US-Präsident Joe Biden.Foto: Drew Angerer/Getty Images

„Holen Sie sich den Booster“: USA beginnen Kampagne für Corona-Drittimpfung

Epoch Times25. September 2021 Aktualisiert: 25. September 2021 8:28

In den USA hat eine großangelegte Kampagne für Corona-Auffrischungsimpfungen begonnen. US-Präsident Joe Biden sagte am Freitag, rund 20 Millionen Erwachsene hätten ab sofort Anrecht auf eine Drittimpfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer. „Holen Sie sich den Booster“, sagte der Präsident im Weißen Haus. Zuvor hatte die Chefin der Gesundheitsbehörde CDC ein Machtwort in dem Streit darüber gesprochen, welche Bevölkerungsgruppen Anrecht auf die Booster-Impfung bekommen.

Die CDC empfiehlt fortan eine Drittimpfung für alle Menschen ab 65 Jahren, für Menschen mit erhöhtem Risiko für eine schwere Erkrankung und für Beschäftigte in Berufen mit hohem Ansteckungsrisiko, etwa für Gesundheitspersonal und Lehrer. Möglich ist die zusätzliche Impfdosis sechs Monate nach der zweiten Dosis.

Die Arzneimittelbehörde FDA hatte am Mittwoch den Biontech/Pfizer-Impfstoff für die Auffrischungsimpfung bei diesen Bevölkerungsgruppen zugelassen. Wer tatsächlich Zugang zu der dritten Impfdosis erhält, musste dann aber die CDC entscheiden. Ein CDC-Expertengremium stimmte am Donnerstag noch mit neun zu sechs Stimmen gegen eine Aufnahme von Beschäftigten in Berufen mit hohem Ansteckungsrisiko in die Auffrischungskampagne. Die Debatte spiegelt die gespaltene Expertenmeinung in der Frage der Sinnhaftigkeit von Auffrischungsimpfungen für jüngere Menschen wider.

„Höchstes derzeit verfügbares Maß an Schutz“

Das letzte Wort lag nun bei CDC-Chefin Rochelle Walensky. Diese setzte sich in einem seltenen Schritt über die Empfehlung der Experten ihres Hauses hinweg und schloss sich der Auffassung der FDA an. „In einer Pandemie müssen wir, auch wenn es Unsicherheiten gibt, Schritte ergreifen, von denen wir annehmen, dass sie zum größten Allgemeinwohl führen“, erklärte Walensky.

Damit haben nach jetzigem Stand rund 20 Millionen Menschen Anspruch auf die Drittimpfung. In den kommenden Wochen wird die Zahl auf 60 Millionen ansteigen, weil die zweite Impfung bei immer mehr Menschen mindestens sechs Monate zurückliegen wird. Bereits im August hatten die Gesundheitsbehörden eine dritte Corona-Impfdosis für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem zugelassen.

Eine Empfehlung für eine Auffrischungsimpfung mit den Vakzinen von Moderna und Johnson & Johnson, die in den USA ebenfalls eingesetzt werden, gibt es noch nicht. Präsident Biden hatte eigentlich bereits am vergangenen Montag mit der Auffrischungskampagne beginnen wollen – und zwar mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna.

Der Präsident sagte am Freitag, die Auffrischungsimpfung biete „das höchste derzeit verfügbare Maß an Schutz“. Auch er selbst werde sich bald eine Booster-Impfung geben lassen.

Umstrittene Auffrischungsimpfungen

Biden erneuerte zudem seinen Appell an bislang ungeimpfte Menschen, sich impfen zu lassen. „Das ist eine Pandemie der Ungeimpften“, mahnte der Präsident zum wiederholten Male. Mehr als 70 Millionen Menschen mit Anspruch auf eine Impfung hätten sich noch nicht impfen lassen. Sie würden in den USA „viel Schaden anrichten“, etwa durch eine Überlastung von Krankenhäusern im Fall einer Erkrankung.

Die Frage einer Auffrischungsimpfung ist umstritten. Befürworter einer Drittimpfung argumentieren, eine zusätzliche Impfdosis erhöhe den Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus, insbesondere in Anbetracht der Ausbreitung der Delta-Variante.

Gegner einer Auffrischungsimpfung erklären dagegen, zwei Impfdosen würden bereits ausreichenden Schutz bieten. Sie argumentieren zudem, der Schwerpunkt müsse darauf liegen, nicht geimpfte Menschen zu impfen – in den USA, aber auch in Entwicklungsländern, wo ein Mangel an Impfstoffen herrscht. (afp/oz)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion