Drohende Insolvenzen: Experten rechnen nach Ende der Corona-Krise mit Verödung in den Innenstädten

Von 10. April 2020 Aktualisiert: 10. April 2020 21:43
Die Corona-Krise droht in Deutschlands Innenstädten eine Schneise der Verödung zu ziehen. Experten und Verbände rechnen mit zahlreichen Insolvenzen, insbesondere in der Modebranche und der Gastronomie. Sie fordern nun Hilfen nach österreichischem Vorbild.

Auch wenn es noch im Laufe des Monats zu ersten Erleichterungen bezüglich der Corona-Maßnahmen zugunsten des Einzelhandels kommen sollte, rechnen Praktiker und Experten kaum mit einer zeitnahen Erholung. Vielmehr sei mit einem noch nie dagewesenen Ladensterben in Deutschlands Innenstädten zu rechnen, da die Corona-Krise nachteilige Entwicklungen der vergangenen Jahre für den Einzelhandel noch einmal potenzieren könnte. Es drohen massenweise Insolvenzen.

Wie das Handelsblatt berichtet, rechnet Klaus Harnack von der Unternehmensberatung Hachmeister + Partner damit, dass es „spätestens Ende des Jahres […] eine Insolvenzwelle im Einzelhandel von nie gekanntem Ausmaß geben“ werde – und etwa ein Drittel der Unternehmen die Folgen der Corona-Krise nicht überleben könnte.

Corona droht weiteren Schub in Richtung Insolvenzen zu entfalten

Bereits in den vergangenen fünf Jahren hatte sich, dem Handelsverband Deutschland (HDE) zufolge, die Zahl der Läden im deutschen Einzelhandel um etwa 29.000 verringert. Neben der Konkurrenz durch den Onlinehandel seien es Konzentrationserscheinungen zugunsten großer Ketten in den Innenstädten gewesen, die für viele unabhängige Ladengeschäfte das Aus bedeutet hätten.

Hachmeister + Partner rechnen nur mit einer langsamen Erholung: Sollte im Mai wieder weitgehend wie gehabt in den Städten eingekauft werden können, würden die Umsätze bestenfalls etwas über 50 Prozent, gemessen am Vergleichszeitraum, betragen. Auch im Juni und Juli sei noch mit einem Minus von bis zu 50 beziehungsweise 40 Prozent zu rechnen.

Auch Mark Rauschen, der Chef von L&T in Osnabrück, rechnet, wie er dem „Handelsblatt“ gegenüber erklärt, nicht mit einer schnellen Rückkehr zu den Einkaufsgewohnheiten der Zeit vor Corona. Es würde einige Zeit dauern, bis die Kauflustigen wieder in die Innenstadtläden zurückkehren würden.

Gastronomie wurde zum Rückgrat des Innenstadt-Shoppings

Das gefährde bereits die Fähigkeit, laufende Kosten für Miete, Energie oder Personal zu tragen. Hinzu kommen erforderliche Investitionen in nach wie vor gebotene Schutzmaßnahmen. „Wir bereiten uns darauf vor, dass wir genug Desinfektionsmittel, Masken und Plexiglasscheiben als Spuckschutz an den Kassen vorbereiten“, schildert Rauschen, dessen Mode- und Sporthaus jährlich eigenen Angaben zufolge sechs Millionen Besucher zählt.

Unterdessen könnten die Probleme, auf die sich die Modebranche einstellen muss, zu einem Teufelskreis der Verödung in den Innenstädten führen, der auch die Gastronomie mitreißt. Immerhin hatten bereits unter dem Eindruck der Konkurrenz durch das Online-Shopping viele Einzelhändler Imbissen oder Restaurants Platz machen müssen. Dies lag auch nahe: Ein Mehr an kulinarischer Auswahl galt als wesentliches qualitatives Element eines Einkaufserlebnisses – und der akute Heißhunger auf Döner, Tofu-Burger oder Nutella-Crêpes lässt sich nicht eben schnell mal durch eine Online-Order stillen.

Leere Ladenlokale und überall die gleichen Ketten machen Innenstädte unattraktiv

Nun befürchtet Michael Lidl, Partner der Hotel- und Gastronomieberatung Treugast, auch zahllose Insolvenzen unter Gastronomen. Vor allem kleinere Anbieter, die keine Rücklagen bilden konnten, könnten sich zur Geschäftsaufgabe gezwungen sehen. Dies würde jedoch zu noch mehr Leerstand und damit zu noch weniger Einkaufsqualität führen – und in weiterer Folge dazu, dass noch mehr Kunden die Einkaufszentren an der Peripherie oder den Onlinekauf den Innenstädten vorziehen. Denn große internationale Ketten, die als Einzige relativ entspannt abwarten können, bis die ersten Erleichterungen Platz greifen, bieten ihre Waren ja auch vollumfänglich im Internet an.

Verbände wie der Bundesverband des deutschen Textilen Einzelhandels und nationale Größen der Modebranche haben nun ein Thesenpapier verfasst, in dem sie Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitsplätze für etwa 440.000 Beschäftigte vor allem im Textil- und Einzelhandel fordern. Das übergeordnete Ziel sei „die Erhaltung vitaler Innenstädte in Deutschland mit einem geradezu einzigartigen Mix aus Einzelhandel, Gastronomie und kulturellen Einrichtungen“.

Wie Österreich es vorgemacht habe, solle den Einzelhändlern ein Ausgleich für die Vermögensschäden gewährt werden, der durch die Corona-Maßnahmen bedingt eingetreten ist. Im Nachbarland könnten etwa zunächst gewährte Kredite in Zuschüsse umgewandelt werden. Außerdem könnten Zuschüsse unabhängig von zuvor gewährten Krediten ausgezahlt werden.

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