Eine Türkei-Flagge.Foto: iStock

Russland und Türkei bauen Wirtschaftsbeziehungen weiter aus

Von 20. Juni 2022 Aktualisiert: 20. Juni 2022 15:12
Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „Anadolu“ erklärte Russlands Vizepremier Nowak, die bilateralen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zur Türkei würden trotz des Ukraine-Krieges weiter ausgebaut. Ankara verhängt keine Sanktionen und bemüht sich um Vermittlung.


Der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Nowak sagte am Freitag (17.6.), Moskau sehe weitere Bereiche, in denen die Zusammenarbeit mit der Türkei ausgebaut werden könne. Dies berichtet die Zeitung „Daily Sabah“ unter Berufung auf die „Agentur Anadolu“ (AA), allen voran in den Bereichen Verkehr und Logistik.

Die Türkei sei seit Jahren ein „sehr wichtiger Wirtschafts- und Handelspartner“ für die Russische Föderation, erklärte Nowak gegenüber der teilstaatlichen Nachrichtenagentur. „Präsident Wladimir Putin und Präsident Recep Tayyip Erdoğan stehen in ständigem Kontakt, die Aufgaben zur Steigerung des bilateralen Handelsvolumens werden umgesetzt“, sagte der Spitzenpolitiker.

Von Großprojekten bis hin zum Individualtourismus

Der bilaterale Handel zwischen den beiden Ländern sei im vergangenen Jahr um 57 Prozent auf 33 Mrd. US-Dollar gestiegen, fügte Nowak hinzu. Russland lag damit im vergangenen Jahr auf Platz 10 der größten Exportmärkte der Türkei und auf Platz 2 bei den Importen.

Ein Grund für diese Ausweitung seien große Investitionsprojekte, die sowohl in Russland als auch in der Türkei durchgeführt würden – von der TurkStream-Pipeline über das Kernkraftwerk Akkuyu bis hin zum Nutzfahrzeugwerk Gaz.

Zudem seien Russland und die Türkei auch in den Bereichen Tourismus und Bauwesen noch stärker miteinander verbunden, so Nowak. Beide Länder schafften Sonderwirtschaftszonen und unterstützten kleine und mittlere Unternehmen, um den Handelsumsatz zu sichern.

Russland will Infrastruktur für Transportlogistik ausbauen

In Moskau denke man auch an die Schaffung eines Transport-Logistik-Hubs in der Türkei, um den Warenverkehr in beide Richtungen auszuweiten, „einschließlich der Lieferungen von Ausrüstungen, die nicht in Russland hergestellt werden, Lokalisierung der Produktion solcher Ausrüstungen in Russland und Lieferungen aus Drittländern“, unterstreicht Nowak.

All diese Themen würden auf der Ebene zwischenstaatlicher Kommissionen mit den türkischen Behörden und auch auf der Ebene von Unternehmen zu Unternehmen diskutiert. „Heute fand das zweite Treffen der russischen und türkischen Geschäftswelt statt, die sehr daran interessiert ist, Vorschläge für die Entwicklung einer weiteren gemeinsamen Zusammenarbeit zu machen“, so der Vizepremier. Die Behörden sehen demnach ihre Aufgaben darin, administrative Hürden zu senken und die Kosten für Unternehmen zu minimieren.

Nowak sieht auch im Bereich der Getreideversorgung keine Einschnitte, was die russischen Ausfuhren in die Türkei anbelangt. Er betont: „Wir waren schon immer ein wichtiger Getreidelieferant für die Republik Türkei, daher sehen wir hier keine besonderen Probleme. Ich denke, wenn wir über Exportpotenzial und Ressourcen verfügen, werden wir die Verbraucher mit ausreichend Getreide versorgen können.“

Türkei gibt sich diplomatisch

Die Türkei unterhält auch nach Beginn der russischen Militäroffensive in der Ukraine nach wie vor enge Beziehungen zu beiden Konfliktparteien. Ankara hat zwar die Invasion verurteilt und verweigert der Eingliederung der Halbinsel Krim, auf der die türkisch-muslimische Minderheit der Krimtataren lebt, in die Russische Föderation.

Aktuell beteiligt sich die Türkei nicht an Sanktionen und versucht stattdessen, diplomatische Lösungen zwischen Moskau und Kiew zu vermitteln. Derzeit liegt dabei der Schwerpunkt auf der Frage von Getreidetransporten aus ukrainischen Häfen über das Schwarze Meer, die von der russischen Marine blockiert werden.



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