Enorme Nachfrage nach privaten Schutzbunkern

Weltweit wächst die Angst vor der Ausweitung des Krieges und damit die Nachfrage nach einem sicheren Zufluchtsort für den Ernstfall. In Deutschland gibt es keinen einzigen öffentlichen Bunker.
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Ein früherer Bombenschutzbunker in Salzburg. Symbolbild.Foto: iStock
Epoch Times11. März 2022

Laut einem Bericht von „Focus“ ist die Nachfrage nach privaten Bunkern und Schutzräumen auf militärischem Niveau seit Beginn des Krieges enorm gestiegen. Die massiven Spezialbauten werden auf dem privaten Grundstück oder im Eigenheim errichtet und kosten zwischen 50.000 und einer Million Euro. Schützen sollen sie gegen Waffen-Beschuss, Minen und Sprengstoff, Druckwellen und Radioaktivität.

Enorme Nachfrage

Mario Piejde ist technischer Leiter der Firma Bunker Schutzraum System Deutschland (BSSD) und im Gespräch mit „Focus“ berichtet er: „Bei uns brechen alle Dämme. Seit Tagen bekommen wir täglich mehr als 100 Anfragen und viele verbindliche Bestellungen aus ganz Deutschland und anderen Staaten.“ Ob maßgefertigte Kellerbunker oder Standard-Module für den Garten- seit Kriegsbeginn sei die Nachfrage steil nach oben gegangen. „Unsere Lagerbestände sind komplett ausverkauft. Ab jetzt haben wir für unsere Fertigmodule drei Monate Wartezeit.“

Die massiven Stahlbunker stehen auf dem eigenen Grundstück oder werden im Erdreich versenkt. Der kleinste Bunker kostet 49.000 Euro, misst 9,6 Quadratmeter und ist mit Doppelstockbett, Vorratskammer, Miniküche, WC und Technikraum ausgestattet. Das größte Modell ist 90 Quadratmeter groß, verfügt über sechs Betten und ist zu einem Basispreis von 360.000 Euro zu haben. „Nach oben gibt es keine Grenzen“, sagt Mario Piejde. „Wir haben in Deutschland schon Bunker verkauft, die pro Stück mehr als eine Million Euro gekostet haben.“ Das Denken der Deutschen habe sich verändert. „Vorher war das Thema: Wo kommt der Hobbyraum im Keller hin? Jetzt fragen die Leute sich: Wo planen wir einen Schutzraum ein?“

Öffentliche Bunker stillgelegt

Laut „Süddeutsche Zeitung“ teilte die für die Bauten zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit: „In Deutschland stehen keine öffentlichen Schutzräume mehr zur Verfügung.“ Bis 2007 hatte Deutschland viele öffentliche Schutzräume. Mit dem Verweis auf „veränderte Bedrohungsszenarien“ hatte das Bundesinnenministerium unter dem damaligen Minister Wolfgang Schäuble (CDU) die Aufgabe der 2.000 Bunker und Schutzräume für etwa zwei Millionen Menschen beschlossen. Ein Grund für den Rückbau war auch der teure Unterhalt der Anlagen.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums von Nancy Faeser (SPD) sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Als ersten Schritt wird der Bund gemeinsam mit den Ländern zeitnah eine vollständige Bestandsaufnahme der vorhandenen Schutzräume von Bund und Ländern vornehmen.“ In diesem Kontext soll auch das aktuelle Rückbaukonzept für Schutzräume geprüft werden. (bs)



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