Nour Machlah spricht vor dem EU-Parlament.Foto: YouTube Screenshot / X TV

Syrer im EU-Parlament: Fangt endlich an, nachzudenken! – „Beendet den Krieg!“

Epoch Times27. Mai 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 16:36
Nour Machlah ist ein in Portugal lebender 25-jähriger Student. Nach Beginn des Krieges in Syrien floh er in den Libanon, dann in die Türkei weiter in die EU. Heute lebt er in Portugal.

Seit fünf Jahren herrscht ein blutiger Bürgerkrieg in Syrien. Millionen Menschen mussten das Land wegen der lebensbedrohlichen Lage bereits verlassen. Viele davon kommen nach Europa. 

Darunter auch der junge Syrer Nour Machlah. Der ambitionierte Student kam vor über zwei Jahren in die EU und tritt als öffentlicher Redner zu Themen wie Menschenrechte und Krieg auf. In Anwesenheit der EU-Vize-Parlamentspräsidentin Mairead McGuinness und weiteren EU-Parlamentariern sprach der 25-Jährige auf dem European Youth Event im Straßburger Parlamentsgebäude. 7500 junge Europäer unter 30 waren zu der Veranstaltung geladen, tausende Zuschauer verfolgten die Live-Übertragung der Diskussionsrunde online. 

In seiner Rede appellierte er an die Menschlichkeit der EU-Parlamentarier. Dafür erhielt der Syrer stehenden Beifall, aber auch Ablehnung.

"Niemand kann sich seine Nationalität aussuchen" 

"Ich werde zu meinen Freuden sprechen, auch ohne Sie zu kennen, aber ich danke Ihnen, dass Sie heute mit uns zusammen sind, auch wenn Sie eine andere Denkweise haben. Ich möchte Sie einmal etwas fragen. Konnten Sie sich Ihre Nationalität aussuchen? Keiner von Uns hat sich seine Nationalität ausgesucht.

https://youtube.com/watch?v=UuazoRbVMSg

Ich wurde als Syrer geboren, was ich mir nicht aussuchen konnte. Ich bin stolz Syrer zu sein. Aber ist es denn ein Fehler Syrer zu sein? Ist es ein Fehler? Ich habe mir meine Religion und meine Kultur nicht ausgesucht.

Denken Sie es ist leicht für uns, das Volk, das um Hilfe bittet, sich die Menschen anzusehen, sie uns abzulehnen – und es ist ihr Recht uns abzulehnen.

Aber denken Sie wir freuen uns, das zu sehen. Glauben Sie etwa, es wäre leicht für uns den Ozean zu überqueren und unsere Seelen und Familien zu riskieren – wofür?

Wir haben alles verloren, Menschen verlieren ihre Seelen. Warum denken Sie nicht darüber nach? Was haben Sie über Syrien vor 6 Jahren gewusst? Nichts. Warum sind die Menschen, die jetzt versuchen nach Europa zu kommen, früher nicht gekommen?

Warum kommen sie jetzt? Weil dort Krieg herrscht. Alle Ideen, über die wir gemeinsam sprechen, sind nur temporäre Lösungen. Ihr wollt vernünftig sein? Beendet den Krieg. Beendet die Kriege in den Ländern.

Ich lebe in der EU seit zweieinhalb Jahren. Ich teile viele Eurer Werte. Und ich habe Angst um die EU, Sie haben vielleicht mehr Angst. Das teile ich auch mit Ihnen.

Aber diese Menschen können nirgendwo hin. Ich bin Araber und schäme mich für die arabischen Länder. Sie haben ihre Grenzen geschlossen. Menschen sterben lieber als einen Araber um Hilfe zu bitten.

Als ich ein Kind war, erzählte mir meine Familie, wie sehr Europa auf die Menschenrechte achtet und damit sich dort auch um die Rechte von Tieren gekümmert wird. Und wir dachten, wow, Europa befindet sich wirklich auf einem hohem Niveau. Und noch immer glaube ich daran, denn als ich im neuen Jahr nach Griechenland, nach Athen ging, um in einigen der Lager zu helfen, sah ich Europäer die ihre Arbeit ihre Familien – alles was sie hatten – zurückließen, und dorthin kamen. Und sie [auf die Frau neben sich weisend] ist eine von ihnen und ich bin stolz auf sie, und was sie tun. Weil sie sah, dass diese Menschen niemanden mehr haben der ihnen hilft.

Ich möchte nicht, dass Sie alle sagen, willkommen Immigranten oder willkommen Flüchtlinge. Ich möchte Sie nur dazu anregen über die aktuelle Lage nachzudenken und dann selbst zu entscheiden. Und ich respektieren Ihre Entscheidung, wie auch immer sie ausfallen mag. Vielen Dank an Euch als Demokraten." (dk)

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