Angespanntes Verhältnis: Chinas Finanzminister Lou Jiwei und FED Chefin Janet Yellen.Foto: WILLIAM WEST / AFP / Getty Images

Chinas Crash-Prophet Nr. 1: „Das QE-Ende der FED ruiniert China“

Von und 5. November 2014 Aktualisiert: 5. November 2014 12:23

Lange hat China vor diesem Moment gezittert, nun ist er da: Die US Notenbank Federal Reserve hat ihre Politik der Quantitativen Lockerung (QE) beendet. Die Maßnahme der FED könnte sich für den chinesischen Kapitalmarkt regelrecht als Killer erweisen, Kräfteverhältnisse zum Kippen bringen und eine Kettenreaktion auslösen. Warum? Weil der Yuan (Renminbi) keine freie Währung ist – er wurde vom chinesischen Regime an den US-Dollar gekoppelt. Wenn jetzt der Dollar steigt, wird auch der Yuan steigen und Chinas angeschlagenes Wirtschaftssystem weiter in Schieflage bringen. Und dies dürfte dazu führen, dass dem problembeladenen Drachen noch schneller die Puste ausgeht, als sowieso zu befürchten steht.

Was kommt nach der QE-Politik?

Am 29. Oktober erklärte die FED ihr Konjunktur-Programm für beendet, das sie in den Jahren nach der Finanzkrise 2008 durchgeführt hatte, um die US-Wirtschaft anzukurbeln. Ab November wird es keine milliardenschweren Käufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren mehr geben – der Leitzins soll aber weiterhin noch eine lange Zeit zwischen 0 und 0,25 Prozent gehalten werden. Diese US-amerikanische Entscheidung wird sich besonders auf aufstrebende Volkswirtschaften und China auswirken.

Weil der Yuan keine freie Währung ist, wurde sein Wert von den chinesischen Machthabern willkürlich höher festgelegt, als er tatsächlich zum Dollar steht, um Kapital ins Land zu locken. Durch das Ende der QE-Politik dürfte dieses angelockte Kapital wieder aus China herausfließen und die Unverhältnismäßigkeit der Yuan-Dollar-Relation zu Tage treten. Und wenn die in China zirkulierenden Dollars in großen Mengen wieder in die USA zurück rollen, wird es für chinesische Unternehmen noch schwieriger, Kapital zu beschaffen.

Steigender Yuan wird Exporte beeinträchtigen

Die Yuan-Dollar Koppelung hat außerdem zur Folge, dass ein steigender Dollar die chinesische Wirtschaft nach unten drückt, weil er sich auf die Exporte auswirkt, die umso besser laufen, je günstiger die Währung ist. Da Chinas Inlandskonsum und Regierungsinvestitionen zurückgehen, sind die Exporte gerade besonders wichtig. In Ländern wo die Gewinnmargen für chinesische Produkte bereits dünn sind, könnte ein erstarkender Yuan diese Profitspanne auffressen.

Was tun? China-Experte Gordon Chang schlug auf Forbes drei Möglichkeiten vor: 1. Die Regierung könnte das tun, wovor sie sich bisher immer gedrückt hat, nämlich strukturelle Reformen durchführen. Nur würden diese keine kurzfristigen Erfolge bringen. 2. Chinas Planwirtschaftler könnten weitere Rettungspakete schnüren, doch wirken sich diese kaum noch auf die Konjunktur aus. 3. Die Zentralbank könnte das Fallen des Yuan inszenieren, wie schon Anfang des Jahres.

Fazit: Es gibt keine schnelle Lösung.

Siehe auch: Rettungspakete helfen nicht mehr – Chinas Wirtschaftskrise bereits unkontrollierbar

Chinesischer Crash-Prophet sagt Kettenreaktion voraus

Einer der profiliertesten Wirtschaftsanalysten Chinas ist Niu Dao. Der Immobilienexperte analysiert aktuelle Entwicklungen in seinem Blog und traf dabei schon oft ins Schwarze.

Laut Niu wird das Ende der amerikanischen QE-Politik die Talfahrt der chinesischen Wirtschaft beschleunigen und sowohl die Börsen als auch den Immobilienmarkt treffen, wie er am 31. Oktober schrieb. Spätestens die nächste Leitzinserhöhung der FED werde China ruinieren, meint Niu. Der Crash werde in mehreren Wellen stattfinden:

„Wenn der US-Leitzins erhöht wird, könnte der Goldpreis dadurch unter 1000 US-Dollar pro Feinunze gehen. Ungefähr zur gleichen Zeit wird der Index der chinesischen Aktienmärkte unter 1664 Punkte fallen. Dieser Punktestand käme dem Tod des chinesischen Kapitalmarkts gleich.

Danach wird die Immobilienblase vollkommen platzen. Alles, was die chinesische Regierung tut, um die bestehende Preisblase und den Immobilienmarkt zu retten, wird ausschließlich negative Folgen erzeugen. Die Regierung wird nichts mehr tun können, um den Immobilienpreis weiter künstlich oben zu halten.“

Wenn die Immobilienblase platzt, stürzt der Yuan ab“

Sobald die Immobilienblase gründlich platzt, verbrennt alles in den Immobilienmarkt investierte Geld – und wenn die Investoren ihr Geld nicht mehr zurückbekommen, wird dies das Ende des Yuan sein. „Er wird rasant sinken“, meint Niu. „Man weiß allerdings nicht, wie lange sich das Platzen der Blase hinzieht. Die chinesische Immobilienblase ist die größte Blase der Weltwirtschaftsgeschichte. Das wird wohl nicht auf einmal von statten gehen, sondern in mehreren Wellen – ausgelöst durch die Zinserhöhungen der FED.“

Wenn die ganze Luft draußen sei, würde auch der Yuan aufhören zu sinken, so Niu. Den Schluss-Stand des Yuan schätzt er auf 12,6 : 1 im Verhältnis zum US-Dollar.

Aktuell steht der Yuan zum Dollar noch 6,12:1. Und auch der Goldpreis, der durch das Ende der QE-Politik bereits auf ein Vierjahrestief gesunken ist, liegt noch bei 1166 Dollar pro Feinunze. Die Börse von Shanghai notiert bei 2430 Punkten.

Aussagen aus China

Doch das Ende der QE-Politik der FED wurde auch auf offiziellen chinesischen Kanälen mit Bauchschmerzen aufgenommen: Der unabhängige Pekinger Ökonom Ma Guangyuan wurde von Xinhua nur Stunden nach der Ankündigung der FED zitiert, wonach der Dollar auf jeden Fall steigen und Dollars aus aufsteigenden Märkten wieder abfließen würden.

Auch ein Sprecher der Agricultural Bank of China sagte, dass Chinas Finanzmarkt durch die Abschaffung der Quantitativen Lockerung unter erhöhten Druck komme und Chinas Unternehmen Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung entgegen sehen.


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion