BDI-Präsident Dieter Kempf.Foto: Sven Hoppe/dpa

BDI-Präsident: „Wachsende Tendenz zum Staatsdirigismus verfolgt die deutsche Wirtschaft mit großer Sorge“

Epoch Times14. Juli 2020 Aktualisiert: 14. Juli 2020 8:03
Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf glaubt nicht an eine rasche Erholung der Wirtschaft. "Der langsame Aufwärtstrend der Konjunktur ist kein Grund zum Übermut", sagt der Wirtschaftsexperte.

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, dämpft die Erwartungen an eine Erholung der Wirtschaft in der Corona-Pandemie.

„Der langsame Aufwärtstrend der Konjunktur ist kein Grund zum Übermut. Frühestens 2022 wird die Volkswirtschaft wieder das Vorkrisenniveau erreichen“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagausgaben) anlässlich des Starts der ersten digitalen Hannover Messe.

„Die volle Konzentration muss sich auf die wirtschaftliche Erholung und Stärkung der industriellen Basis richten“, setzte er hinzu. Bei allen Vorhaben müsse sich die Politik am Kompass der sozialen Marktwirtschaft orientieren, sagte Kempf. „Zentral ist, einen staatlichen Einstieg in einzelne Unternehmen stets an einen klaren Exit-Plan zu koppeln“, sagte er. „Die wachsende Tendenz zum Staatsdirigismus verfolgt die deutsche Wirtschaft mit großer Sorge.“

Ein „Weiter so“ wie vor der Krise dürfe es nicht geben. „Die Corona-Pandemie ist ein Weckruf für einen Neustart der Wirtschaft“, sagte Kempf. „Gerade jetzt muss auch die Politik den Mut aufbringen, die Weichen voll und ganz für die Zukunft zu stellen.“

Dabei müsse sie sich am Zweiklang orientieren, die Wirtschaft zu entlasten und Investitionen zu ermöglichen. Allein in enger Zusammenarbeit mit Europa werde die Modernisierung der Wirtschaft gelingen, sagte Kempf. „Deutschland muss sich in seiner EU-Ratspräsidentschaft für die rasche Vollendung des europäischen digitalen Binnenmarkts einsetzen“, sagte der BDI-Präsident. „Der geplante Green Deal funktioniert nur als Investitions- und Wachstumsprogramm.“

Es wäre falsch, Ökologie und Ökonomie gegeneinander auszuspielen, so Kempf. Wichtig seien Entschlossenheit für Freihandel und Multilateralismus. Wegen der Corona-Pandemie musste die diesjährige Hannover Messe ausfallen. Die weltgrößte Technologieschau wird ins Internet verlagert.

Die Hannover Messe Digital Days informieren am Dienstag und Mittwoch als digitale Konferenz über Trends und Neuheiten in den Bereichen Industrie, Kommunikationstechnologie, Künstliche Intelligenz, Energie und Logistik. (dts)



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