EVP-Vorsitzender und ehemaliger EU-Ratspräsident Donald Tusk.Foto: Michael Kappeler/dpa/dpa

EVP-Chef Tusk fordert Ausschluss von Orbán-Partei aus EU-Parlamentsfraktion

Epoch Times17. November 2020 Aktualisiert: 17. November 2020 8:55

Der Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Donald Tusk, hat den Ausschluss der Partei des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán aus der EVP-Fraktion im EU-Parlament gefordert. Er erwarte von allen EVP-Parteien eine klare Position zum Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit, begründete Tusk seine Forderung am Montag (16. November) im Online-Dienst Twitter. Der Ex-EU-Ratspräsident und frühere polnische Ministerpräsident reagierte damit auf das ungarische Veto gegen den künftigen EU-Haushalt.

„Gegner unserer Grundwerte sollten von niemandem mehr geschützt werden“, erklärte Tusk. Ungarn und Polen hatten sich zuvor gegen den von den EU-Staats- und Regierungschefs erzielten Kompromiss gewandt, EU-Gelder bei Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit künftig zu kürzen.

Am Montag verweigerten sie die Zustimmung zu einem Beschluss zur Vergrößerung des EU-Haushaltsrahmens für den 750 Milliarden Euro schweren Fonds zur Überwindung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Auch beim EU-Haushalt für die kommenden sieben Jahre machten Budapest und Warschau „Vorbehalte“ geltend.

Die ab Anfang kommenden Jahres geplanten Auszahlungen aus dem 1,8 Billionen Euro schweren Finanzpaket könnten sich damit verzögern. EU-Vertreter sprachen von einer schweren Krise.

Polnische Parteien gehören nicht der EVP-Fraktion an. Bereits im April hatten 13 von 82 Parteien im EVP-Verbund gefordert, Orbáns Partei Fidesz auszuschließen. Damals wurde die Forderung vor allem von der deutschen CDU-CSU-Gruppe blockiert. Allerdings ist die Mitgliedschaft der Orbán-Partei in der EVP bereits seit März 2019 ausgesetzt. (afp/sza)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN
Kommentieren
Werte Leserinnen und Leser,
Ihre Kommentare sind uns willkommen, bitte lesen Sie vorher die Netiquette HIER.
Die Kommentare durchlaufen eine stichprobenartige Moderation.
Beiträge können gelöscht oder Teilnehmer können gesperrt werden.
Bitte bleiben Sie respektvoll und sachlich.

Ihre Epoch Times-Redaktion