Biopiraterie: Forscher entdecken Blume, die Diabetes natürlich behandelt – Pharmaindustrie entwickelt synthetische Version

Von 26. September 2016 Aktualisiert: 26. September 2016 19:19
Israelische Forscher entdeckten eine Blumeart, die den Typ-2-Diabetis natürlich und wirksam behandelt. Da es nicht profitabel ist, dem Kranken die Heilpflanze in ihrer natürlichen Form zur Verfügung zu stellen, werden nun fragliche Stoffe isoliert, um ein vermarktungsfähiges Medikament entwickeln zu können.

Israelische Forscher entdeckten in ihrer Region eine Blumeart, die den Typ-2-Diabetis allein mit der Kraft der Natur behandelt – ohne die Notwendigkeit weiterer Medikamente, Injektionen und deren gefährlicher Nebenwirkungen. Diabetes wird inzwischen als die neue Volkskrankheit bezeichnet.

95 % der Diabeteserkrankten leiden in Deutschland vor allem an Diabetes mellitus Typ 2. Diabetes Typ 2 hat sich zu einer regelrechten Massenerkrankung gesteigert. Das betrifft mittlerweile knapp 10 % der Bevölkerung. Wird diese Form von Diabetes rechtzeitig erkannt, kann eine Gewichtsreduktion, körperliche Aktivitäten und eine gesunde Ernährung Diabetes Typ 2 heilen. Doch zumeist wird diese Form des Diabetes zu spät erkannt und die Patienten müssen sich ein Leben lang Insulin spritzen. Wenn nicht rechtzeitig Abhilfe geleistet wird, kann jede Form von Diabetes zu schweren gesundheitlichen Problemen führen, einschließlich Schäden an den Nieren, des Nervensystems und der Blutgefäße. Ignoriert man diese Krankheit kann es auch bei der Typ 2-Erkrankung kurzfristig zum Tode führen.

Was ist Diabetes?

Wenn Zucker (Glucose) durch Insulinmangel als Energiequelle für die Körperzellen ausfällt, werden stattdessen wichtige körpereigene Fette und Eiweiße abgebaut und für die Energiegewinnung verwendet. Wenn der Fett- und Eiweißabbau im Rahmen bleibt (wie das beim Gesunden in kurzzeitigen Hunger- oder Hochleistungsphasen der Fall sein kann), ist das nicht weiter tragisch. Bei einem absoluten Insulinmangel kommt es jedoch zu einem nahezu kompletten Fettabbau. Insulin besitzt nicht nur die Aufgabe, Glucose in die Körperzellen zu schleusen, Insulin ist auch maßgeblich am Fettstoffwechsel beteiligt, indem es den Aufbau von Fettsäuren aus überschüssiger Glucose aktiviert, die Aufnahme der so gebildeten Fette in die Fettzellen fördert und jeglichen Fettabbau verhindert.

Fehlt nun Insulin, dann geschieht das Gegenteil. Fett wird abgebaut, und zwar in solchen Mengen, dass es zu vermehrten Ablagerungen an den Blutgefäßwänden kommt. Durchblutungsstörungen und Arteriosklerose sind die Folgen. Das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt. Diabetes hat sich inzwischen zu einer globalen Epidemie entwickelt. Mittlerweile leiden auch viele Kinder und Jugendliche unter dem Diabetes Typ 2. Hier sind eindeutig eine falsche Ernährung und Bewegungsmangel der Auslöser. Nach Schätzungen der WHO wird sich Diabetes bis zum Jahr 2030 zur siebten führenden Todesursache entwickeln. Diese Erkenntnis ist mehr als erschreckend. Denn je moderner wir leben, umso mehr bekommen wir die Quittung dafür. Diabetes wird mittlerweile von führenden Gesundheitsinstitutionen als weltweite Pandemie bezeichnet.

Und nun soll es Heilung aus der Natur geben? Aber diese Möglichkeit wird uns nicht geschenkt! Denn die Pharmaindustrie beginnt nun eine synthetische Version dieses Stoffes zu entwickeln anstatt die eigentliche Pflanze als therapeutische und alternative Möglichkeit für die Patienten zu verwenden und freizugeben. Das Forscher-Team arbeitet mit großen Pharmaunternehmen zusammen, um den heilenden Wirkstoff der Pflanze zu isolieren, so dass das Substrat synthetisiert werden kann um dann ein patentiertes, unternehmenseigenes Arzneimittel in großer Menge herzustellen. Das verspricht einen Milliardengewinn.

Die Blume ist als „Chiliadenus iphionoides“ bekannt, oder „scharfe Varthemia“ und hat einen gedrungenen, pelzigen aussehenden Stiel, an dessen Ausläufern stachelige gelbe Blüten gebildet werden. Sowohl in Experimenten mit pflanzlichen wie auch tierischen Zellen, wurden in Auszügen aus diesem aromatischen Strauch antidiabetische Aktivitäten nachgewiesen, die dabei helfen, die Zuckeraufnahme in Muskel- und Fettzellen zu verbessern, sowie den Blutzuckerspiegel zu senken.

Basierend auf diesen erfolgreichen Ergebnissen, wie im Journal of Ethnopharmacology berichtet, ist diese altbekannte Blume ein Geschenk des Himmels für die Menschen, die an Diabetes mellitus leiden. In Amerika mittlerweile ist dies die siebthäufigste Todesursache. Diese Krankheitsform ist nicht angeboren, wie der Diabetes Typ 1, sondern wird ausschließlich durch unsere Essgewohnheiten ausgelöst. Hier sind vor allen Dingen die Faktoren Übergewicht, Bewegungsmangel und die Vorliebe für eine kohlenhydratereiche Ernährung das Problem. Von daher lässt sich sagen, dass ein gewisser Lifestyle einfach zu vermeiden ist, um nicht an Diabetes Mellitus Typ 2 zu erkranken. Auch in Deutschland ist dieses Form der Diabetes in erschreckendem Maße angestiegen. Sie macht auch nicht vor jungen Menschen halt. Aber weder in Europa noch die Menschen in Amerika, werden jemals die Chance bekommen, die Vorzüge dieser Pflanze zu nutzen. Weder in der Apotheke, noch bei unserem Arzt oder sonst wo.

Die Blume „Chiliadenus iphionoides“ kann als Gesamtprodukt nicht patentiert werden, so versuchen Pharmafirmen einen Auszug zu nehmen, um davon zu profitieren. Es ist nicht so, dass diese alte Heilpflanze nicht als Behandlungsmethode bei einer Diabeteserkrankung wirksam ist. Forscher, die den Nutzen entdeckten, konnten folgendes in ihrer Studie festhalten:

„Extrakte der Chiliadenus Iphionoides sind in der Lage eine Insulinsekretion in bestimmten Zellen zu erhöhen, sowie die Glukoseaufnahme in Adipozyten und Skelett Myotuben. Bei Studien mit Ratten konnten auch hypoglykämische Aktivitäten nachgewiesen werden, als die Extrakte eingespritzt wurden. Damit ist erwiesen, das Chiliadenus Iphionoides erhebliche antidiabetische Aktivitäten besitzt, wobei der Wirkungsmechanismus noch bestimmt werden muss.“

Das ist ganz klar ein positives klinisches Ergebnis. Aber es nützt nichts, um die Geldbörsen der Pharma-Industrie CEOs und Führungskräfte zu füllen, denn die können nur von einer Studie profitieren, wenn medizinische Komponenten isoliert und synthetisiert werden, da natürliche Pflanzen nicht patentiert werden (zumindest noch nicht) können. Das heißt nämlich, dass die Natur noch jedem gehört und nicht einzelnen Unternehmen. Für die großen Pharmaunternehmen erbringt es keinen Erlös, wenn die Pflanze als Ganzes verkauft wird. Denn im Prinzip kann sich jeder diese wild wachsende Pflanze ja auch selbst pflücken.

Stattdessen werden die Wissenschaftler einen Weg finden müssen, um die heilenden Wirkstoffe dieser Pflanze zu extrahieren, was an und für sich ein absurdes Unterfangen ist, da Pflanzen in der Regel eine Vielzahl von bioaktiven Komponenten enthalten, die synergetisch zur Förderung der Heilungsprozesse arbeiten. Die Komplexität dieser Synergie ist weit entfernt von dem, was jeder Wissenschaftler jemals begreifen wird, nämlich, die Geheimnisse der Naturheilkunst vollends zu entschlüsseln. Aber nichts davon ist wirklich von Bedeutung, wenn es um Profite geht.

Biopiraterie ist eine Grundlage der pharmazeutischen Industrie

Natürliche Pflanzen und Kräuter sind viel wirksamer, aber sie versprechen keine Milliardengewinne. Im Falle unsere alten heilkräftigen Blume arbeiten Wissenschaftler im Auftrag von Mogulen der Pharmaindustrie, die zu erkennen glauben, welches die heilende Komponenten der Pflanze sind. Die isolierten Stoffe werden sie dann als ein profitables Medikament entwickeln, dann patentieren und für Milliarden von Dollar verkaufen können. Falls jemand es wagen sollte, die Pflanze als alternatives Heilmittel zu verkaufen, wird es sicherlich großangelegte Gutachten geben, die besagen, dass diese Pflanze als ungenehmigte Droge nicht verkauft werden darf. Ein solches Szenario ist Biopiraterie in seiner reinsten Form. Die heilenden Wirkungen und Kräfte der Natur werden ihrer Bedeutung beraubt, um Anteile davon in Profit umzuschlagen. Das ist ein Fundament, auf dem die Pharmaindustrie aufgebaut ist.

Biopiraterie ein Drogengeschäft

Es ist genau dieselbe Vorgehensweise, die Drogen-Unternehmer bei der Madagaskar Immergrünpflanze verwendeten, einer in Afrika beheimateten Heilpflanze, die als natürlicher Appetitzügler wirkt. Diese wildwachsende Pflanze ist auch wirksam bei der Behandlung von Leukämie. Als die Pharmaunternehmen davon erfuhren, wurden auch hier Extrakte der Pflanze isoliert, synthetisch hergestellt um sie dann mit großem Gewinn zu verkaufen. Bio-Raub in seiner unerträglichsten Form.

„Wir müssen mehr tun, um die Menschen in den Entwicklungsländern über Biopiraterie zu informieren“, sagte Yoke Ling Chee des Third World Network, „Aber wir müssen auch mehr Bewusstsein bei den Verbrauchern schaffen, damit sie bei der Verwendung von Produkten wissen, dass Biopiraterie im Spiel sein könnte.“

Quellen:

Anti-diabetic activity of Chiliadenus iphionoides

Researchers discover ancient flower that naturally treats diabetes; Big Pharma immediately begins developing synthetic version

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