Wie schädlich sind Plastik- und Kunststoffverpackungen? – Teil 2 – Polyethylen (PE) und Polyvinylchlorid (PVC)

Epoch Times30. November 2017 Aktualisiert: 8. Dezember 2017 12:11
Wie kann man feststellen, welche Kunststoff- oder Plastiksorten wirklich gesundheitsschädliche Substanzen enthalten? Wir haben einen Überblick für Sie zusammengestellt. Im zweiten Teil nehmen wir Polyethylen (PE) und Polyvinylchlorid (PVC) unter die Lupe.

Wie unbedenklich sind eigentlich Kunststoff- und Plastikverpackungen? Kunststoffe können viele verschiedene Chemikalien enthalten mit zum Teil hormonähnlichen Wirkungen. Wir haben eine Übersicht für Sie zusammengestellt. Im zweiten Teil nehmen wir nun Polyethylen (PE) und Polyvinylchlorid (PVC) unter die Lupe.

Polyethylen, Kurzzeichen PE

Polyethylen ist ein gängiger und vielseitig eingesetzter Kunststoff mit einer hohen Dichte. Es ist der am weitesten verbreitete Kunststoff der Welt. Das vielseitige Polyethylenpolymer weist die einfachste chemische Grundstruktur eines Kunststoffpolymers auf, was bedeutet, dass es sehr einfach herzustellen und zu verarbeiten ist und daher für zahlreiche Anwendungen, insbesondere für Verpackungen, äußerst beliebt ist.

Chemisch betrachtet, besteht es aus langen, praktisch unverzweigten Polymerketten, die sich leicht ausrichten und verpacken lassen, so dass es dicht und sehr kristallin erscheint.

Besonderen Eigenschaften: Strapazierfähigkeit, Festigkeit, Zähigkeit, Feuchtigkeitsbeständigkeit, einfache Verarbeitung. Es gilt als relativ sicher, aber Forschungsergebnisse zeigen, dass sehr wohl endokrin wirkende Chemikalien freigesetzt werden, die krebsauslösend sein können.

Typische Verwendungen dieses Kunststoffes: Plastiktüten, besonders als Verpackung für Lebensmittel, durchsichtige Beschichtung für Milch-, Wasser- und Saftbehälter, ebenso in Bleich-, Waschmittel- und Shampooflaschen zu finden, in Müllbeuteln, Plastikschüsseln, Joghurt- und Margarinebechern, Müslischachteln, aber auch einige Medizinflaschen. Wird auch in Tyvek-Dämmstoffen, PEX-Rohren, Kunststoff / Holz-Werkstoffen verwendet.

Toxizität: Da es relativ stabil ist, wird es allgemein als sicherer Kunststoff für die Verwendung bei Lebensmitteln und Getränken angesehen. Einige Studien haben allerdings gezeigt, dass es den endokrinen Disruptor Nonylphenol ausscheiden kann, insbesondere wenn es ultraviolettem Licht, also dem Sonnenlicht, ausgesetzt ist. Das kann möglicherweise auch andere zusätzliche Chemikalien freisetzen, aber auch eine östrogennachahmende Wirkung auslösen.

Recyclingmöglichkeit: Etwa 29% sind als recycelbares Material zu nutzen. Das gilt für die Non-Food-Artikel wie Shampoo, Waschmittel, Motoröl; Kunststofflöffel und Möbel, Rohrleitungen, Recyclingbehälter, Zäune, Bodenfliesen, Eimer, Kisten, Blumentöpfe, Gartenumrandungen und Folien.

Alternativen: Verwenden Sie wiederverwendbare Flaschen aus Glas oder Edelstahl als Vorratsbehälter für Lebensmittel. Kaufen Sie nur Glasbehälter und verwenden Sie diese wieder. Einmachgläser sind unglaublich vielseitig. Verwenden Sie wiederverwendbare Beutel aus Naturfasern, wie z. B, aus Baumwolle oder Hanf.

Polyvinylchlorid – auch als Vinyl oder PVC bekannt

Beschreibung: Polyvinylchlorid war lange Zeit das zweithäufigste genutzte Kunststoffharz der Welt. Jedoch hat sich der Verbrauch und Einsatz von PVC oder Vinyl aufgrund der ernsten Probleme für Gesundheit und Umwelt, im Zusammenhang mit seiner Herstellung, Verwendung und Entsorgung, reduziert.

PVC gilt mittlerweile als toxisch und gesundheitsgefährdend. Aufgrund seiner kostengünstigen Vielseitigkeit ist es jedoch nach wie vor beliebt und wird immer noch eingesetzt. Die Hauptsubstanz ist Vinylchlorid. Chloride enthalten giftige Substanzen und sind die Ursachen vieler Probleme mit PVC. PVC enthält zahlreiche weitere Chemikalien, einschließlich Weichmachern, wie Phthalate. Dies geben den Produkten die Möglichkeit von starr, weich bis zu lederartig zu sein und sind damit vielseitig verwendbar.

Eigenschaften: Vielseitigkeit, hohe Mischbarkeit mit anderen Stoffen, Festigkeit, Zähigkeit, Klarheit, Transparenz.

Typische Verwendung: Weiches PVC (mit Weichmachern weichgemacht), welches in Spielzeugen verwendet wird, Transportboxen für Lebensmittel, Frischhaltefolie, Plastikflaschen, Shampooflaschen, Mundwasserflaschen, Speiseöl in Plastikverpackungen, Waschmittel- und Fensterreinigungerflaschen, Duschvorhänge, medizinische Schläuche, Kleider mit chemischen Fasern, Draht- und Kabelisolierung, Teppichrücken und Bodenbeläge. Hart-PVC wird für Verpackungen, Kreditkarten, Rohrleitungen (z. B. für Sanitärinstallationen), Vinylverkleidungen, Fensterrahmen, Zäune, Beläge und andere Baumaterialien verwendet.

Toxizität: PVC gilt weithin als der giftigste und gefährlichste Kunststoff, der immer noch zur Herstellung zahlreicher Verbraucherprodukte (PVC1, PVC2) verwendet wird. Es kann eine Vielzahl von toxischen Chemikalien enthalten und/oder auslaugen, was wiederum chemische Prozesse freisetzt. Um das PVC weich und geschmeidig halten zu können, sind Bisphenol A (BPA), Phthalate, Blei, Dioxine, Quecksilber und Cadmium zugefügt. Hier ist ein Vorgeschmack auf den toxischen Lebenszyklus von PVC:

• Das Vinylchlorid-Monomer, aus dem PVC hergestellt wird, ist ein bekanntes Karzinogen (PVC3) und stellt daher die Arbeiter und Arbeiterinnen in der Produktion und die umliegenden Gemeinden in Gefahr (PVC1).

• Weiches PVC ist in Spielzeug, Verpackungen und Flaschen enthalten, und kann Phthalate auslaugen. Zum Beispiel sind Di (2-ethylhexyl) Phthalate (DEHP) und Butylbenzylphthalat (BBzP) zwei Phthalate, die üblicherweise als Weichmacher verwendet werden.

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DEHP und BBzP sind endokrine Disruptoren, die das weibliche Hormon Östrogen imitieren, sie lösen zudem starkes Asthma aus und können für viele allergische Symptome bei Kindern verantwortlich sein, welche in Häusern leben, in denen PVC verwendet wird. Diese Weichmacher können bestimmte Arten von Krebs verursachen, einschließlich Brustkrebs (PVC7).

Jüngste Rechtsvorschriften für Verbraucherprodukte in Europa, Kanada und den USA, verbieten DEHP und BBzP sowie andere gefährliche Phthalate bei der Verwendung in Kinderprodukten in einer Konzentration von mehr als 0,1% (PVC8, PVC9, PVC10).

• Wenn PVC verbrannt wird (z. B. durch Müllverbrennung, Auto- oder Hausbrand), werden Dioxine gebildet. Dioxine sind krebserregende, persistente organische Schadstoffe und gelten als eine der giftigsten Arten von Chemikalien, die jemals getestet wurden (PVC1, PVC11).

Recyclingrate: Sehr niedrig (PVC12). PVC wird selten recycelt, da dies schwierig ist. Es sollte nicht recycelt werden, da es den Recyclingstrom verunreinigt. Recyceltes PVC kann für Verpackungen, Bindemittel, Beläge, Verkleidungen, Dämmstoffe, Schmutzfänger, Folien und Platten, Bodenbeläge, Gartenschläuche verwendet werden.

Alternativen: Verwenden Sie wiederverwendbare Flaschen und Vorratsbehälter für Lebensmittel aus Glas oder Edelstahl. Benutzen Sie möglichst keine Lebensmittelverpackungen aus Plastik, stattdessen verwenden Sie recycelte Kartons. Verwenden Sie für Verpackungen Papier, recycelte Zellstoffwatte oder kompostierbare organische Stoffe, Hanf- oder Baumwollduschvorhänge. Ökologisches Bauen ist heute kein Problem mehr und es gibt mittlerweile zahlreiche gesunde und umweltfreundliche Alternativen für Vinyl-Baumaterialien.

Teil III folgt in Kürze.

(Übersetzt und bearbeitet von Jacqueline Roussety)

Lesen Sie auch die anderen Teile:

Wie schädlich sind Plastik- und Kunststoffverpackungen? – Teil 1 – Polyethylen & PET

Wie schädlich sind Plastik- und Kunststoffverpackungen? – Teil 3 – Polypropylen (PP) und Polystyrol (PS)

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