Freiburger Mordfall Maria: Hussein K. ist 33 Jahre alt, sagt sein eigener Vater – Ermittlungen gegen private Jugendhilfe

Epoch Times8. Dezember 2017 Aktualisiert: 8. Dezember 2017 19:23
Gegensätzlicher könnten die Angaben von Vater und Sohn zum Alter von Hussein K. nicht sein. Er ist der afghanische Flüchtling, der als unbegleiteter Minderjähriger nach Deutschland kam und in Freiburg eine junge Medizinstudentin vergewaltigt und getötet hat.

Neue und überraschende Informationen aus dem Freiburger Gerichtssaal im Prozess gegen Hussein K.:

Ein amtliches Dokument soll das Geburtsdatum des Angeklagten mit dem 29. Januar 1984 angeben. Demnach wäre Hussein K. derzeit 33 Jahre alt.

Dies teilte die Vorsitzende Richterin, Kathrin Schenk, am Freitag am Landgericht Freiburg mit. Wie der „SWR“ berichtet, habe das Gericht die Information darüber telefonisch aus dem Iran erhalten, von niemand anderem als dem Vater des Beschuldigten.

Der Angeklagte nahm die neuen Informationen ohne äußerliche Regung zur Kenntnis. Anwalt Sebastian Glathe sagte, dass er zu einem späteren Zeitpunkt eine Erklärung abgeben werde.

Hussein Khavaris Vater

Hussein K. hatte ursprünglich angegeben, aus Afghanistan zu kommen und 17 Jahre alt zu sein, so der „SWR“. Er kam 2015 ohne Papiere über Österreich nach Freiburg. Sein Vater soll bei Gefechten mit den Taliban in Afghanistan ums Leben gekommen sein, offenbar eine weitere Lüge des Hussein Khavari.

Allerdings befanden sich auf dem beschlagnahmten Handy des wegen Mordes und besonders schwerer Vergewaltigung angeklagten Flüchtlings einige Telefonnummern. Hussein K. gab eine davon dem Gericht als Nummer seiner Mutter im Iran bekannt. Als die Behörde dort anrief, ging jedoch der Vater an den Apparat.

Wie sicher sind die Daten?

Das Gespräch in den Iran wurde im Beisein zweier Richter von einem Dolmetscher geführt. Dieser hatte darauf hingewiesen, dass das Dokument möglicherweise nach dem persischen Kalender datiert sei und man dies erst umrechnen müsse.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist, dass der Vater angegeben habe, Analphabet zu sein.

Es sei zudem nicht auszuschließen, dass der Mann nicht verstanden habe, dass er als direkter Angehöriger das Recht habe, keine Angaben zu machen, so Richterin Schenk, was möglicherweise auf einem anderen Rechtsverständnis fuße.

Jedenfalls liegt das Dokument mit den Geburtsdaten dem Gericht derzeit nicht schriftlich vor.

Der Vater habe es am Telefon „vorgelesen“. Unklar ist auch, ob der Mann im Prozess als Zeuge persönlich erscheinen könne.

Auch gegen die für Hussein Khavari verantwortliche private Jugendhilfe wird derzeit ermittelt: nicht genehmigte Vermittlung an eine Privatfamilie, falsche Abrechnungen, 

Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht?

Sollte sich das Dokument als echt und die Aussagen als wahr erweisen, würde dies ein Tat-Alter von 32 Jahren bedeuten und jeglichen Zweifel, ob Erwachsenen- oder Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen soll, vom Tisch fegen.

Bereits die Gutachten der Staatsanwaltschaft brachten ein Alter von etwa 26 Jahren zur Tatzeit ins Spiel. Nach Analyse eines Eckzahns des Angeklagten wurde ein Ergebnis von 25,8 Jahren angezeigt. Eine mögliche Abweichung nach oben oder unten wurde mit 2,5 Jahren angegeben.

Die Experten zogen sogar ein Alter um 30 Jahre als möglich in Erwägung.

Bei einer Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht würden den Täter mindestens 15 Jahre erwarten mit der Möglichkeit einer anschließenden Sicherungsverwahrung.

Der Prozess wird am 21. Dezember fortgesetzt. Ein Urteil soll erst Anfang März fallen.

Bereits am zweiten Prozesstag legte der Angeklagte ein Geständnis ab und schilderte die Tatnacht.

Siehe auch:

Mordfall Maria: Für Hussein K. war „Sex mit einer Toten“ kein Problem – Täter entschuldigt sich bei Familie

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