Tabletten.Foto: iStock

Sozialexpertin alarmiert: Ärzte verschreiben immer mehr Antidepressiva und Schmerzmittel

Epoch Times3. August 2021 Aktualisiert: 3. August 2021 10:10

Seit dem Jahr 2010 ist die Zahl an verschriebenen Antidepressiva und Schmerzmitteln stark gestiegen. Das berichtete die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ, Dienstagsausgabe) unter Berufung auf eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion. Wurden 2010 noch 1174 Milliarden Tagesdosen Antidepressiva verordnet, so waren es 2019 bereits 1609 Milliarden – das entspricht einem Plus von 435 Millionen Dosen. Das Ministerium berief sich auf den Arzneiverordnungs-Report 2020, aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

Auch bei Schmerzmitteln aus der Gruppe der Opioide war dem Bericht zufolge ein deutliches Plus zu verzeichnen: Die verschriebenen Dosen stiegen von 387 Millionen Tagesdosen im Jahr 2010 auf 439 Millionen Dosen im Jahr 2019. Bei den übrigen Schmerzmitteln stiegen die Verschreibungen laut „NOZ“ von 193 Millionen Tagesdosen auf 262 Millionen. Auch bei den Neuroleptika – Medikamenten mit beruhigender und antipsychotischer Wirkung – war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.

Die Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann sagte der „NOZ“, es sei erfreulich, dass psychische Erkrankungen und chronische Schmerzen häufiger erkannt und behandelt würden. „Dennoch ist die stetige Zunahme der Verschreibungen auch ein Alarmsignal.“

Oftmals stünden Belastungen im Arbeitsleben hinter den Erkrankungen, deswegen sei deutlich mehr Prävention notwendig, warnte die Abgeordnete. „Das setzt bei den Arbeitsbedingungen und der Arbeitsorganisation an.“ Der Gesetzgeber wiederum müsse den Arbeitsschutz stärken.

Die Krankenkasse DAK hatte Mitte Juli gewarnt, dass die Zahl von Menschen mit Depressionen und psychischen Erkrankungen während der Pandemie stark zugenommen habe. „Was uns als Folge aus den Lockdown-Zeiten noch bevorsteht, können wir heute nur schwer abschätzen,“ warnte DAK-Chef Andreas Storm. Strukturierte Behandlungsprogramme für Menschen mit Depressionen würden so schnell wie möglich benötigt. (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion