Proteste nach dem Tod des Dorfvorstehers Qian Yunhui

Epoch Times9. Januar 2011 Aktualisiert: 9. Januar 2011 21:09
Die Beschlagnahmung von Land und der damit in Zusammenhang stehende Tod des Dorfvorstehers Qian Yunhui in der Provinz Zhejiang, Südosten Chinas, verschärfen die soziale Konflikte und schüren weiter Misstrauen gegenüber Behörden und Obrigkeit.

Bürger der Provinz Zhejiang lieferten sich nach der Enthauptung eines Dorfvorstehers durch ein Baufahrzeug mehrmals Straßenschlachten mit der Polizei.

Am 25. Dezember 2010 starb Qian Yunhui, 53 Jahre, gewählter Vorsteher des Dorfes Yueqing in Wenzhou City, Proving Zhejiang, auf der Baustelle eines Bauprojektes, gegen das er seit Jahren protestiert hatte.

Fotos, die im Internet kursieren, zeigen den toten Körper Qians unter dem linken Vorderreifen eines Lastwagens. Beide Arme sind nach oben gestreckt, der Kopf abgetrennt. Wenige Stunden nach seinem Tod wurden die Bilder im Internet veröffentlicht.

Qian hatte sich im Auftrag der Yueqing Dorfgemeinschaft seit Jahren für eine angemessene Entschädigungszahlung der Landbesitzer für die Beschlagnahmung ihres Grund und Bodens eingesetzt. Er hat mehrmals versucht eine Petition einzureichen und schaltete ein Pekinger Anwaltsbüro ein.

Sein Engagement war den Behörden wohl ein Dorn im Auge, mehrmals wurde er inhaftiert. Laut dem Verstorbenen habe der kommunistische Kader Xu Xiangzhong versucht ihn zu bestechen, damit er seine Arbeit für das Dorf niederlegt. Qian fürchtete um seine Sicherheit, lehnte aber trotzdem ab.

Mindestens drei Leute schilderten, wie Qian von drei maskierten Männern festgehalten wurde, während ein anderer rückwärts mit dem Lastwagen über Qians Hals fuhr. Die Polizei erschien innerhalb von Minuten nach dem Vorfall, entfernte schnell den Fahrer des LKWs und sperrte mehrere Zeugen und zwei der Kinder von Qian ein. Dann wollte sie Qians Leiche entfernen. Die Dorfbewohner leisteten Widerstand gegen die Entfernung der Leiche, um eine Untersuchung des Falles als mutmaßlichen Mord zu erreichen.

Im Jahr 2003 wurde die Ortschaft Zhai Qiao als Standort für ein Kraftwerk ausgewählt, eines der fünf größten Projekte in der Provinz Zhejiang. Dabei wurden den Bauern 700 Millionen Yuan (circa 106 Millionen US-Dollar) als Ausgleich für 14.600 Morgen Farmland angeboten. Das lag weit unter der Summe, die die Anwohner als fairen Preis betrachteten. Anstatt auf die Proteste einzugehen, nahmen die Bauunternehmer noch mehr Land an sich als ursprünglich genehmigt.

Laut Vize-Dorfvorsteher Zhang Sonliang erwirtschaftete der Ort bisher mit den beschlagnahmten 21.300 Morgen Land rund 96 Prozent des gesamten Einkommens.

Die Polizei von Yueqing und die Polizeidirektion von Wenzhou City erklärten auf mehreren Pressekonferenzen, Qians Tod sei ein bedauerlicher Unfall. Trotz sofortiger Zensur und Löschung von kritischen Kommentaren durch Internetbeamte, äußerten sich Millionen Internetnutzer misstrauisch und bezweifelten die Erklärung der Behörden. Eine häufig vertretene Meinung ist, dass die Behörden gezielt die wahren Umstände von Qians Tod vertuschen würden. Viele sprechen von Mord.

Qian hinterlässt einen 85-jährigen Vater, seine Frau, einen Sohn und zwei Töchter. (red)

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