Organraubnachstellung während einer Falun Gong-InformationsveranstaltungFoto: ANTONY DICKSON/Getty Images

Organraub an Falun Gong-Praktizierenden in China: UN-Anti-Folter-Komitee fordert Untersuchung

Epoch Times19. Dezember 2015 Aktualisiert: 8. Juli 2016 3:16
In einem UN-Bericht werden die Folterungen und die Willkür in chinesischen Straflagern verurteilt. Die Verfolgung von Menschenrechtsanwälten nimmt zu. Diese werden ohne Gerichtsverfahren in Gefängnissen festgehalten. Auch die Organentnahme an Falun Gong-Praktizierenden wurde thematisiert.

Den 10. Dezember, Jahrestag der UN-Antifolterkonvention und zugleich auch Menschenrechtstag, nahm die UN zum Anlass, um eine Sitzung über Menschenrechtsverstöße, wie Folterung und illegalen Organraub in China, abzuhalten. Die UN-Antifolterkonvention ist das von den Vereinten Nationen beschlossene Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK) vom 10. Dezember 1984. 

Bei der diesjährigen Sitzung prangerten UN-Experten die Folterungen und die Willkür in China an. Das UN-Anti-Folter-Komitee zeige sich "ernsthaft besorgt über übereinstimmende Berichte, die darauf hindeuten, dass die Praxis von Folter und Misshandlungen im chinesischen Justizsystem weiter tief verwurzelt ist", heißt es in dem UN-Bericht. 

Internationale Menschenrechtsgruppen begrüßten den Bericht, den das UN-Komitee Anfang Dezember in Genf vorlegte. Er sende ein "klares Signal", dass die Weltgemeinschaft "die Verleugnung dokumentierter Fakten durch China durchschaut", sagte Sharon Hom von Human Rights in China (HRiC), berichtet "Südtirolnews". Sie sprach von einem "Leitfaden", was China tun müsse, um seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen.

Über die beispiellose Welle von Festnahmen und Verhören von 200 Anwälten, Kanzleimitarbeitern und Aktivisten seit dem Sommer zeigten sich die Komiteemitglieder besorgt. 25 stünden nach Berichten noch unter Bewachung an unbekannten Orten, während vier vermisst seien. Die UN-Experten stellten auch fest, dass die Verfolgung von Anwälten zunehme, so die Zeitung.

Der UN-Bericht befasst sich auch mit der Todesstrafe in China und dem illegalen Organraub an Falun Gong-Praktizierenden. 

Unter dem Abschnitt "Todesstrafe" steht: Die chinesische Regierung wird aufgefordert – bevor sie es veranlasst, die Organe von den bei der Hinrichtung getöteten Menschen zu entnehmen – die Angehörigen darüber zu informieren. Die Hinterbliebenen müssten sich mit der Organentnahme einverstanden erklären. Zumindest müssten die Angehörigen des Getöteten eine Entschädigung erhalten, sollte man sie vorher nicht über die Organentnahme am Hinrichtungsopfer informieren können. Die UN fordert von China auch – das kommunistische Land ist Mitglied im UN-Menschenrechtsrat – eine unabhängige Untersuchung in Auftrag zu geben, um die Vorwürfe des illegalen Organraubs an Falun Gong-Praktizierenden zu untersuchen.

Falun Gong, auch Falun Dafa genannt, ist eine friedliche buddhistische Kultivierungsschule, die im Jahr 1992 von Meister Li Hongzhi in China an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Die Falun Gong-Praktizierenden folgen den drei Prinzipien "Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht". In den vergangenen 21 Jahren hat sich Falun Gong in mehr als einhundert Ländern der Welt verbreitet und Millionen Menschen haben sich durch die Kultivierung körperlich und geistig verbessert. Allerdings werden die Falun Gong-Praktizierenden seit dem Jahr 1999 auf Befehl des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Diese Verfolgung dauert bis heute an.  

Die Berichte vom Organraub an Falun Gong-Praktizierenden erschüttern die Welt: 

Folter und Organraub an Falun Gong in China geht weiter

Transplantation in China: „Die Niere stammt von einem Falun Gong-Praktizierenden“

"The Slaughter": Eine Pekingerin erzählt: So begann vor 16 Jahren die Verfolgung von Falun Gong

"The Slaughter" Teil 2: Ein Amerikaner in Peking erlebt den Propaganda-Krieg gegen Falun Gong

Politiker fordern: "Stellt Jiang Zemin vor Gericht"

Seit einigen Monaten rollt in China eine Welle von Anzeigen gegen das Ex-Staatsoberhaupt Jiang Zemin (88). (Siehe: „Massenmörder!“: Hunderte Chinesen klagen gegen Ex-Staatschef Jiang). Aber nicht nur innerhalb des Festlandes sondern auch in Übersee beteiligen sich Regierungen, Aktivisten und Politiker an der Aktion. 

Als Menschenrechtspolitiker nimmt auch der deutsche Abgeordnete Martin Patzelt (CDU) an der internationalen Unterschriftenaktion für eine Menschenrechtsklage gegen Jiang Zemin teil.

Deutscher EU-Abgeordneter Martin PatzeltDeutscher EU-Abgeordneter Martin PatzeltFoto: Epoch Times

Auch andere EU-Abgeordnete beteiligen sich an der Aktion:

Deutscher EU-Abgeordneter Prof. Dr. Klaus BuchnerDeutscher EU-Abgeordneter Prof. Dr. Klaus BuchnerFoto: Epoch Times
Rumänischer EU-Abgeordneter Cristian Dan PredaRumänischer EU-Abgeordneter Cristian Dan PredaFoto: Epoch Times
Deutsche EU-Abgeordnete Dr. Cornelia ErnstDeutsche EU-Abgeordnete Dr. Cornelia ErnstFoto: Epoch Times
Deutscher EU-Abgeordneter Stefan EckDeutscher EU-Abgeordneter Stefan EckFoto: Epoch Times

Auf seiner Webseite schreibt Patzelt: "Sollte China nicht willens oder nicht in der Lage sein, diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit ernsthaft zu verfolgen, wäre die Strafverfolgung vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag nur konsequent". (so) 

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