Das Innere eines Atomkraftwerks.Foto: SAMEER AL-DOUMY/AFP via Getty Images

Gutachten im EU-Auftrag: Atomkraft ist nachhaltiger Energieträger

Von 3. April 2021 Aktualisiert: 3. April 2021 14:20
Findet der „Green New Deal“ der EU nicht nach den Regeln der Ökologiebewegung statt? Ein jüngstes Gutachten des im Auftrag der Brüsseler Kommission tätigen Forschungszentrums JRC kommt zum Schluss, dass Atomkraft aus wissenschaftlicher Sicht nachhaltig Energie produziert.

Ein Gutachten, das vom Joint Research Centre (JRC), dem wissenschaftlichen Beirat der Europäischen Union, jüngst vorgelegt worden ist, betrifft zwar vor allem Geldanleger, es könnte jedoch, folgt ihm die EU-Kommission, auch einen wichtigen Schritt hin zu einer realistischen Ausgestaltung des „Green New Deal“ darstellen, mit dessen Hilfe die EU bis 2050 „Klimaneutralität“ durch Einsparung von CO2-Emissionen herstellen will.

Wie „Euractiv“ berichtet, hat die EU das Gutachten beim Gemeinsamen Forschungszentrum in Auftrag gegeben, um klären zu lassen, ob Nuklearenergie künftig als „nachhaltiges Investment“ eingeordnet werden soll.

Die Frage ist insbesondere für Geldanleger und Investoren von Belang: Immerhin sind Investitionen in Projekte, die den strengen Zertifizierungsbestimmungen für Nachhaltigkeit genügen, welche die EU aufstellt, für die Anleger mit Vergünstigungen verbunden. Ab 2022 soll es eine sogenannte Öko-Ampel der EU-Kommission geben, die für alle Mitgliedstaaten verbindlich sein soll.

Einem geleakten Dokument zufolge, das Euractiv und weiteren Medien zugespielt wurde, hieß es, dass Nuklearenergie diese Einstufung verdiene, weil sie nur sehr wenig Emissionen des Atmosphärengases CO2, das angeblich eine menschengemachte Erderwärmung bewirkt, produziere.

Lagerung von Atommüll in tiefen Gesteinsschichten „angemessen und sicher“

Der Bericht soll noch im Laufe der Woche veröffentlicht werden. In ihm heißt es, es seien „keine wissenschaftlich begründeten Beweise in der Analyse zutage getreten, wonach Kernenergie der menschlichen Gesundheit oder der Umwelt größeren Schaden zufüge als andere Technologien zur Elektrizitätsgewinnung“.

Auch die Atommüll-Problematik müsse nicht überbewertet werden. Die Lagerung in tiefen geologischen Formationen sei „angemessen und sicher“, heißt es in dem Gutachten. Derzeit sei keine langfristige Lösung bezüglich dieser Problematik etabliert, da sich Technologien, die sich mit dieser Frage auseinandersetzten, immer noch „in einer Demonstrations- und Testphase befinden“.

Allerdings würden Länder wie Frankreich, Schweden und Finnland, die sich einer fortgeschrittenen Phase der Implementierung eigener tiefengeologischer Lagerungsstätten befänden, möglicherweise noch in diesem Jahrzehnt entsprechende Technologien in Anwendung bringen.

Atomkraft „mittlerweile sicherer als andere Technologien zur Elektrizitätserzeugung“

Zwar bestritten die Gutachter nicht, dass schwere atomare Unfälle „nicht mit 100-prozentiger Sicherheit ausgeschlossen“ werden könnten, die Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts sei jedoch „extrem niedrig“. In den Jahren nach Tschernobyl sei zunehmend nur noch Reaktoren der dritten Generation eine Betriebserlaubnis erteilt worden. Bei diesen sei die Gefahr tödlicher Zwischenfälle „die niedrigste unter allen Technologien zur Elektrizitätserzeugung“.

Der Ausbau der Kernenergie wird von Klimaschutz-Bewegungen als wirksamer Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen betrachtet, die diesen Aspekt als zentrales Anliegen hinter ihren Bemühungen betrachten. Sie versprechen sich davon eine Sicherung von Wohlstand und Wachstum bei gleichzeitiger Minimierung angeblich klimaschädlicher Treibhausgase.

Demgegenüber lehnen Bestrebungen die Atomkraft als Mittel zur Reduktion von CO2-Emissionen ab, die mit dem Klimaschutz auch die Forderung nach einer umfassenden Veränderung der Wirtschafts- und Lebensweise im Westen verbinden – und die Wachstumswirtschaft generell infrage stellen.

Deutschland gilt als eine der treibenden Kräfte dieses Vorhabens und entsprechend gibt es Kritik an dem Gutachten aus den Reihen der Grünen, die in diesem Zusammenhang nicht der Wissenschaft folgen wollen.

Grüne fordern „Protest“ und Gegengutachten der Bundesregierung

Die atompolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, erklärt im „Spiegel“, von der JRC, die „direkt von der Europäischen Atomgemeinschaft gefördert“ werde, könne „niemand einen unabhängigen Bericht zu den Gefahren der Atomkraft erwarten“. Die Politikerin forderte einen „Protest“ der Bundesregierung gegen das Gutachten und die Vorlage einer eigenen Expertise.

Immerhin will die Kommission noch zwei weitere Expertenausschüsse in den kommenden drei Monaten mit dem Gutachten befassen, ehe die Kommission eine finale Entscheidung trifft.



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