Gesichtserkennung am Smartphone ist weder bei Google noch bei Apple unproblematisch.Foto: iStock

Gesichtserkennung von Google entsperrt Smartphone auch bei geschlossenen Augen

Epoch Times22. Oktober 2019 Aktualisiert: 22. Oktober 2019 20:05
Nachdem ein Tweet zeigt, dass die Gesichtserkennung von Google auch "im Schlaf oder wenn du tot bist" funktioniert, meldet sich Google zu Wort. Eine Option für offene Augen scheint der IT-Riese jedoch vor dem Marktstart des Pixel 4 deaktiviert zu haben.

Google hat bestätigt, dass die Gesichtserkennung „Face Unlock“ des Pixel 4 Smartphones das Gerät entsperrt, selbst wenn Sie die Augen geschlossen haben. Dies ermöglicht jedoch fremden Personen, Zugriff auf sämtliche Funktionen Ihres Gerätes zu erhalten – einschließlich Bezahl-Funktionen.

„Wenn jemand Ihr Handy im Schlaf entsperren kann, ist das ein großes Sicherheitsproblem“, sagt der Cybersicherheitsexperte Graham Cluley. Im Gegensatz zu Apples Face ID ist es möglich, das Smartphone zu entsperren, wenn der Eigentümer gerade schläft.

„Ich würde nicht darauf vertrauen, dass es private Daten auf meinem Handy sichert.“

„Jemand Unbefugtes – aber auch Ihr Kind oder Partner – könnte das Telefon ohne Ihre Erlaubnis entsperren, indem er es vor Ihr Gesicht legt, während Sie schlafen“, sagte er BBC News. „Ich würde nicht darauf vertrauen, dass es die privaten Gespräche und Daten auf meinem Handy sichert.“

Ein Screenshot zeigt, dass Geräte die vor dem offiziellen Marktstart als Testgeräte ausgeliefert wurden, eine Funktion beinhalteten, die offene Augen erfordert. Gegenüber der BBC bestätigte ein Unternehmenssprecher jedoch, dass neuere Geräte diese Funktion nicht haben werden.

„Pixel 4 Face Unlock erfüllt die Sicherheitsanforderungen als starke biometrische Daten“, heißt es in einer Erklärung vonseiten Google.  Sherry Lin, Produktmanagerin für Pixel, fügte vor der Markteinführung hinzu: „Es gibt eigentlich nur zwei Lösungen für Gesichtserkennung, die die Messlatte für höchste Sicherheit erfüllen. Es ist unsere und die von Apple.“

„Höchste Sicherheitsanforderungen“ im Schlaf überwindbar

In der Vergangenheit stand auch die Gesichtserkennung von Apple in der Kritik. Vor etwa zwei Jahren konnten Nutzer ein iPhone nicht nur mit ihrem Gesicht entsperren, sondern auch mit einem (schlecht) gedruckten Foto.

Google versichert, dass Fotos oder Masken die Gesichtserkennung nicht täuschen kann. Eine mögliche Kopplung von Bewegungssensoren und Kamera in diesem Zusammenhang konnte BBC jedoch widerlegen.

So vermutete ein Twitter-Nutzer, der Bewegungssensor würde im gezeigten Beispiel erkennen, dass das Smartphone noch immer von derselben Person gehalten werde, und das Smartphone deswegen entsperren. Doch auch nachdem das Gerät einige Minuten mit dem Bildschirm nach unten auf dem Tisch gelegen hatte, entsperrte ein schlafendes Gesicht das Smartphone.

„Sichere“ Gesichtserkennung – Wozu?

Google erklärt auf ihrer Support-Webseite: „Wenn Sie auf Ihrem Pixel die Funktion „Face Unlock“ aktivieren, wird anhand von Bildern ein Modell Ihres Gesichts erstellt. Dieses wird […] ausschließlich für Face Unlock verwendet.“

Weiter heißt es, dass die Daten weder an Google gesendet noch mit anderen Apps und Diensten geteilt werden. Auch speichert das Smartphone die Bilder zur Erstellung des Gesichtsmodells nicht.

Im selben Atemzug werden die Nutzer jedoch auf die Risiken der Gesichtserkennung hingewiesen und Alternativen aufgezeigt. Das Wesentliche: Schalten Sie die Gesichtserkennung ab, wenn Sie sicher sein wollen. (ts)



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