Düsseldorfer „Ramadan-Feuer“: Marokkanischer „Syrer“ wieder frei – 10 Millionen-Schaden wegen Schokopudding

Von 25. October 2016 Aktualisiert: 25. Oktober 2016 23:38
Mangels Fluchtgefahr wurde der als falscher Syrer in der ausgebrannten Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft lebende Marokkaner Mohammed B. (26) auch als der dicke Hamza bekannt, wieder freigelassen. Dem Mann wurde vorgeworfen, den Plan zur Brandlegung entworfen und einen Algerier (26) aus seiner Nordafrikaner-Clique zur Umsetzung angestiftet zu haben. Der Funke zur Zündung war fehlender Schokopudding beim Ramadan-Buffet.

Hamza alias Mohammed B., der mutmaßliche Planer des Brandanschlags auf eine Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft mit einem Sachschaden von rund 10 Millionen Euro wurde jetzt aus der Untersuchungshaft freigelassen. Für den 26-jährigen Marokkaner bestünde laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf keine Fluchtgefahr in einem solchen Ausmaß, dass eine weitere Inhaftierung notwendig sei.

Dies erfuhr die „Junge Freiheit“ auf Nachfrage von einem Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Jedoch werde noch gegen den Mann, der als dicker Boss der Nordafrikaner im abgebrannten Flüchtlingsheim galt und den Auftrag zum Feuer gab, ermittelt. Sein ausführender Handlanger, ein 26-jähriger Algerier, sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Wie der Sprecher erläuterte, werde in den kommenden Tagen über eine Anklageerhebung entschieden, so das Blatt.

Politiker stellten sich vor „Schutzbefohlene“

Wie die „Rheinische Post“ seinerzeit berichtete, forderte der Düsseldorfer DRK-Vorsitzende und CDU-Politiker Olaf Lehne, die Brandstifter abzuschieben:

Wer eine solche Einrichtung anzündet und damit andere Flüchtlinge und die Hilfskräfte in Gefahr bringt, ist kriminell. Und wer kriminell ist, den braucht unser Land nicht.“

(O. Lehne, DRK-Chef Düsseldorf)

Dem Land NRW bescheinigte Lehne dann auch „Vollversagen“. Für diese offenen Worte empfing der Rechtsanwalt sogleich politische Schelte vonseiten der Linken, deren Düsseldorfer Sprecher gar den Rücktritt Lehnes forderte. Die Begründung:

Es ist verheerend, wenn der Vorsitzende einer angesehenen Hilfsorganisation die Bestrafung und Abschiebung seiner Schutzbefohlenen verlangt.“

(C. Jäger, Linke)

Lehne missbrauche den DRK-Vorsitz, um sich mit rechtspopulistischen Sprüchen als Landtagskandidat für die CDU zu empfehlen, so Christian Jäger von der Linkspartei in der „RP“. „Ein DRK-Chef, der Flüchtlingsunterkünfte herunterkommen lässt“ und dann mit Stimmungsmache gegen Flüchtlinge politisch Karriere machen wolle, sei untragbar, argumentierte der Linkspolitiker.

Düsseldorfs SPD-Chef Andreas Rimkus deutete Lehnes Abschiebeforderung als „billigen Populismus“ und dass es nicht zu den Grundsätzen des DRK gehöre, Täter in Kriegsgebiete abzuschieben. Dabei hatte Rimkus offenbar vergessen, das in Marokko derzeit kein Krieg herrscht.

Die Nordafrikaner-Gang im Asylheim Düsseldorf

Die meisten der Clique lebten unter falschen Namen, Geburtsdatum und Herkunft in dem Düsseldorfer Flüchtlingsheim. Zu Ramadan eskalierte die Situation mit den Nordafrikanern. Anders als viele der Mitbewohner hielt sich die Gruppe nicht an den Ramadan und fastete am Tage, sondern beklagte sich über das jetzt reduzierte Angebot beim Mittagessen. Die Küche war den Muslimen wegen des Ramadan entgegengekommen und verlegte die warme Mahlzeit auf den Abend.

Der Marokkaner Hamza alias Mohammed B. lebte im Asylheim heimlich als Syrer getarnt und galt laut „Kölner Express“ als Anführer der Nordafrikaner dort. Zu Ramadan stritt sich der übergewichtige Mann mit den Securitys, weil es nachts kein Buffet mehr gab. Als dieses dann organisiert wurde, war es Hamza auch nicht recht. Es fehlte Schokopudding.

Mehr Essen sonst Feuer

Am nächsten Tag wollten die Nordafrikaner wieder mittags ein Buffet – und zwar mit mehr Auswahl. Ramadan war dann für sie schon nicht mehr so wichtig.

„Die Gruppe kündigte an, dass sie die Halle anzünden werden, wenn sich an der Situation nichts ändere“, erklärte der Leiter der Ermittlungskommission der Kripo, Christian Anfang, die Lage vor Ort. Und tatsächlich, kurz darauf brannte die Halle lichterloh, entfacht durch angebrannten Schnaps auf einer Matratze. Den Plan heckte der dicke Boss Hamza aus, einer seiner Leute, ein 26-jähriger Algerier, setzte ihn um.

In der Gruppe gab es auch einen Algerier, dem seit seiner Ankunft im Oktober 2015 in Deutschland bis zum Brand im Juni 2016 neben 30 Autoaufbrüchen zwei schwere Diebstähle, zwei Drogendelikte und ein verbotener Waffenbesitz nachgewiesen werden konnten. Laut der „Rheinischen Post“ soll der Mann in engem Kontakt mit der kriminellen Nordafrikaner-Szene im Düsseldorfer Maghreb-Viertel stehen.

Siehe auch:

Düsseldorfer Asylbrand: Kein Schokopudding für den dicken Boss der Clique

Düsseldorf-Brand: Falscher Syrer legte wegen Essen Feuer – 10 Millionen-Schaden

Essenträger für Asylbewerber gesucht! – Grüne Miriam Koch: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“

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