Analyse der NSA-Dokumente von Snowden: Industriespionage anderer Staaten kostet deutsche Wirtschaft Milliarden

Epoch Times19. Februar 2017 Aktualisiert: 19. Februar 2017 11:48
Die Industriespionage durch Geheimdienste anderer Staaten verursacht bei deutschen Unternehmen jährlich einen Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe. In der Vergangenheit seien "fast alle deutschen Großkonzerne von solchen Angriffen schon betroffen" gewesen.

Die Industriespionage durch Geheimdienste anderer Staaten verursacht bei deutschen Unternehmen jährlich einen Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Corporate Trust hervor, wie die „Welt am Sonntag“ berichtete.

Die Firma, die ihre Kunden in Fragen der Netzwerksicherheit berät, analysierte dem Bericht zufolge die von dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden veröffentlichten NSA-Dokumente.

Der Studie zufolge ist die deutsche Wirtschaft nicht ausreichend gegen Spionage geschützt. In der Vergangenheit seien „fast alle deutschen Großkonzerne von solchen Angriffen schon betroffen“ gewesen, zitierte die Zeitung Florian Oelmaier von Corporate Trust.

Auch das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum gehöre dazu. Zudem sei davon auszugehen, dass jede Firma im Bereich alternativer Antriebe schon Opfer der NSA-Angriffe wurde.

„Teile der deutschen Wirtschaft sind explizit Aufklärungsziel von NSA und Co.“, sagte Oelmaier. Er habe in den NSA-Unterlagen Belege dafür gefunden, dass geheimdienstlich gewonnene Firmengeheimnisse etwa an US-Handelskammern überreicht oder US-Lobbyisten über die neuesten Technologien und Strategien eines deutschen Konkurrenten unterrichtet worden seien.

Auch Konstantin von Notz, Obmann der Grünen im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages, ist überzeugt, dass Geheimdienste deutsche Firmen ausforschen. „Unternehmen wie Volkswagen wissen inzwischen ganz genau, was es bedeutet, wenn jede Mail und jeder Anruf abgehört werden kann“, sagte von Notz der Zeitung. „Wir brauchen im Bereich IT-Sicherheit und Infrastruktur zwingend mehr und besseres Personal.“ (afp)

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