„Neue Seidenstraße“: China treibt Dschibuti mit hohen Krediten in die Abhängigkeit – Konflikt mit den USA vorprogrammiert

Epoch Times4. August 2018 Aktualisiert: 7. August 2018 9:34
Wie bereits Sri Lanka, Pakistan und andere Teilnehmer der chinesischen "Neuen Seidenstraße", droht auch Dschibuti in Chinas Abhängigkeit zu geraten.

Dschibuti hat als Mitgliedsland der „Neuen Seidenstraße“ Kredite von China für neue Infrastrukturprojekte erhalten. Nun kann das Land das Geld nicht mehr zurückzahlen, berichtet die „Foreign Policy“ (FP). Dschibuti gerät damit in eine politische Abhängigkeit zu China.

Dschibuti liegt an der Küste Ostafrikas. Dem Land ergeht es ähnlich wie Sri Lanka, wo sich zuvor ein ähnliches Szenario abspielte. Sri Lanka hat sich 8 Milliarden US-Dollar zu 7 prozentiger Verzinsung von staatlichen chinesischen Banken geliehen, um den Hafen von Hambantota zu bauen. Jetzt kann das Land die Schulden nicht zurückzahlen. Letztes Jahr hat Sri Lanka schließlich ein Abkommen mit den chinesischen Geldgebern getroffen. Nun gehört den chinesischen Banken ein 70 prozentiger Anteil des Hafens – und zwar 99 Jahre lang.

Inzwischen ergeht es mehreren Ländern, die an dem “Neue Seidenstraße”-Projekt teilnehmen, wie Sri Lanka. Das Projekt sieht vor, Länder über mehrere Kontinente mit China zu verbinden, um den Handel zu intensivieren. Hierfür sind enorme Infrastrukturprojekte notwendig, die in vielen Fällen durch chinesische Kredite finanziert werden. Doch immer mehr Länder finden sich in der Situation wieder, die Schulden nicht bewältigen zu können und müssen Teile ihrer kritischen Infrastruktur an China verpachten.

Kritiker werfen der chinesischen Regierung vor, die Länder absichtlich mit vielversprechenden Investitionen zu locken und später in die Abhängigkeit Chinas zu bringen.

Dschibuti gerät nun in Gefahr, den gleichen Fehler zu machen. Es hat sich mit der China Merchants Ports Holdings Company (CMPort) zusammengetan, um den Doraleh Hafen zu bauen. Auch Sri Lanka hat damals mit CMPort zusammengearbeitet.

Es wird erwartet, dass Dschibuti bereit ist, Schulden von 88 % seines Bruttonlandprodukts (BIP) zu machen. Das aktuelle BIP beträngt 1,72 Milliarden US-Dollar. Den Hauptteil der Schulden würde Dschibuti bei China haben, schreibt FP und stützt sich dabei auf einen Bericht des Center for Global Development.

Chinas Militärinteressen

China hat seine erste Übersee-Militärbasis in Dschibuti errichtet, nur knapp 10 Kilometer entfernt von einer bereits bestehenden US-Militärbasis. Die USA kontrollieren von Dschibuti aus ihre Operationen in Somalia und im Jemen. Rund 4.000 US-Soldaten sind dort stationiert.

China behauptet, der Stützpunkt diene als ein Angelpunkt für seine Anti-Piraterie-, humanitäre und Notfallevakuierungsmissionen. Die Übungen mit scharfer Munition seien daher „notwenig und begründet“, zitiert FP das chinesische staatliche Medium „Global Times“.

Ein ehemaliger indischer Geheimdienstagent berichtete aber: Die Basis gleiche einer Festung, „geeignet um Tausende von Soldaten unterzubringen.“

„Die 200 Hektar große Anlage umfasst mindestens 10 Kasernen, ein Munitionslager und einen Hubschrauberlandeplatz. Vier Schutzumzäunungen umgeben das Areal; die beiden inneren Zäune sind acht bis zehn Meter hoch und mit Schutzposten besetzt“, zitiert die FP den indischen Geheimdienstagenten.

„Nirgendwo sonst auf der Welt befindet sich das US-Militär nahezu in unmittelbarer Nähe zu einem Land, das es als strategischen Konkurrenten betrachtet“, sagte Kate Almquist Knopf, die Direktorin des Africa Center for Strategic Studies des US-Verteidigungsministeriums. Das sei nicht, woran das Pentagon gewöhnt wäre, sagte sie.

Chinas Investment verbirgt militärische Interessen

Die Sorge besteht, dass die hohe Verschuldung Dschibutis, die Abhängigkeit zu China vergrößert. China könnte Druck ausüben, dass Dschibuti auch die US-Militärbasis Camp Lemonnier an China übergibt.

„Dschibuti wird jetzt als eines der Länder identifiziert, die ein hohes Risiko von Schuldenproblemen haben. Das sollte sowohl für die Dschibutianer als auch für die Länder, die wirklich auf Dschibuti angewiesen sind, wie die Vereinigten Staaten, alarmieren“, sagte Joshua Meservey, Senior Policy Analyst bei der Heritage Foundation.

Präsident Guelleh scheint bereit zu sein, Dschibuti an den “Höchstbietenden zu verkaufen”, was die Interessen des US-Militärs untergraben würde, heißt es in einem Brief vom nationalen Sicherheitsberater der USA, John Bolton, und zwei Senatoren an zwei Mitglieder des Militärausschusses des US-Senats.

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Um Chinas Einfluss in Afrika zurückzudrängen, gäbe es mehrere Ansätze, sagt Meservey. Ein US-Afrika-Gipfel einzurichten wäre ein Ansatz, ebenso wie die Unterstützung der privaten Industrie Afrikas. Das könnte einen Gegenpol zu den massiven Investitionen chinesischer staatlicher Unternehmen sein.

Laut FP sagen einige Analysten, dass China sich mit seinen zu hohen Investitionen selber schaden würde. Wenn die Projekte nicht erfolgreich wären, würde das Chinas Ansehen und auch seinem Ruf schaden, zitiert FP Jonathan Hillman, einen Mitarbeiter des Zentrums für strategische und internationale Studien. (tp)