25 Jahre nach Trier: Römischer Goldschatz bei Bauarbeiten in Italien entdeckt

Epoch Times9. September 2018 Aktualisiert: 9. September 2018 12:30
Bauarbeiter haben in Como, Italien, einen Goldschatz aus der späten Römerzeit unter einem modernen Theater entdeckt. Die etwa 300 Goldmünzen stammen aus dem 5. Jahrhundert und wurden 25 Jahre nach dem größten Goldschatz Deutschlands entdeckt.

Beim Abriss eines Theaters in Norditalien haben Bauarbeiter einen Goldschatz aus der späten Römerzeit entdeckt. In einer steinernen Amphore unter dem Theater in Como befanden sich fast dreihundert Goldmünzen aus dem fünften Jahrhundert, wie das italienische Kulturministerium am Samstag mitteile.

Das 1870 eröffnete Theater befand sich ganz in der Nähe der Stelle, wo einst das Forum der römischen Stadt Novum Comum lag. Das Gebäude sollte nun abgerissen werden, um für den Bau von Luxuswohnungen Platz zu machen.

„Wir wissen noch nicht im Detail, welche historische und kulturelle Bedeutung der Fund hat, aber dieses Gebiet erweist sich als echter Schatz für unsere Archäologie. Eine Entdeckung, die mich mit Stolz erfüllt“, schrieb Kulturminister Alberto Bonisoli auf Facebook.

Laut italienischen Presseberichten könnte der Goldschatz mehrere Millionen Euro wert sein. Demnach wollen die Behörden den geplanten Wohnungsneubau nun vorerst stoppen, um weitere Grabungen an der Stelle zu ermöglichen.

Morgen (10. September) wird der Fund bei einer Pressekonferenz in Mailand offiziell vorgestellt. Zudem werden die ersten Untersuchungsergebnisse von 27 der fast 300 Goldmünzen vorgestellt.

Am Jahrestag des größten römischen Goldschatz auf deutschem Boden

Auf den Tag genau vor 25 Jahren entdeckten Hobby-Archäologen bei Bauarbeiten eines Parkdecks den bislang größten römischen Goldschatz Deutschlands in Trier. Dabei zerstörte ein Baggerfahrer unwissentlich den 18,5 Kilogramm schweren Schatz bei Aushubarbeiten. Ein Teil des Schatzes wurde mitsamt Erde abtransportiert.

An beiden Orten – in der Baugrube und dem Lagerplatz der Erde – entdeckten Hobby-Archäologen später erste Teile des insgesamt 2650 Münzen schweren Schatzes. Einer der beiden Entdecker barg den Großteil des Schatzes von etwa 2.000 Münzen und brachte sie zur zuständigen Behörde. Doch noch immer fehlte der Rest des Schatzes.

Direktor des Landesmuseums, Marcus Reuter, sprach von einem großen Glück über die Ehrlichkeit des ersten Finders. „Das war unser Glück“. Nur so konnten sich die Archäologen auf die Suche nach den restlichen Münzen machen. Mehr als 15 Finder meldeten sich später und gaben ihre Funde an die Wissenschaftler ab.

Nur 96 Prozent des Fundes ist vollständig

Die Experten sind sich dennoch sicher, dass nicht alle Münzen den Weg zu ihnen, sondern stattdessen in eine Kneipe gefunden haben. Schätzungen zufolge fehlen 4 Prozent des Schatzes, vermutlich eines Nachts in einer Kneipe als Zahlungsmittel zum Einsatz kamen. „Es hält sich das Gerücht, dass in jener Nacht in Trierer Kneipen Freirunden mit Goldmünzen bezahlt worden sein sollen“, sagt Reuter.

Der Münzschatz ist Teil der Dauerausstellung des Rheinischen Landesmuseums Trier und zieht jeher unzählige Besucher aus aller Länder an. Der reine Materialwert des Schatzes liegt bei 3 bis 5 Millionen Euro, doch der archäologische Wert liegt viel höher. Mit dem Fund ist die Forschungswelt um 88 neue Münztypen reicher geworden. Der Münzschatz von Trier wird auf das 1. bis 2. Jahrhundert datiert. (ls/afp)

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