Anhänger der buddhistischen Meditationspraxis Falun Gong stellen einen Organraub nach.Foto: ROBERT MICHAEL/Getty Images

GfbV zweifelt an Chinas Versprechen: Wird die KPC den Organraub wirklich stoppen?

Epoch Times6. Dezember 2014 Aktualisiert: 6. Dezember 2014 10:50

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zweifelt an der Ankündigung Chinas, dass Hingerichteten künftig keine Organe mehr geraubt, sondern nur noch freiwillige Organspenden akzeptiert werden sollen. „Solange die chinesische Justiz staatliche Willkür weder stoppen kann noch will, können sich inhaftierte Gewissensgefangene und ihre Angehörigen nicht wirksam gegen Organraub wehren. In einem Staat, in dem sich Funktionäre nicht an Gesetze gebunden fühlen, kann es auch keine „Freiwilligkeit“ geben“, erklärte der GfbV-China-Experte Ulrich Delius am Donnerstag in Göttingen. „Die vielen angeblich freiwilligen „Geständnisse“ gefolterter Regimekritiker vor Gericht oder in den Medien machen deutlich, wie unverbindlich die Garantie vermeintlich „freiwilliger Organtransplantationen“ ist.“ 

„Der Organraub an Gewissensgefangenen ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, unterstrich der Menschenrechtler und forderte: „Der mutmaßliche Raub von Organen zehntausender Falun-Gong-Anhänger in den vergangenen 15 Jahren muss strafrechtlich geahndet werden und es müssen Ermittlungen gegen den langjährigen Leiter des staatlichen Transplantationskomitees Huang Jiefu eingeleitet werden.“ 

Delius bezeichnete es als skandalös, dass sich Huang Jiefu für den angeblichen Stopp des Organraubs nun feiern und auch international mit Preisen ehren ließe, statt von seinem Amt zurückzutreten und Verantwortung für die jahrelang verübten Verbrechen zu übernehmen. Huang Jiefu ist Spezialist für Lebertransplantationen und gilt als einer der prominentesten Chirurgen der Volksrepublik. Er verlor im März 2013 seinen Posten als stellvertretender Gesundheitsminister, nachdem sich sein Ministerium in widersprüchliche Aussagen zum Organraub verstrickt hatte. Als einflussreicher Leiter des staatlichen Transplantationskomitees gilt Huang Jiefu bis heute als einer der Hauptverantwortlichen für den Organraub in China. 

Bis zu 65.000 Falun Gong-Anhänger sowie eine unbekannte Zahl von Uiguren sollen Recherchen angesehener Publizisten und Rechtsanwälte zufolge seit Ende der 90er-Jahre dem Organraub in der Volksrepublik zum Opfer gefallen sein. Die Rechercheure dokumentierten in Büchern und Menschenrechtsreporten das Schicksal hunderter Opfer des Organraubs. Sie befragten dazu Angehörige und Freunde der Opfer, Empfänger neuer Organe sowie Ärzte und Krankenhauspersonal, das freimütig zugab, Organe von hingerichteten Gewissensgefangenen verpflanzt zu haben. Die Beweise für diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind erdrückend, selbst wenn konkrete Opferzahlen aufgrund der Geheimhaltung der Behörden nur schwer überprüfbar sind. 

Nachfolgend finden Sie weitere Hintergründe über den Organraub an Falun Gong Praktizierenden in China:

Warum Chinas Tabu-Thema „Falun Gong“ die Welt betrifft

Wie Chinas Polizisten gegen Falun Gong-Verfolgung opponieren 

Folter und Organraub an Falun Gong in China geht weiter

China: Arzt gibt den Organraub an Falun Gong-Praktizierenden zu

Quelle:

http://www.gfbv.de/

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