Schon mal eine Spinne mit Schwanz gesehen?

Epoch Times11. Februar 2018 Aktualisiert: 30. Mai 2019 11:18
Forscher haben vor Kurzem eine neue Spinnenart in einem 100 Millionen Jahre alten burmesischen Bernstein entdeckt. Das Besondere: Die Spinne besaß einen Schwanz.

Forscher entdeckten vor Kurzem eine außergewöhnliche neue Arachnidspezies. Sie ähnelt sehr stark einer Spinne mit Schwanz und wurde in einem Bernstein aus Myanmar entdeckt. Der Bernstein stammt aus der Mitte der Kreidezeit vor etwa 100 Millionen Jahren.

Der Fund wurde in einem Artikel in Nature Ecology & Evolution von einem internationalen Team beschrieben und ausgewertet. Unter den Wissenschaftlern befanden sich Paul Selden vom Paläontologischen Institut und Department of Geology an der University of Kansas sowie weitere Kollegen aus China, Deutschland, Virginia und dem Vereinigten Königreich.

Der Fund gelangte über Umwege zu den Forschern

„Seit geraumer Zeit wurde viel Bernstein aus Nord-Myanmar gewonnen. Sein Interesse stieg jedoch erst vor ungefähr zehn Jahren, als man entdeckte, dass dieser Bernstein aus der mittleren Kreidezeit stammt. Deshalb waren alle darin gefundenen Insekten viel älter als zuerst gedacht“, sagte Paul Selden.

„Der Bernstein kommt zuerst nach China, wo Händler diese an Forschungseinrichtungen verkaufen. Diese Probe wurde letztes Jahr dem Nanjing Institut für Geologie und Paläontologie zur Verfügung gestellt.“

Das neue Tier ähnelt einer Spinne mit Reißzähnen, männlichen Pedipalpen (das zweite Extremitätenpaar einer Spinne), vier laufenden Beinpaaren und seidenproduzierende Spinndrüsen am Hinterteil. Es trägt jedoch auch eine lange Geißel oder Schwanz. Bislang ist keine lebende Spinne mit einem Schwanz bekannt. Einige nahe Verwandte der Spinnen, die Geißelskorpione, haben noch heute eine Art Schwanz.

Nun wurden vier neue Exemplare gefunden, die alle eine Körperlänge von etwa 2,5 Millimeter haben, mit Ausnahme des fast 3 Millimeter langen Schwanzes.

„Jede Art von Geißel-Fortsatz neigt dazu, wie eine Antenne zu sein“, sagte der Forscher. „Er dient zur Wahrnehmung der Umwelt. Tiere, die einen langen Schwanz haben, neigen dazu, es für sensorische Zwecke zu verwenden.“

Die Forscher waren bereits mit ähnlichen Funden vertraut

Dieser aufregende neue Fund bestätigt eine Theorie, die Paul Selden und seine Kollegen vor ein paar Jahren aufgestellt haben. Damals beschrieben sie eine ähnliche Arachnida mit Schwanz. Diese ähnelte ebenso sehr stark einer Spinne, hatte jedoch keine Spinndrüsen.

Diese Tiere, aus dem viel älteren Devon (vor etwa 380 Millionen Jahren) und Perm (vor etwa 290 Millionen Jahren), bildeten die Grundlage für eine neue Arachniden Ordnung, die Uraraneida, die entlang der Linie zu modernen Spinnen liegt.

„Die, die wir vorher erkannten, waren anders, weil sie einen Schwanz hatten, aber keine Spinndrüsen“, ergänzte der Wissenschaftler. „Deshalb ist der neue Fund wirklich interessant. Abgesehen davon, dass es viel jünger ist, scheint es dennoch eine Zwischenform zu sein. In unserer Analyse kommt es irgendwie zwischen der älteren und der modernen Spinne.“

Das neue Tier erhielt die Bezeichnung „Chimerarachne“, benannt nach der griechischen mythologischen Chimäre (Mischwesen aus Teilen von mehr als einem Tier). Aufgrund seiner Spinndrüsen ist diese Art näher mit den modernen Spinnen verwandt.

„Wir können nur spekulieren, dass es auf oder um Baumstämme herum gelebt hat“, sagte er. „Bernstein ist versteinertes Harz. Und damit eine Spinne darin eingeschlossen werden kann, muss sie unter der Rinde oder im Moos am Fuß eines Baumes gelebt haben.“ Trotz ihrer Spinndrüsen ist sich der Forscher sicher, dass die Spinne keine Netze gebaut hat, um Insekten zu fangen.

Fragen zu ihrem Verhalten und Lebensraum bleiben offen

„Wir wissen nicht, ob die Spinne Netze webte. Die Spinne produzierte Seide aus vielen verschiedenen Gründen. Um Eier einzuwickeln, Höhlen zu bauen, Schlafplätze zu bauen oder einfach nur Spuren zu hinterlassen. Wenn sie in Höhlen leben, hinterlassen sie eine Spur, damit sie ihren Weg zurückfinden können.“

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