Tod durch Taser? Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Polizisten

Epoch Times12. Mai 2019 Aktualisiert: 12. Mai 2019 11:44
Weil er sich einer Einweisung in eine psychiatrische Klinik wiedersetzte, stellten Polizisten den 49-Jährigen mit einem Elektroschock ruhig. Später wurde er in die Frankfurter Uniklinik gebracht, wo er vier Tage später starb. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

„Der Taser ist in vielen Fällen die mildere Variante der Schusswaffe und stellt eine sinnvolle Ergänzung der Ausrüstung unserer Schutzleute dar“, sagte Peter Beuth (CDU) laut „Welt“. Der hessische Innenminister hatte vor zwei Wochen verkündet, dass alle sieben Polizeipräsidien des Landes mit je fünf Tasern ausgestattet würden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Polizisten wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge.

Eine besorgte Ehefrau hatte den Notarzt nach Hause gerufen, weil es ihrem an Diabetes erkrankten Mann nicht gut ging. Außerdem weigerte er sich, seine Medikamente gegen Diabetes einzunehmen. Als der Notarzt eintraf, konnte er den stark übergewichtigen Mann nicht von der Einnahme der Medikamente überzeugen. Er schlug die Einweisung des nach ärztlicher Einschätzung psychisch auffälligen Mannes in eine Psychiatrie vor. Als der 49-Jährige das ablehnte, alarmierte der Notarzt die Polizei.

Die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen, sagte gegenüber der „Frankfurter Rundschau“, dass die Beamten zunächst mit dem Mann gesprochen hätten. In der engen Küche der Wohnung sei die Stimmung dann aggressiv geworden. Schließlich setzten die Polizisten einen Taser ein. Der Patient kollabierte und habe sich übergeben, so „Welt“.

Danach wurde er in die Frankfurter Uniklinik gebracht, wo er vier Tage später starb. Ungeklärt ist derzeit die Todesursache. Der 49-Jährige sei in der Klinik an einer Lungenentzündung erkrankt und hätte einer Blutvergiftung erlitten, so „Welt“. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Taser-Einsatz – Elektroschock

Bei einem Taser werden zwei nadelförmige Projektile auf eine Person abgeschossen. Über die angeschlossenen Drähte wird vom Taser ein Elektroschock ausgelöst, durch den der Getroffene stark bis vollständig bewegungsunfähig wird. Häufig wird die Zielperson für einige Sekunden ohnmächtig, so „Frankfurter Rundschau“.

Bereits im letzten Jahr hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International einen Bericht zum Probelauf des Teasers in den Niederlanden erstellt. Ergebnisse zeigten, dass der Taser in 80 Prozent von Fällen gegen Unbewaffnete eingesetzt wurden. In solchen Fällen ist der Gebrauch einer Schusswaffe durch die Polizeibeamten umstritten. In anderen Fällen wurden Menschen getasert, die bereits mit Handschellen gesichert waren, oder Betroffene wurden mehrfach getasert, was ein schweres Gesundheitsrisiko darstellt.

Der wiederholte Einsatz von Elektroschocks im drive-stun mode gegen jemanden, der bereits unter Kontrolle ist, kann nur als Verletzung eines der fundamentalsten Menschenrechte, nämlich des Verbots der grausamen, unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung, betrachtet werden.“, sagt Gerbrig Klos, Experte für Menschenrechte und Polizei bei Amnesty Niederlande.

„Amnesty Deutschland spricht sich bereits seit längerem gegen eine allgemeine Einführung des Tasers bei der deutschen Polizei aus“, heißt es auf ihrer Website.

Taser – ein unkalkulierbares Risiko

Auch viele Twitter-Nutzer sehen den Einsatz der Taser skeptisch. Ein Nutzer twittert:

Taser bergen ein unkalkulierbares Risiko. Vor allem bei gesundheitlich vorgeschädigten Menschen. Taser aus dem Verkehr ziehen.“

Ein weiterer schreibt:  „Es war absolut vorhersehbar! Politiker können sich ihrer Verantwortung nicht entziehen!“

Bereits am 18. Januar 2019 starb ein Mann, nachdem er mit einem Taser von der Polizei ruhiggestellt wurde. Der 56-Jährige sollte laut „OÖNachrichten“ ebenfalls in eine psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses eingeliefert werden und setzte sich zur Wehr. Auf dem Weg zum Krankenhaus kollabierte der Mann und starb in der Notaufnahme. (sua)

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