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Wasser aus dem Hahn: Der lange Weg des sauberen Trinkwassers

Epoch Times26. Januar 2022 Aktualisiert: 26. Januar 2022 20:07

Wasser zählt zu einem der am besten kontrollierten Lebensmittel in Deutschland. Das ändert jedoch nichts daran, dass es auf seinem Weg bis zu uns ins Glas zahlreichen Verunreinigungen, Mikroplastik und Krankheitserregern ausgesetzt sein kann. Wie steht es um die Qualität unseres Trinkwassers aus dem Hahn und wie lässt sie sich verbessern? 

Wasserreichtum mit fraglicher Qualität 

Im Vergleich zu vielen anderen Regionen der Erde ist Deutschland mit üppigen Wasservorkommen ausgestattet. Hierzulande gibt es mehr als 2400 großflächige Wasserversorgungsgebiete. In nicht wenigen von ihnen werden täglich über 1000 Kubikmeter Trinkwasser verteilt. Mengen, von denen man in anderen Ländern nur träumen kann.

Doch längst ist nicht alles Gold was glänzt. So speist sich ein Großteil unseres späteren Trinkwassers – laut Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) etwa 68% – aus Grundwasser. Gerade dessen Qualität leidet jedoch unter Klimawandel, Umweltverschmutzung und Industrialisierung wie etwa in der Landwirtschaft.

So weist nach Daten des UBA bereits fast jede fünfte Grundwassermessstelle einen Nitratgehalt aus, der zulässige Grenzwerte überschreitet, in landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen ist es sogar mehr als jede vierte. Industrielle Großprojekte wie etwa die Giga-Factory von Tesla in Grünheide, veraltete Leitungssysteme aus Blei und der verbreitete Einsatz von Pestiziden ziehen die Wasserqualität weiter in Mitleidenschaft. 

Zukunft der Wasserversorgung: Neue Innovationen statt Anpassung nach unten?

Um Abhilfe zu schaffen, versuchen Wasserversorger unbelastetes Wasser beizumischen, Grundwasserbrunnen zu vertiefen und Aufklärungsarbeit bei Industrie, Politik und Agrarwirtschaft zu leisten. Doch scheinen die bisherigen Bemühungen noch nicht auszureichen. Dr. Nikolas Sandmann, der beim deutschen Wasseraufbereitungsspezialisten HYTECON für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben verantwortlich ist, verweist dabei auf eine Veröffentlichung des Umweltbundesamtes. 

„Rund ein Viertel der befragen Wasserversorgungsunternehmen gaben an, an Tagen mit Spitzenverbrauch die entsprechenden wasserrechtlichen Obergrenzen überschritten zu haben“, heißt es im Bericht der Institution. 

Den Trend zur Erteilung von Ausnahmegenehmigungen von geltenden Schwellenwerten oder deren dauerhafte Herabsetzung wie sie etwa für Blei zu beobachten sei, sieht er kritisch. In der Definition zum Stichwort „Grenzwert“ steht unter anderem im Brockhaus: „Das Verfahren der Festlegung von Grenzwerten ist ebenso umstritten wie viele Grenzwerte selbst, da z.B. Wissenschaftler unterschiedliche Einschätzungen der Schädlichkeit bestimmter Schadstoffe haben und Grenzwerte politisch ausgehandelte Kompromisse darstellen zwischen ökologisch und gesundheitlich (toxikologisch) Gebotenem, technisch Möglichem, finanziell Tragbarem, wirtschaftlich und politisch Vertretbarem […].“

Der promovierte Chemiker Dr. Sandmann sieht dabei potentiellen Gefahren: „So werden Grenzwerte in Tierversuchen ermittelt und auf erwachsene Menschen hochgerechnet – sie sind also eher theoretisch als praktisch sinnvolle Werte. In der Trinkwasserverordnung sind Grenzwerte somit festgelegt, aber dennoch dürfen die Schadstoffe bis zu diesen Konzentrationen vorhanden sein.“

Weil es neben Chemikalien und Schwermetallen mit Bakterien, Viren und Mikroplastik eine ganze Reihe weiterer potentieller Gefahrenquellen über die letzten Meter in den Rohren und Leitungen, durch die das Trinkwasser läuft, zu uns gelangen können, setzt man bei Anbietern wie HYTECON zunehmend auf technisch versierte Aufbereitungslösungen unmittelbar beim Verbraucher. „Noch zu oft gibt es den Irrglauben, dass Sprudeln eine Art der Wasseraufbereitung ist. Sprudeln ist kein Schritt zu sauberem Wasser“, klärt der Chemiker und Wasserexperte Sandmann auf. 

In den modernen Reinigungsgeräten, die an den Wasserarmaturen des einzelnen Haushalts angebracht werden, kommen UVC-Strahlen zum Einsatz, um Bakterien und Viren unschädlich zu machen. Mikroplastik, Chemikalien und Schwermetalle werden bereits durch einen vorgeschalteten Aktiv-Kohlefilter abgeschieden. Die Desinfektionsleistung soll so in einem kompakten Produkt für den Verbraucher das Niveau professioneller Wasseraufbereitungsanlagen erreichen. 

Quelle des Lebens und Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit

Während weitgehend bekannt ist, dass Trinkwasser zu den wertvollsten und wichtigsten Lebensmitteln für den menschlichen Körper gehört, scheint der große Nutzen, der mit dem Konsum von Leitungswasser für Umwelt und Klimaschutz einhergeht noch vielfach verkannt. Laut Angaben der Verbraucherzentrale liegt die Belastung, die durch herkömmliches Mineralwasser aus der Flasche für das Klima einhergeht, über 600-mal höher als für Wasser aus der Leitung. Modellrechnungen der Organisation zeigen Potential für CO2-Einsparungen in Höhe von mehreren Hunderttausend Tonnen auf.

Auch für Dr. Nikolas Sandmann besteht daran kein Zweifel. „Sauberes Leitungswasser kann dafür sorgen, dass jeder Privathaushalt einen größeren Anteil daran hat, die Klimabelastung durch Trinkwasser zu verringern“, ist er überzeugt. Die verbrauchernahen Wasseraufbereitungslösungen könnten hierfür in der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. 

In Kooperation mit Seyit Binbir



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