„Macron démission“ und „Merkel muss weg“: Demo-Wochenende im Partnerlook

Von 2. Dezember 2018 Aktualisiert: 3. Dezember 2018 8:03
Franzosen rufen: "Macron démission", Deutsche rufen: "Merkel muss weg" – einige Momentaufnahmen aus der französischen Provinz vom 1. Dezember 2018.

Gelb ist die Farbe, die Deutsche und Franzosen an diesem Wochenende verbindet. Am Grenzübergang Lauterbourg, nahe Kandel, treffen sie sich, um gegen die immer weiter steigenden Belastungen für Arbeitnehmer zu demonstrieren.

Macrons Ankündigung, ab Januar die Benzinpreise zu erhöhen, treibt sie auf die Straße. Aber auch sonst fühlen sich Frankreichs Arbeiter und Angestellte von ihrem Staat ungerecht behandelt. Ihr Protest richtet sich gegen Präsident Emanuel Macron, der vor der Wahl seinen Bürgern viel versprochen, aber wenig gehalten hat.

Deutsche Leitmedien berichten von randalierenden Gelbwesten in Paris und vermitteln ein einseitiges Bild der Protestbewegung. Hier in der Provinz geht es friedlich zu. Wer weiß wie lange noch. Die Menschen machen sich Sorgen. Der Druck im Kessel steigt. Einige Momentaufnahmen aus dem Grenzgebiet.

Franzosen rufen: „Macron démission“, Deutsche rufen: „Merkel muss weg“

Deutsche Demonstranten machen es den Franzosen nach. Auch sie ziehen gelbe Warnwesten an.

Eine Frau mit ihrem Rollator und einer Deutschlandfahne kommt aus dem fast 50 km entfernten Gernsbach nach Lauterbourg. Ihre Wohnung wurde wegen Eigenbedarf gekündigt, erzählt sie.

Eine neue Bleibe habe sie noch nicht. Hier trifft sie Menschen, die ihr wenigstens zuhören, die ihre Probleme verstehen. Sie macht mit beim Protest der Gelben.

Steuern und Abgaben fressen uns auf

Ein französischer Rentner (66 Jahre) schüttelt den Kopf. Seine Frau und seine Tochter sind vor kurzem verstorben. Er lebt allein und muss nun sehen, wie er zurechtkommt. Bei den Steuern und Abgaben als Alleinlebender hat er Mühe sein kleines Häuschen am Rande des elsässischen Hagenau zu finanzieren.

„Kommt eine Steuererleichterung, nimmt einem der Staat das Geld an anderer Stelle wieder weg“, sagt er. Er macht sich Sorgen.

Jeder der Demonstranten hat seine eigene Geschichte, warum er hier steht. Die Probleme scheinen die gleichen zu sein, diesseits und jenseits der Grenze. Die Elite hat sich selbst gut versorgt. Doch sie hat keinen Bezug mehr zu den Problemen der Bevölkerung.

Gegen 13:00 Uhr ziehen die deutschen Gelbwesten weiter zum nächsten Demo Termin nach Kandel. Hier demonstriert das „Frauenbündnis Kandel“ jeden Monat. Ursprünglicher Anlass war die brutale Ermordung der 15-jährigen Mia. Nicht nur die innere Sicherheit ist ihr Thema.

Blätter gegen das Vergessen in Kandel

Die Politik von Angela Merkel hat aus Sicht der Frauen viel Kritik verdient.

Soziale Ungerechtigkeit, Flüchtlingskrise, der UN-Migrationspakt und die schleichende Islamisierung Deutschlands treibt die Menschen auf die Straße.

Wenige Meter weiter eine linke Gegendemo. Die Polizei ist in Armeestärke angerückt. Sicher ist sicher.

Gegenüber: Die Antifa

Die Antifa mit roten Fahnen, darauf ein überdimensionales Logo. 16-18jährige Schüler und Studenten mit schwarzen Kapuzen und Sonnenbrillen sind die Kämpfer „gegen Rechts“.

Auf Kommando brüllen Sie etwas von der Internationalen, von Antifaschismus, Braunen und Nazis raus. Ob sie wirklich wissen, was Faschismus bedeutet? Zweifel sind angebracht.

Im Gegendemo-Lager sind auch Linke, Bunte, SPD „Omas gegen Rechts“ und „Wir sind Kandel“ – Seite an Seite. Die Linke übt den Klassenkampf in der südpfälzischen Provinz.

„OMAS GEGEN RECHTS ist eine Gruppe der Zivilgesellschaft, die gegen die Aushöhlung unserer Demokratie durch die aktuelle Regierung protestiert und zum zivilen Ungehorsam gegen Rassismus, Entrechtung und Sozialabbau aufruft!“ ist auf ihrer Facebook Seite zu lesen.

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Haben die Omas die Richtung verloren? Auch die Omas bei den Gelben machen sich Sorgen um die Zukunft ihre Kinder und Enkelkinder. Deshalb gehen sie auf die Straße. Sie sollten miteinander reden, statt Parolen zu brüllen. Vielleicht habe sie mehr Gemeinsamkeiten, als sie denken.

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