Energiewende: Folgen ähnlich verheerend wie sowjetische Demontage und Planwirtschaft in der DDR

Von 15. März 2019 Aktualisiert: 15. März 2019 10:02
Der Publizist Gabor Steingart bezeichnet die Energiewende als „toxische Hinterlassenschaft einer Politik, die ihre Möglichkeiten weit überschätzt hat“. Ohne auch nur die angestrebten CO2-Einsparungen zu erreichen, würden Aktionäre und Endverbraucher gleichsam enteignet.

Während am heutigen Freitag deutschlandweit wieder Schüler in den sogenannten Schülerstreik des Projekts „Fridays for Future“ treten wollen, hat der Publizist Gabor Steingart in seinem „Morning Briefing“ eine Bilanz über einen Versuch gezogen, deren Forderungen vorzuvollziehen: Angela Merkels „Energiewende“ von 2011.

Diese wirke „bei den Energiekonzernen wertvernichtend, bei den Stromkunden preistreibend, auf den für die Trassenführung geräumten Flächen naturzerstörend“ – während es Deutschland nicht einmal gelinge, die im Pariser Klimaschutzabkommen zugesagte Reduktion des angeblich „klimaschädlichen“ CO2 zu bewerkstelligen.

Noch drastischer zeigten sich die Folgen des Projekts am Niedergang der Energiekonzerne RWE und E.ON, deren Geschäftszahlen am Donnerstag und Freitag präsentiert wurden. „Selbst wenn man die 2016 abgespaltene Tochter innogy dazurechnet, erzielt RWE seit 2005, dem Amtsantritt Angela Merkels, keinerlei Wertzuwächse mehr“, schildert Steingart.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen sank um mehr als ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Vorstandschef Rolf Martin Schmitz hofft auf Entschädigungszahlungen aus dem Bundeshaushalt und rechnet mit Massenentlassungen.“

Wert der E.ON-Aktie um mehr als die Hälfte gesunken

Seit 2005 ist der Wert der Aktie von RWE um 45,9 Prozent geschrumpft, jener der von E.ON gar um 57,7. Der Umsatzverlust von E.ON seit 2012 beträgt 24 Milliarden Euro, das ist ein Minus von fast einem Fünftel. Steingart spricht mit Blick auf die Aktionäre von einer „kalten Enteignung“.

Aber auch für den Endabnehmer macht sich die energiepolitische Planwirtschaft bemerkbar. Der Strompreis pro Kilowattstunde hat sich seit 2005 laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mit einem Plus von 95,3 Prozent fast verdoppelt, Privathaushalte bezahlen um 62 Prozent mehr.

Steingart nennt das einen „heimlichen Strom-Soli“ und meint:

Was die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg durch Demontage und die DDR-Planwirtschaft später durch Schlendrian erreichte, schaffte Angela Merkel durch den Versuch, die Energiebasis des größten europäischen Industrielandes per Direktive zu verändern: Der deutschen Volkswirtschaft wurde schwerer Schaden zugefügt.“

Erst ein Drittel der Mehrkosten bis 2050 angefallen

Der Publizist verweist auch auf ein Sondergutachten des Bundesrechnungshofs. Diesem zufolge hätten sich die Mehrkosten für Privathaushalte und Unternehmen durch die Energiewende um insgesamt mindestens 160 Milliarden Euro erhöht. Bis 2050 werden es schätzungsweise weitere bis zu 350 Milliarden.

„Peter Altmaier hatte, als er noch Umweltminister war, die Gesamtkosten der Energiewende auf eine Billion Euro beziffert“, so Steingart. „Damals wurde er belächelt, heute steht er als Prophet da.“

Kanzlerin Angela Merkel hatte erstmals im Februar auf dem Kohlegipfel die Gefahr eines Scheiterns ihres Großprojekts angesprochen. Für Steingart steht fest: „Die Energiewende ist die toxische Hinterlassenschaft einer Politik, die ihre Möglichkeiten weit überschätzt hat.“

Mobilitätswende wirkt noch schneller

Während die Energiewirtschaft sukzessive die Folgen eines öko-ideologischen Gesellschaftsexperiments zu spüren bekommt, dem sich die Regierung Merkel verschrieben hat, scheint die mithilfe der sogenannten „Zivilgesellschaft“ forcierte „Mobilitätswende“ noch schneller auf die Unternehmen zu wirken.

Am Mittwoch berichteten Medien, dass VW plant, in den kommenden fünf Jahren bis zu 7.000 Stellen zu streichen. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, ist auch bei Audi der Gewinn im Vorjahr um 25 Prozent eingebrochen. In den kommenden fünf Jahren soll jede siebte Stelle in der Verwaltung der VW-Premiumtochter wegfallen. Weltweit sollen mehrere tausend Stellen eingespart werden.

Bereits vor einer Woche kündigte Zulieferer Schaeffler laut „Hannoversche Allgemeine“ an, 900 Stellen abzubauen, den Großteil davon in Deutschland.

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