls Bengalos im Gästeblock zündeten. Auch hier war nichts von schöner Stimmung zu hören und zu lesen, sondern von „Zwischenfällen auf den Rängen.“ Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verwandelten sich die schönen Bengalos von Hamburg dann in Köln auf einmal in „… Ausschreitung …“ und „…verbotenes Feuerwerk…..“

Sollte jemand nun von mir eine Erklärung erwarten, warum die selben Bengalos einmal wunderschön und stimmungsvoll und dann im gleichen Atemzug eine widerliche und zu bekämpfende Darstellungsform von Hooligans und Ultras sind, so kann ich diese leider nicht liefern. Was ich aber kann – ist, zu sagen, dass gerade das 1:0 gefallen ist – nämlich das 1:0 für „Scheinheiligkeit“.


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