Hanf – smarte Alternative

Von 13. November 2007 Aktualisiert: 13. November 2007 12:51
Der ökologische Wert straft Vorurteile Lügen

Ein Wunder, dass Hanf nicht stärker auf kommerzieller Basis verwendet wird. Denn bei näherer Betrachtung seiner zahllosen Verwendungsmöglichkeiten bemerkt man, dass er eine der stärksten und beständigsten Pflanzenfasern ist, die die Natur bietet.

In unserer Gesellschaft, die die Realitäten der Konsequenzen des Missbrauchs der Umwelt inzwischen anerkennt, blühen grüne Kampagnen auf, wohin man auch sieht. Kann Hanf dabei helfen, unseren Planeten zu retten?

Colin Buckler von G.R.E.E.N Hemp in Australien denkt ja. Nachdem er gesehen hatte, „wie Baumwollanbau-Praktiken wertvolles, reiches Land zerstört haben“, beteiligte sich Buckler an der Hanfindustrie. Der Name G.R.E.E.N steht für Global Revival of Environmental Economic Nations, zu deutsch in etwa: Globale Wiederbelebung umweltfreundlicher Wirtschaftsnationen und stellt in Australien bereits seit den späten 1980ern Hanfprodukte her. „Wir von G.R.E.E.N fördern eine weltweite Hanfindustrie und regen die Hanfproduktion in allen verschiedenen Ländern an“, sagt Buckler.

Pestizidfreier Anbau schützt Umwelt

Hanf hat eine sehr lange Geschichte, was den Anbau und die Kultivierung der Pflanze betrifft. Er wird seit mehr als 6000 Jahren für Textilien, Papier, Baumaterialien, Nahrungsmittel, Hautpflege und in der Medizin genutzt. Bis zum Jahr 1883 war Hanf die Quelle für 75-90 Prozent aller Papierproduktionen. Hanfpapier ist säurefrei, was bedeutet, dass es sich nicht gelb verfärbt und eine Lebensspanne von 1.500 Jahren hat. Vergleichsweise länger als aus Papiere, bei denen der Zellstoff aus Holz gewonnen wird, die nur eine Lebensdauer von circa 75 Jahren haben.

Weltweit gesehen sind die Einsparungen an Abfallstoffen bei der Nutzung von Hanf-Zellstoff im Vergleich zu dem aus Holz gewonnenen erstaunlich. Hanfpapier zu bleichen benötigt nur umweltverträgliches Hydrogenium anstelle der chlorhaltigen Bleichmittel, die man für Holz-Zellstoffpapiere benutzt, die dann in die Flüsse entsorgt werden. Darüber hinaus kann der Hanfanbau ohne jegliche Insektizide oder Pestizide erfogen, die Pflanze resistent gegenüber Schädlingen ist. In der Papierproduktion und bei der Herstellung anderer Materialien wie Leinwand und Kleidung, ist es der Stengel des Hanfs, der benutzt wird. Er hat keine psychoaktiven, berauschenden Inhaltsstoffe vorzuweisen. Außerdem handelt es sich dabei um Faserhanf, eine Sorte, die nicht zur Herstellung von Cannabis geeignet ist.

{L:2} Obwohl Hanf zahllose Vorteile für die Umwelt hat, wird es immer noch mehr als alternative Ressource betrachtet, denn als Teil der Hauptströmung für den Verbraucher. Buckler sagt, das liege an dem Mangel von Industrie in Australien und es brauche noch mehr Aufklärung über Hanf.

„Es gibt herrscht noch in vielen Teilen der Gesellschaft ein enormes Stigma, das mit Hanf verbunden wird“, sagt Buckler. „Ich wurde von einigen Schulen kontaktiert, die Informationen über industriell verwendeten Hanf aus dem Internet herunterladen wollten, aber die Schulcomputer haben „Hanf“‚ als verbotenes Thema blockiert. Das wirft einfach den industriellen Hanf mit der Sorte, aus der man THC-Drogen herstellt, in einen Topf“, so Buckler. Hanf ist verwandt mit der narkotischen Pflanze Cannabis Sativa. Er wird in nur vier Staaten Australiens legal angebaut und untersteht den Verordnungen der Regierung.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es zu machen Zeiten ironischerweise sogar rechtswidrig war, keinen Hanf anzubauen! Im Jahre 1535 verabschiedete Henry VIII. ein Gesetz, das von den Bauern verlangte, ein Viertel der 60 Morgen kultivierten Landes mit Hanf zu bepflanzen – oder eine Geldstrafe zu zahlen. Während dieser Zeit lieferte Hanf einen massiven Beitrag für die Textil-, Nahrungs- und Bauwerkstoffindustrien.

Die Anwendung der Pflanze hört nicht bei ihren Fasern auf, der Samen ist ebenfalls wertvoll und nützlich. Hanfsamenöl wird in der Körperpflege eingesetzt und etwa Shampoos, Haarspülungen, Hand- und Körperlotionen, Bade- und Massageölen, Feuchtigkeitscremes, Salben und Lippenbalsamen beigemischt. Es ist auch dafür bekannt, bei Akne, kleinen Schürfwunden und Ekzemen Erleichterung zu verschaffen. Die Vielfalt seiner Verwendungsmöglichkeiten, sowie die rückstandsfreie biologische Abbaubarkeit, läßt es diesem wertvollen Naturprodukt wünschen, sich eine größere Nische auf dem Markt zu erobern.

Im Original: http://en.epochtimes.com/news/7-10-23/61047.html

Text erschienen in Epoch Times Deutschland Printausgabe Nr.11

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