Aufstand in Ellwanger Erstaufnahmeeinrichtung: Abgeschobener Rädelsführer wieder in Deutschland

Epoch Times29. Dezember 2018 Aktualisiert: 29. Dezember 2018 20:54
Einer der abgeschobenen Rädelsführer stammt aus Kamerun, ein "Freundeskreis" unterstützt ihn. Er will in Deutschland erneut Asyl beantragen.

Die Bilder vom Polizeigroßeinsatz in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Ellwangen in Baden-Württemberg im Mai 2018 gingen bundesweit durch die Presse. Nun ist einer der damals abgeschobenen Rädelsführer des Aufstandes wieder in Deutschland, berichtet „SWR“.

Ein 23-jähriger Mann aus Togo sollte abgeschoben werden. Doch die Abhol-Aktion durch Polizeikräfte musste abgebrochen werden, da sich ca. 150 Migranten in der Aufnahmeeinrichtung zusammenschlossen und gewaltsam Widerstand gegen die Abschiebung des Togolesen leisteten.

Drei Tage später rückte ein Großaufgebot von Polizeikräften in die Erstaufnahmeeinrichtung ein, um den Togolesen und die Rädelsführer des Aufstandes festzunehmen . Einige von ihnen wurden danach abgeschoben.

Sowohl der Togolese als auch Alassa M. aus Kamerun, einer der Anführer des Widerstandes wurden nach Italien, ihr Erstaufnahmeland, abgeschoben.

Kameruner stellt erneut Antrag auf Asyl

Laut SWR, ist der Kameruner Alessa M. nun wieder in Deutschland und hat in Stuttgart in der dortigen Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) auch erneut einen Antrag auf Asyl gestellt. Eine Sprecherin des Regierungspräsidiums in Stuttgart bestätigte, das dies laut deutscher Rechtslage möglich sei. Mittlerweile sei der Kameruner weiter nach Karlsruhe verlegt worden. Dort wartet er die Entscheidung seines Antrags, berichtet der SWR.

Damals hatte sich für den Kameruner in Stuttgart eine Initiative namens „Freundeskreis Alassa“ gegründet, die im Internet den sogenannten „Ellwangen Appell“ eine Petition mit dem Aufruf „Holt Alassa M. sofort zurück nach Deutschland!“ startete.

Dieser „Freundeskreis“ aus Stuttgart bestätigte die Rückkehr des Mannes ebenfalls. Seit dem 21. Dezember sei er wieder in Deutschland, berichtet „Welt“. Nach Aussagen des „Freundeskreises“ sei der Kameruner „schwer traumatisiert“ und sei in seiner Heimat religiös verfolgt und in Libyen misshandelt worden.

Kameruner will Baden-Württemberg wegen dem „brutalen“ Polizeieinsatz im Mai verklagen

Laut „Welt“ wurde der Rückkehrer von 200 Unterstützern begrüßt, die mit ihm nach eigenen Angaben eine Party feierten.

Bei dem Fest in Stuttgart sollen auch Spenden in Höhe von 2.000 Euro gesammelt worden sein, mit denen der Kameruner nun weiter unterstützt werden soll. So soll das Geld u. a. für seine Klage zur Verfügung stehen gegen das Land Baden-Württemberg wegen des angeblich brutalen Polizeieinsatzes im Mai 2018 in der Erstaufnahmeeinrichtung in Ellwangen. (er)

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