Henryk M. Broder: „Der Antifaschismus ist der Faschismus des 21. Jahrhunderts“

Von 10. Juni 2020 Aktualisiert: 11. Juni 2020 11:08
"Die sogenannte Antifa ist eine Mogelpackung", schreibt Henryk M. Broder, deutscher Publizist und Buchautor. Er erklärt auch, warum seiner Meinung nach der Antifaschismus der Faschismus des 21. Jahrhunderts ist.

„Der Antifaschismus ist der Faschismus des 21. Jahrhunderts. Und die sogenannte Antifa ist eine Mogelpackung, so wie einst ‚Ringverein‘ als Synonym für ‚organisierte Kriminalität'“, schreibt Henryk M. Broder in einem Gastbeitrag in „Welt“.

Die linke Gruppe nutze den Begriff Faschismus, um das Abfackeln von Autos, das Überfallen von Polizeistationen, das Besetzen von Häusern und ähnliches zu rechtfertigen. Doch in Wirklichkeit sei der „Faschismus“, den die Antifa vorgibt zu bekämpfen, nur ein Konstrukt, das der Selbstermächtigung diene.

„Der neue Faschismus wird sagen: Ich bin der Antifaschismus“

Jeden Tag würde der Satz „Rassismus ist keine Meinung, er ist Verbrechen“ verbreitet. Es werde ständig gegen Rassismus und Diskriminierung schwarzer Menschen demonstriert. Sogar bei Fußballspielen werde ein „Zeichen gegen Rassismus“ gesetzt.

Neben dem Ausspruch „Rassismus ist keine Meinung, er ist Verbrechen“ gebe es aber noch einen Satz der lautet: „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“ Und dieser Spruch macht laut Broder viel Sinn.

Die Antifa würde suggerieren, dass es aktuell Faschismus gebe. Doch wenn es den Faschismus heutzutage tatsächlich geben würde, wäre die Antifa längst verboten, betont Broder. Nur dort wo es keinen Faschismus gibt, könne eine Organisation wie die Antifa existieren.

Die Antifa ist nicht das Gegenteil von Faschismus

Der Faschismus, den die Antifa vorgibt zu bekämpfen, sei ein Hirngespinst, womit die Gruppe beispielsweise das Lahmlegen von Kraftwerken oder Gewalttaten legitimiert. Die Antifa würde einen „strukturellen Faschismus“ konstruieren, in dem alles dazugehöre, was der Antifa einen Anlass gibt, sich mit dem „System“ anzulegen.

Das Gegenteil von Faschismus sei nicht die Antifa, sondern „Rechtsstaat, Demokratie, Gewaltenteilung, das Gewaltmonopol des Staates und die Gewissheit, dass es nur ein DHL-Bote ist, der morgens um halb sieben vor der Tür steht und nicht ein Polizeikommando, das einen ‚Klimaleugner‘ sucht“, so Broder.

Eine Diskussion darüber, ob die Gewaltenteilung in Deutschland noch optimal funktioniert, sei legitim. Doch im Faschismus würden wir noch lange nicht leben, schreibt Broder weiter.

Die Antifa sei „ein Esel mit zwei Köpfen“. Der eine symbolisiere den nachgeholten Widerstand, den die Eltern und Großeltern nicht geleistet hätten und der andere Kopf würde einer nostalgischen Idee von Faschismus frönen.

Doch viel realer als der Faschismus sei die „digitale Diktatur“. Diese sei für die Menschen aber viel schwerer vorstellbar, obwohl sie über ihr Anfangsstadium bereits hinaus ist. „Joseph Goebbels hatte ein Gesicht, der Algorithmus ist gesichtslos.“

Die Antifa eine „Zivilgesellschaft“?

Die Antifa sei auch kein gemeinnütziger Verein, sondern „eine diffuse Idee“. Bezüglich dessen kritisiert Broder einen „Welt“-Artikel in dem steht, dass die Antifa eine „Zivilgesellschaft“ sei.

„Dort, wo es eine Antifa gibt“, sei das Leben „erträglicher“ und „wo sie die Oberhand hat“, auch „zivilisiert“, so der Bericht.

Weiter heißt es: Die Antifa sei „keine zentralistisch geführte Organisation“, sondern würde „aus einer Vielzahl unabhängiger Initiativen und Gruppen, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit engagieren“ bestehen. Die Antifa würde, zitiert Broder den „Welt“-Bericht weiter, „mit Bildungsarbeit und Freizeitangeboten der kulturellen Hegemonie der Neonazis entgegenwirken“.

Broder fragt, ob mit „Bildungsarbeit und Angebote für eine sinnvolle Freizeitgestaltung“ die auf der „indymedia“-Seite detailliert dokumentierten Gewalttaten gemeint seien – wie das „Entglasen“ von Büros politischer Gegner und das „Abfackeln“ von Autos unbotmäßiger Reporter?

„Welche Probleme hat denn die Antifa gelöst?“, fragt Broder weiter und verweist dabei darauf, „dass auch die Nazis Suppenküchen unterhalten haben und der ‚Eintopfsonntag‘ eine tolle Idee war.“


Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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