„Himmelsmetall“ – 5.000 Jahre alte Metallobjekte sind nicht aus irdischem Erz

Epoch Times13. December 2017 Aktualisiert: 7. Januar 2018 14:22
Die Metallverhüttung begann nachweislich erst vor 4.000 Jahren. Für Rätsel sorgen jedoch einige archäologische Funde, die nicht in diese Zeitrechnung zu passen scheinen.

Wie konnten Menschen mehr als Tausend Jahre vor der Erfindung der Metallverarbeitung Objekte aus Eisen anfertigen? Eine Antwort könnte nun eine Analyse dieser Funde liefern. Sie enthüllt, dass ihr Eisen nicht aus irdischem Erz stammt, sondern aus dem Weltall.

Genauer gesagt stammt das Metall aus Meteoriten. Zudem widerlegt diese Erkenntnis die Spekulationen über eine Eisenverarbeitung in der Bronzezeit. Stattdessen zeigt sie, dass der berühmte Meteoritendolch von Tutanchamun kein Einzelfund ist.

Die meisten Kulturen aus Europa und Anatolien erlangten um 1.200 vor Christus eine entscheidende technologische Neuerung. Die Menschen lernten, wie aus Eisenerz Eisen gewonnen und verarbeitet werden konnte. Eisen ist gegenüber Bronze wesentlich härter und stabiler und ermöglichte den Menschen, bessere Werkzeuge und Waffen zu produzieren.

Objekte, die älter sind, als die Forscher zunächst glauben wollten

Zu diesen Artefakten gehört eine in Ägypten entdeckte Eisenperle (3.300 vor Christus), ein Dolch aus Anatolien (2.500 vor Christus) und mehrere Trachtgegenstände und Waffen aus Syrien (ca. 1000 vor Christus).

Den Wissenschaftlern stellte sich die Frage, woher die Menschen dieses Eisen hatten? Wussten einige Menschen doch schon, wie man Eisen aus Erz gewinnt? Oder stammt dieses Eisen gar nicht von der Erde?

Bei dem Fall des Dolches von Tutanchamun haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass das Metall von Meteoriten stammte. Das Eisen der Meteoriten besitzt die Eigenschaft, sich durch bloßes Hämmern bearbeiten zu lassen. So konnten die Menschen auch ohne Kenntnis über die Verhüttung von Eisen diese Objekte herstellen.

Röntgenfluoreszenz-Spektrometrie soll Erkenntnis bringen

Besaßen die Menschen bereits so viel Kenntnisse über das „Himmelsmetall“? „Über diese Frage wird bisher gestritten“, erklärt Albert Jambon von der Sorbonne-Universität in Paris. „Es ist strittig, ob nur einige, alle oder keine dieser frühen Artefakte aus geschmolzenem Eisen gemacht wurden.“ Um eine Antwort zu erlangen, haben er und seine Kollegen mehrere Eisenobjekte aus der Bronzezeit mithilfe der Röntgenfluoreszenz-Spektrometrie untersucht.

Das Gute an dieser Methode ist, dass sie zerstörungsfrei ist. Einzigartige archäologische Fundstücke können somit ohne sie zu beschädigen und sogar vor Ort in den Museen untersucht werden. So konnte die genaue Zusammensetzung des Eisens und seiner Spurenelemente untersucht werden. Aufgrund ihrer bestimmten Zusammensetzung hinterlassen sie einen einmaligen „Fingerabdruck“ sodass geklärt werden kann, woher das Metall stammt.

Die Rohstoffe sind nicht irdischen Ursprungs

„Die Menschen fertigten die Objekte definitiv aus Meteoriteneisen“, berichtet Jambon. Das Verhältnis von Nickel zu Eisen und Nickel zu Kobalt in den Artefakten ist untypisch für das terrestrische Erz. Die Elementverteilung passt stattdessen gut mit der von Meteoritenproben überein.

„Das spricht dafür, dass die Spekulationen über ein vorzeitiges Eisenschmelzen während der Bronzezeit falsch sind“, betonte der Forscher. Die Menschen gewannen das Eisen wahrscheinlich aus Meteoritenbruchstücken und nutzten es so für die Herstellung ihrer Objekte.

Das Eisen war zu dieser Zeit sehr selten, da es vermutlich nicht viele Bruchstücke von Meteoriten gab, aus denen die Menschen das Metall gewonnen haben. Aufgrund seiner Seltenheit war es den Herrschern und Priestern vorbehalten, solch wertvolle Objekte zu besitzen.

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