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Eine Oberschülerin fragt Chinas Premierminister

Von 14. August 2009 Aktualisiert: 14. August 2009 1:08
Oberschülerin eröffnet eine Facebook Gruppe, die für inhaftierten Rechtsanwalt dringend um Hilfe bittet

„Warum sind Sie so grausam?“ fragte eine siebzehnjährige Oberschülerin in einem Brief den chinesischen Premierminister Wen Jiabao. Am 7. August veröffentlichte Hongkongs „Apple Daily“ den Brief. Der Brief unterstützte Xu Zhiyong, einen hoch profilierten Menschenrechtsanwalt, der in der vergangenen Woche von den chinesischen Behörden in Peking festgenommen wurde.

Die siebzehnjährige Schülerin Cheng Wing Yan betitelte ihren Brief mit: „Bitte, überzeugen sie mich von einem rechtlichen Standpunkt.“ Sie stellte eine Reihe von Fragen an den Premierminister über die Rechtmäßigkeit der Verhaftung Xu Zhiyongs.

Sie eröffnete auch eine Facebook Gruppe mit ihren Freunden, die Rechtsanwalt Xu unterstützt.

In ihrem Offenen Brief schrieb sie: ‚Premierminister Wen, wenn Ihr Name erwähnt wird, dann denkt jeder, dass Sie der Premierminister der Bürger sind, dass Sie sich für das Volk einsetzen und dass Sie die Interessen des Volkes vertreten. Ihr volksnahes Auftreten hat einige Kinder dazu gebracht, Sie Opa Wen zu nennen und für sie sind sie ein Ideal, dem sie nachstreben.

Wenn ich aber an die inhaftierten Dissidenten und an die in den Medien verbotenen Berichte unter Ihrer Führerschaft denke, dann kommen mir Zweifel an Ihrer Qualifikation als Vorbild dieser unschuldigen Kinder. Lehrt unser chinesisches Erziehungssystem unsere jungen Leute, dass sie ihre Gegner beiseite schaffen müssen, wenn es Unstimmigkeiten gibt und dass sie nicht die Doktrinen über Menschlichkeit und Moral, die seit Tausenden von Jahren in China bewahrt wurden, befolgen sollen?“

Xu Zhiyong war ein Gründungsmitglied der Offenen Verfassungsinitiative, im Chinesischen als Gongmeng bekannt. Das ist eine gemeinnützige Rechtsorganisation, die die Eltern von Kindern vertritt, die durch vergiftetes Milchpulver erkrankt sind. Sie vertritt auch Petitionssteller und viele andere, die Rechtsschutz in diesem Lande suchen.

Am 4. Juli 2009 wurde gegen die Organisation wegen angeblicher Steuerhinterziehung eine Geldstrafe von 1,42 Millionen Yuan verhängt, etwa 142.000,- Euro. Am 17. Juli erklärten die Behörden die Organisation für rechtswidrig und verboten sie.

Im April dieses Jahres reiste Cheng mit 30 Klassenkameraden nach Peking, um mehr über China zu erfahren. Zu der Zeit führte sie im Büro von Xu eine lange Diskussion über chinesische Politik mit ihm.

Als ihre Freunde von der Verhaftung hörten, waren sie empört und beschlossen, eine Facebook Gruppe zu eröffnen, um Rechtsanwalt Xu zu unterstützen. Sie alle begannen damit, Briefe an Zeitungen zu schreiben und Chengs Brief von 2.000 Wörtern wurde in der „Apple Daily“ in Hongkong veröffentlicht.

„Ich habe nur oberflächliche Kenntnisse vom chinesischen Gesetz, aber ich weiß, dass die Verfassung das umfassendste grundlegende Gesetz ist und für alle bindend ist. Artikel 35 der Verfassung unseres Landes setzt fest, dass die Bürger der Volksrepublik China Rede- und Vereinsfreiheit haben. Artikel 37 setzt fest, dass die Bürger der Volksrepublik China das Recht auf persönliche Freiheit haben und dass widerrechtliche Festnahmen oder andere illegale Mittel, um die persönliche Freiheit des Einzelnen einzuschränken, verboten sind. Nach meiner eigenen Interpretation dieser beiden Artikel sollte Herr Xu frei sein, um zu Hause zu bleiben oder in seinem Büro arbeiten zu können“, schrieb sie.

„Premierminister Wen, ich verstehe wirklich nicht, warum Sie so grausam sind. Warum müssen Sie zu solchen Mitteln greifen, um mit einem Wissenschaftler umzugehen, der die Politik versteht und zu einem vernünftigen Diskurs fähig ist?“

Orginalartikel (englisch): http://www.theepochtimes.com/n2/content/view/20903/

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