Asylbewerber klagen auf Demo in Ellwangen: „Falsch verhalten hat sich nur die Polizei“

Epoch Times10. Mai 2018 Aktualisiert: 10. Mai 2018 13:40
Nach den Vorfällen in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) in Ellwangen organisierten Bewohner der Einrichtung mit Unterstützung eines Freiburger Vereins eine Mahnwache, Aufzug und Kundgebung in Ellwangen. Alle Veranstaltungen verliefen ruhig.

Bunte Fahnen, Trommeln, dazwischen die Rufe „Stop Deportation“, „We are here, we will stay“ (Wir sind da, wir werden bleiben) und „Hoch die internationale Solidarität“ (einige Anhänger der MLPD, der marxistisch-leninistischen Partei Deutschlands schlossen sich der Demo an) – so ziehen die ca. 200 Demo-Teilnehmer durch Ellwangen, berichtet die „Schwäbische Zeitung“.

Es ist ein ungewohntes Bild für die Einwohner in der Fußgängerzone mit ihren Cafés und Geschäften in der beschaulichen Kleinstadt. Lautstark aber friedlich so verliefen Aufzug und Kundgebung, die von Flüchtlingen und der Freiburger Gruppe „Aktion Bleiberecht“ organisiert wurden.

Auf der Kundgebung ist ihre Botschaft klar. Sie seien nicht gewalttätig, betonen die Flüchtlinge immer wieder. „Wir sind keine Kriminellen“ es geht immer wieder um Duldung und das Dublin-Abkommen. Und um die Angst vor der Abschiebung: „Wir haben keinen Ort, wo wir hingehen können“, klagen sie laut Schwäbischer Zeitung.

Zudem äußern die Asylbewerber, dass sie ein Teil der Gesellschaft seien und sie hätten den Polizisten, die gekommen waren, um den Togolesen abzuschieben, nichts getan. Aber die Polizei habe ihnen etwas getan. Falsch verhalten habe sich nur die Polizei, fasst die Schwäbische Zeitung die Äußerungen der Kundgebung zusammen.

Am Nachmittag gab es bereits eine Gesprächsrunde, an der Polizisten, Vertreter der Stadt und Asylbewerber teilnahmen. Dort erklärten die Polizisten, dass Abschiebungen zu ihren Aufgaben gehörten. Die Flüchtlinge schilderten, wie die Angst vor Abschiebung ständig präsent sei, so die Schwäbische Zeitung.

Polizei-Einsatzleiter Peter Hönle und Bürgermeister Volker Grab sind sich einig, dass das Gespräch wichtig war, um die Situation zu befrieden, berichtet die Schwäbische Zeitung. Auch nach dem Aufzug blieb es ruhig. (er)

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