Cottbus: Seniorin (82) beraubt und mit Tüte erstickt – Mordprozess gegen jungen Syrer unter Öffentlichkeitsausschluss

Von 25. Oktober 2017 Aktualisiert: 25. Oktober 2017 17:23
Weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt offenbar erst 17 Jahre alt war, wird bei der Verhandlung die Öffentlichkeit ausgeschlossen - aus Jugendschutzgründen. Den kaltblütigen Mörder erwartet eine höchstens zehnjährige Haftstrafe. Am Freitag protestierte die "Identitäre Bewegung" in Cottbus mit der Botschaft "Grenzen schützen - Leben retten!"

Höchstens zehn Jahre muss der zum Tatzeitpunkt 17-jährige junge Flüchtling erwarten, wenn er für den am 8. Dezember 2016 begangenen Mord an der 82-jährigen Rentnerin Gerda Krüger aus Cottbus gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden sollte.

Am Montag begann der Prozess am Landgericht Cottbus nach Jugendstrafrecht und unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Bunte Träume und grausame Realität

Als ihr Bruder Gerda K. am 9. Dezember 2016 in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung an der Cottbuser Inselstraße fand, war sie bereits tot. Gefesselt lag die 82-Jährige auf dem Boden, die Plastiktüte hatte sie noch über dem Kopf. Die Wohnung war durchwühlt, sämtliche Schubladen aufgerissen, wie die „Märkische Allgemeine“ berichtet, Bargeld und Wertgegenstände waren weg.

Freunde wurden misstrauisch, weil die rüstige Rentnerin, die immer in der Nachbarschaft nach dem rechten schaute, sich um Ordnung und Sicherheit sorgte, nicht bei der Weihnachtsfeier mit ehemaligen Kollegen erschienen war.

Dann, am Mittwoch, 1. März 2017 wird ein dringend Tatverdächtiger verhaftet. Die Refugee-Welcome-Gemeinde der Stadt erfährt einen gewaltigen Schock: ein junger Syrer, 17 Jahre alt, einer „ihrer“ Flüchtlinge.

Der Tatverdächtige wurde durch umfangreiche Ermittlungen und unter Einbindung der Bevölkerung identifiziert, wie Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon während der anschließenden Pressekonferenz sagte.

Die Tat eines Einzelnen…

„Ich habe es ja immer gesagt …“, hörte man beim Einkauf, in der Straßenbahn oder auf dem Wochenmarkt und: „Schlechte Menschen gibt es in allen Völkern, das kann man nicht verallgemeinern“.

Der Mord an Gerda Krüger (82) beschäftigte die Menschen in Cottbus wie kein anderes Thema, berichtete derzeit der  „Tagesspiegel“.

Vor allem im Internet wurde die Sprache härter, fordernder: „Da wird unter anderem dazu aufgerufen, ‚das ganze Pack‘ aus dem Land zu jagen – mitsamt den Politikern, welche ‚die Hauptschuld an dieser grausamen Mordtat tragen'“, zitierte der „Tagesspiegel“ daraus.

Wir wissen, dass die Herkunft des mutmaßlichen Täters Emotionen wecken wird. Ein einzelner junger Mann hat nach derzeitigem Erkenntnisstand Gastfreundschaft, Offenheit und Toleranz in Cottbus aufs Brutalste und Schändlichste missbraucht.“

(OB Holger Kelch, CDU)

Die Stadtregierung appellierte an die Bewohner, Ruhe zu bewahren und Martina Münch (SPD), Brandenburgs Wissenschaftsministerin und Vorstandsmitglied beim Cottbuser Aufbruch, einem Aktionsbündnis gegen Gewalt und Intoleranz, mahnte dazu, „die Tat eines Einzelnen“ dürfe nicht zu einem Generalverdacht gegen alle Flüchtlinge oder Syrer führen.

Zufällige Protestaktion?

Am vergangenen Freitag startete die „Identitäre Bewegung“ einen Protest in Cottbus. Wie die „Berliner Zeitung“ berichtete, hätten sich die laut dem Blatt „Rechtsextremen“ mit Megafon und Transparenten auf das Dach der Cottbuser Stadthalle gestellt: Dort war dann zu lesen: „Grenzen schützen – Leben retten!“ Zudem warfen sie Flugblätter vom Gebäude.

Laut einem Bericht des Verfassungsschutzes Berlin-Brandenburg setze die Gruppe offenbar gerne auf Flashmob-Aktionen und zivilen Ungehorsam, so die „Berliner Zeitung“ weiter.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Ob die Aktion im Zusammenhang mit dem am Montag begonnenen Mordprozess am Landgericht stand, ist nicht bekannt, könnte aber naheliegen, da die Mordtat großes Aufsehen in der Stadt erregt hatte.

Bereits Ende August durchsuchte die Polizei die Cottbuser Wohnung des Vorsitzenden der „Identitären Bewegung“ von Berlin-Brandenburg, Robert Timm, wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Er hatte mit anderen eine nicht angemeldete Kundgebung Anfang Juli in Cottbus veranstaltet und Pfefferspray an Frauen verschenkt. „Das ist eine Straftat“, so Oberstaatsanwältin Petra Hertwig laut „Berliner Zeitung“.

In der Wohnung wurden Unterlagen und Datenträger beschlagnahmt. Timm selbst befand sich zu diesem Zeitpunkt auf der „C-Star“ im Mittelmeer vor Malta.

Siehe auch:

Cottbus: Bestialischer Ehrenmord – Richter gibt Milde-Urteil wegen „muslimischem Glauben“ – Täter berief sich auf Koran