Deutschland-Umfrage: Lieferengpässe wegen Coronavirus – Firmen fangen an zu hamstern

Epoch Times7. Februar 2020 Aktualisiert: 8. Februar 2020 8:01
"Die Firmen fangen an, zu hamstern und füllen ihre Lager vorsorglich auf“, erklärt ein deutscher Einkaufsspezialist nach einer Umfrage unter deutschen Händlern. 81 Prozent der Befragten gaben an, von wichtigen Lieferanten aus China beliefert zu werden. Einige leiden schon jetzt unter Lieferengpässen.

Unternehmen hamstern nicht nur Mundschutzmasken, zeigt eine Umfrage der Kloepfel Group. Mit Blick auf den Coronavirus wollten die Einkaufsberater wissen, wie deutsche Führungskräften aus Industrie und Handel das Problem in China derzeit sehen. Sie wollten wissen, wer eine Verbindung zu China hat und wovor sie sich bei ihren China-Geschäften in Angesicht der Coronavirus-Seuche fürchten.

Die stichprobenartige branchenübergreifende Online-Umfrage unter 243 Fach- und Führungskräfte der deutschen Industrie und des Handels ergab, dass fast alle mit China wirtschaftlich verbunden sind.

Vier von fünf Unternehmen erhalten Waren aus China

Vier von fünf (81 Prozent) der Befragten gaben an, wichtige Lieferanten in China zu haben. Rund jeder Dritte (35 Prozent) Teilnehmer an der Umfrage arbeitet mit wichtigen chinesischen Kunden zusammen. Insgesamt ein Drittel (33 Prozent) produziert direkt in China.

Hingegen haben nur 4 Prozent keine Verbindung zum kommunistischen China. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten ist froh, über die Medien zu China aufgeklärt zu werden. Jeder Dritte (37 Prozent) findet die Berichterstattung momentan völlig überzogen.

58 Prozent halten die Maßnahmen von Regierungen und Fluggesellschaften zum Schutz vor Ansteckung für sinnvoll. Die anderen 42 Prozent sind sich nicht ganz klar und antworteten, dass sie die Maßnahmen teilweise sinnvoll und teilweise übertrieben fänden.

Alle Befragten sind grundsätzlich der Meinung, dass weiterhin Vorsorge getroffen werden muss.

Einkaufsberatung verzeichnet zahlreiche Eilanfragen – Unternehmen hamstern

Marc Kloepfel, CEO der Einkaufsspezialisten, sagt: „Anfänglich haben wir viele Anfragen unserer Kunden mit Standorten in China nach Mundschutzmasken bekommen. Da sich die Lage aber nicht verbessert, bekommen wir in diesen Tagen viele Eilaufträge für weitere Warengruppen. Jetzt würden viele Firmen anfangen, zu hamstern und füllten ihre Lager vorsorglich auf. Dies beträfe neben der produzierenden Industrie auch sehr stark den Handel“, so Kloepfel weiter.

Bisher sind 42 Prozent der Unternehmen noch nicht von Lieferantenausfällen betroffen. 28 Prozent verzeichnen zwar Ausfälle von Lieferanten, können aber kurz- bis mittelfristig alternative Lieferanten aktivieren.

Die Befürchtung, dass es durch Lieferengpässe zu Produktionsausfällen kommt, treibt 19 Prozent um. Bereits jetzt haben 9 Prozent Lieferengpässe, aber diese werden nicht zu einem Produktionsstillstand führen. Nur gut 2 Prozent der Teilnehmer ist in keiner Weise von Ausfällen der Lieferanten betroffen.

Die knappe Hälfte der Unternehmen (42 Prozent) kann Projekte weiterhin wie geplant durchführen, fast genauso viele (4 Prozent) mussten allerdings auch Projekte verschieben, was sie laut Umfrage viel Geld kostet. 9 Prozent können Projektpläne nicht einhalten und befürchten, dass dies sogar deren Existenz gefährdet. Weitere 8 Prozent müssen zwar ein geplantes Projekt terminlich verschieben, jedoch sei dies problemlos. (er)

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