Chinesische Passagiere, die fast alle Schutzmasken tragen, kommen am 23. Januar 2020 in einem Bahnhof in Peking, China, an, um vor dem jährlichen Frühlingsfest in die Züge einzusteigen.Foto: Kevin Frayer/Getty Images

Mehr als 20 Millionen Chinesen wegen Coronavirus unter Quarantäne

Epoch Times23. Januar 2020 Aktualisiert: 28. Januar 2020 0:40
Mehr als 20 Millionen Chinesen sitzen wegen der Sicherheitsvorkehrungen zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus in Wuhan und anderen Städten des Landes fest. Angesichts von hunderten Infektionen landesweit stellten die Behörden mehrere Städte unter Quarantäne.

Mehr als 20 Millionen Chinesen sitzen wegen der Sicherheitsvorkehrungen zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus in Wuhan und anderen Städten des Landes fest. Angesichts von hunderten Infektionen landesweit stellten die Behörden am Donnerstag nach Wuhan auch die Millionen-Städte Huanggang und Lichuan unter Quarantäne. Erstmals trat auch außerhalb der Provinz Hubei ein Todesfall auf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief vorerst aber keinen internationalen Gesundheitsnotstand aus.

In der Elf-Millionen-Einwohner-Stadt Wuhan in der zentralen Provinz Hubei waren am Donnerstag nur wenige Menschen auf den Straßen. Wie von der Polizei angeordnet, trugen sie zum Schutz vor Infektionen Atemmasken. Die Behörden hatten die Einwohner am Mittwoch aufgerufen, die Stadt trotz des bevorstehenden Neujahrsfests „nicht ohne besonderen Grund“ zu verlassen. Sämtliche Flüge und Zugfahrten aus Wuhan wurden am Donnerstag eingestellt, Mautstationen der Ausfahrtstraßen waren geschlossen.

Auch Huanggang 70 Kilometer östlich von Wuhan wurde unter Quarantäne gestellt. Öffentliche Verkehrsverbindungen in der 7,5-Millionen-Einwohnerstadt wurden eingestellt. Außerdem wurden alle Kinos, Internetcafés und der zentrale Markt geschlossen.

Auch in der ebenfalls in Hubei liegenden Stadt Lichuan wurde der gesamte öffentliche Verkehr eingestellt. Die knapp eine Million Einwohner wurden aufgerufen, die Stadt „nicht ohne besonderen Grund“ zu verlassen.

In der 1,1-Millionen-Einwohner-Stadt Ezhou wurde der Hauptbahnhof vorerst geschlossen. Die Behörden der Stadt Xiantao teilten mit, 30 Mautstationen auf den Zufahrtsstraßen zu der 1,5-Millionen-Einwohner-Stadt seien geschlossen worden. Auch in der Stadt Chibi, die etwa eine halbe Million Einwohner hat, wurde der öffentliche Verkehr eingestellt.

Zum Neujahrsfest dürfen keine großen öffentlichen Feiern in Wuhan stattfinden. Damit müssen sich auch viele Menschen in der Hauptstadt Peking trösten. Die Stadtverwaltung sagte Großveranstaltungen zum chinesischen Neujahrsfest ab. Auch einige touristische Attraktionen, darunter ab Samstag die Verbotene Stadt, werden bis auf Weiteres geschlossen.

Der Beginn eines neuen chinesischen Mondjahres wird in China üblicherweise groß im Kreise der Familie gefeiert. Wegen des Jahreswechsels in der Nacht zum Samstag waren in den vergangenen Tagen hunderte Millionen Menschen in der Volksrepublik unterwegs. Die Reisen erhöhen das Risiko einer Ausbreitung des neuen Coronavirus, das auch von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Bislang haben sich nach Behördenangaben bereits mehr als 620 Menschen in China infiziert, etwa 5000 weitere wurden unter Beobachtung gestellt. Forscher des Londoner Imperial College gehen allerdings von etwa 4000 Infizierten aus.

Nach Behördenangaben starben bislang 18 Infizierte mit Vorerkrankungen. Die Gesundheitsbehörde der nördlichen Provinz Hebei, die an die Hauptstadt Peking angrenzt, vermeldete am Donnerstag den Tod eines 80-jährigen Mannes, der sich mit dem Erreger infiziert hatte.

Außerhalb Chinas wurden einzelne Fälle aus Thailand, Japan, Südkorea, Taiwan und den USA gemeldet. Am Donnerstag kamen Fälle in Singapur, Vietnam und Saudi-Arabien hinzu. Auf Flughäfen in vielen Ländern wurden Sicherheitsvorkehrungen wie Temperaturscans bei Passagieren getroffen.

Die Erkrankung habe in China zu einem Notstand, aber „noch nicht“ zu einem weltweiten Gesundheitsnotstand geführt, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus nach einer zweitägigen Krisensitzung in Genf. Bisher gebe es außerhalb Chinas „keine Hinweise“ auf eine Übertragung des Krankheitserregers von Mensch zu Mensch. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass die in China ergriffenen Maßnahmen „sowohl effektiv als auch von kurzer Dauer“ seien.

Die Infektion weckt Erinnerung an die Sars-Epidemie 2002/2003. Den chinesischen Behörden wurde damals vorgeworfen, nicht schnell genug reagiert zu haben, nicht offen mit dem Informationsaustausch gewesen zu sein und den Ausbruch lange Zeit vertuscht zu haben.

Das neue Coronavirus soll zunächst von Tieren auf einem Markt in Wuhan übertragen worden sein, der mittlerweile geschlossen ist. (afp)

Anmerkung der Redaktion: Die offiziellen Zahlen über Todesfälle und Infizierte durch den Coronavirus in China haben wir in unseren Artikeln gelöscht, da wir davon ausgehen müssen, dass die gemeldeten Zahlen der staatlichen chinesischen Behörden nicht stimmen. Wir bemühen uns, die tatsächlichen Zahlen herauszufinden.



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