Angela Merkel spricht von der Zukunft – Blogger: „Warum keine Orangen aus Finnland?“

Von 10. Juni 2018 Aktualisiert: 11. Juni 2018 9:05
Der Nachhaltigkeitsrat hat in Berlin getagt und mit ihm Kanzlerin Angela Merkel. Ob ein "Europäisches BAMF", ein "Marshallplan für Afrika" oder mehr "Künstliche Intelligenz" für technologisch zurückgebliebene EU-Staaten - Roger Letsch, Autor und Blogger meint: "Noch eine solche Kanzlerinnenidee aus der Mottenkiste sozialistischer Fünfjahrespläne kann ich heute nicht ertragen!"

Heute würde ich mir am liebsten einen dieser Chemtrail-Aluhutträger greifen und eine sofortige Erklärung dafür verlangen, warum das Zeug ausgerechnet bei mir nicht zu wirken scheint. Chemie kann so grausam sein! Und die Zukunft erst! Besonders dann, wenn Worte über sie aus dem Munde von Angela Merkel kommen, ich zufällig zuhöre und die Dosis des versprühten Vertrauiums offenbar nicht wirkt.

Der Deutschlandfunk berichtet über die Jahreskonferenz des „Rates für nachhaltige Entwicklung“. Das ist in etwa das, was früher mal der „Girlsday“ war – nur eben in teuer und für jene großen Kinder, deren Gestaltungswille sie mangels anwendbarer Qualifikation in die Politik getrieben hat.

Dieses Urteil mag harsch, ungerecht und geradezu bösartig klingen, aber wenn die Veranstalter mit irgendeiner anderen Botschaft als dieser zu den Steuerzahlern vordringen wollten, welche diese Party nun schon das 18. Jahr in Folge finanzieren, sollten sie peinlich genau darauf bedacht sein, wen sie als Referenten und Gastredner einladen und sich dringend vorher die Manuskripte schicken lassen. Auf keinen Fall jedoch darf es je wieder geschehen, dass die Rede von Kanzlerin Merkel an die Öffentlichkeit dringt. Denn nur selten habe ich größeren Unsinn gehört, als bei der Merkel-Rede am 4.6.2018 auf eben diesem Nachhaltigkeitskongress!

Merkels Idee eines „europäischen BAMF“ etwa halte ich angesichts des elefantösen Skandals im deutschen politischen Saustall der Verantwortungslosigkeiten schlicht für den dreisten Versuch, sich der Verantwortung durch Flucht ins nächste Level des politischen Elfenbeinturms zu entziehen. Doch dann kam die Sprache darauf, was die Europäer noch alles tolles gemeinsam tun sollten und es verschlug mir den Atem.

Was die Kanzlerin zum Beispiel unter „Flexibler Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten“ versteht, kann man, an ihre Phrasen gewöhnt, leicht erkennen. Es bedeutet, dass insbesondere Deutschland die Nähte seiner Taschen mit Gummizug ausstatten soll, um kleineren wie größeren Besuchen der europäischen Hand standhalten zu können.

Auch das Gerede vom „Marshallplan für Afrika“ wird seit Jahrzehnten immer und immer widergekäut, währenddessen in der Summe schon mehrere Marshallpläne wirkungslos in Wüste und Dschungel versickert sind. Ebenfalls unvermeidlich bei derlei Gelegenheiten ist das Trommeln für den „Europäischen Währungsfond“, selbstverständlich auch nur im Sinne der internationalen Solidarität (sie lebe hoch, hoch, hoch!). Notleidende Länder könnten so besser unterstützt werden spricht es aus der Kanzlerin, wobei es in der EU ausgerechnet und dummerweise ausschließlich Euro-Länder sind, welche die Not pressiert.

Ein „EWF“ würde bedeuten, das brennende Dach des Euro auf die Nachbardächer von Krone, Forint und Zloty ausdehnen zu wollen, um sich an der gemeinsamen mangelhaft gedeckten Feuerversicherung zu erfreuen. Ich behaupte keck, wenn der EWF unter der Ägide des „Euro 1.0“ tatsächlich noch zustande kommt, ist eher Erpressung als Einsicht im Spiel. So blöd kann man nämlich eigentlich nicht sein.

Gänzlich vom Entsetzen hinweggerafft wird man jedoch, wenn man von Plänen vernimmt, Euro-Ländern, die beim technologischen Fortschritt wie etwa der „künstlichen Intelligenz“ „hinten dran“ seien, sollte mit einem Investitionshaushalt geholfen werden, der im „unteren zweistelligen Milliardenbereich“ (der verkürzende Begriff „Peanut“ lag in der trockenen Luft) ausgestattet würde. Hier soll die Gießkanne in besonders sozialistischer Manier geschwungen werden.

Förderung von guten Projekten, Clusterbildung, Wettbewerb? Hält man in Brüssel und Berlin alles nur für liberalen Budenzauber! Gerecht ist nur, was gleichmäßig verteilt wird. Chancengleichheit herrsche nur dann, wenn jeder dieselben Mittel bekommt, ganz gleich, was er kann und wo er es versucht.

Statt so etwas „Elitäres“ wie ein europäisches „Silicon Valley“ entstehen zu lassen, wo es eben entstehen mag und die Synergieeffekte von freiem Kapital, guten Bedingungen für Firmengründungen und geballter wissenschaftlicher Expertise durch nahe Universitäten zu nutzen und gezielt zu fördern, lässt man es lieber dort schneien, wo der Schnee nie liegen bleiben wird, und begründet den Wahnsinn mit dem Gerechtigkeitsprinzip. Außen steht Chancengleichheit geschrieben, innen lauert jedoch nichts anderes als die beabsichtigte Gleichheit der Ergebnisse.

Warum keine Orangen aus Finnland?

Mit derselben schildbürgerlichen Verstiegenheit könnte man auch dafür sorgen, dass der Anbau von Orangen nicht nur in Spanien oder Frankreich, sondern auch in Finnland und auf Grönland möglich wird, weil man dort leider mit Zitrusfrüchten etwas „hinten dran“ ist. Eine Gerechtigkeitslücke, die man mit viel Geld, Gewächshäusern und enormem Energieeinsatz dringen schließen sollte. Das schafft Arbeitsplätze und für die minderwertigen Früchte würde man anschließend mittels einer verteilungsgerechten Abnahmequote die störrischen Obsthändler beglücken (Das Förder-Programm sollte „Jetzt sind sie halt da“ heißen) und dem Endkunden für maximales Entzücken noch eine Orangen-Abwrackprämie hinterherwerfen.

Nur gut, dass der Steuerzahler das nicht finanzieren muss, weil die Gelder ja von der EU kommen – auch dort hat man offenbar „gut gewirtschaftet“! Was haben wir für ein Glück, dass es Brüssel gibt und Berlin ein Vorort davon ist!

Doch Schluss mit diesem „Girlsday“, genug geblödelt! Noch eine solche Kanzlerinnenidee aus der Mottenkiste sozialistischer Fünfjahrespläne kann ich heute nicht ertragen!

Es gibt jedoch in dieser Bundesregierung offenbar wirklich niemanden mehr, der sich noch dunkel daran erinnert, wie Marktwirtschaft funktioniert und der es schaffen könnte, Frau Merkel von den Mikrofonen fern zu halten. Also zumindest von denen draußen im Lande, wo sie Schaden anrichten kann, sollte sie fern gehalten werden. In einem Untersuchungsausschuss und dort auch gern in langer, freier Rede wäre ihr meine Aufmerksamkeit und die der Wirtschaft sicher gewiss. Aber Merkel und „Zukunft“ oder „Entwicklung“? Zu diesen Themen sollte man sie wirklich nie wieder reden lassen.

Im Original erschienen bei unbesorgt.de.

Anm.d.

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Zukunft entsteht durch die Umsetzung von Visionen. Und Visionen brauchen Menschen, die sie umsetzen. Die Vision zukünftiger Weltbürger und Weltbürgerinnen, die sich in völligem Selbstverständnis auch als diese betrachten, ist beispielsweise das Ziel der „Agenda 21″.

Diese wurde im Rahmen einer Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 von 178 Staaten beschlossen. Sie beinhaltet ein Aktionsprogramm für eine sogenannte „nachhaltige“ Entwicklung für das 21. Jahrhundert.

Als Reaktion darauf rief die damalige Bundesregierung den „Rat für nachhaltige Entwicklung“ (RNE) in Deutschland ins Leben und ernannte im Februar 2001 dessen erste Mitglieder. Am 4. April 2001 wurde unter Bundeskanzler Gerhard Schröder in Berlin der Rat offiziell eingesetzt, um die Regierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie zu beraten. 

Die Mitglieder des Rates werden für drei Jahre von der Bundeskanzlerin berufen. Es handelt sich dabei um 15 Personen, die aus den Bereichen Wirtschaft, Umweltschutz, Landwirtschaft, Sozialpolitik, Wissenschaft, Entwicklungszusammenarbeit, Gewerkschaften und Kirche kommen.

Vorsitzende ist derzeit Marlehn Thieme. Außerhalb dieses Amtes ist sie Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates. Seit 2001 hält der RNE regelmäßig Jahreskonferenzen ab, die Anzahl der Teilnehmer steigt stetig.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.