Großrazzia in Frankfurt: BKA durchsucht Deutsche Bank-Zentrale – Geldwäsche im Zusammenhang mit „Panama Papers“

Epoch Times29. November 2018 Aktualisiert: 29. November 2018 17:43
Aktuell ist das Bundeskriminalamt in der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt tätig.

Ein Großaufgebot der Polizei durchsucht aktuell an diesem Donnerstagvormittag, 29. November, die Räumlichkeiten der Deutschen Bank-Zentrale in Frankfurt am Main. In einer Stellungnahme aus dem Finanzhaus heißt es:

Es ist richtig, dass die Polizei aktuell an verschiedenen Standorten unserer Bank in Deutschland ermittelt. Es geht um einen Sachverhalt mit Bezug auf Panama Papers. Wir werden umgehend kommunizieren, sobald wir mehr Details haben. Wir werden mit den Behörden vollumfassend kooperieren.“

(Deutsche Bank)

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt teilte mit, dass der Vorwurf der Geldwäsche besteht, berichtet die „Hessenschau“.

Nach Angaben der „Bild“ seien etwa 170 Beamte der Staatsanwaltschaft, des Bundeskriminalamtes, der Steuerfahndung und der Bundespolizei im Einsatz. Durchsucht würden sechs Objekte in Frankfurt, Eschborn und in Groß-Umstadt.

Demnach sollen sich die Ermittlungen gegen mehrere unbekannte Verantwortliche des Unternehmens und konkret gegen zwei Mitarbeiter (50, 46) richten.

„Offshore-Leaks“ und „Panama Papers“

Der Verdacht ergab sich aus der Auswertung eines Datenbestandes der sogenannten „Offshore-Leaks“ und der „Panama Papers“, der im Frühjahr 2016 aufgedeckten vertraulichen Unterlagen über die Verwendung von Briefkastenfirmen in Panama zur Geldwäsche. Die Unterlagen gingen auch an das BKA, wie dieses im Sommer 2017 mitteilte.

Die Deutsche Bank soll Kunden bei der Gründung von Off-Shore-Gesellschaften in Steuerparadiesen behilflich gewesen sein. Dabei seien Gelder aus Straftaten auf Konten der Deutschen Bank transferiert worden. Ein Geldwäscheverdachtsanzeige wurde von der Bank jedoch nicht erstattet.

Laut „Bild“ sollen allein in 2016 über eine zum Bank-Konzern gehörende Gesellschaft mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln über 900 Kunden mit einem Geschäftsvolumen von 311 Millionen Euro betreut worden sein.

Deutsche Bank-Aktie eingebrochen

Der Aktienkurs der Deutschen Bank-Aktie brach binnen weniger Minuten um bis zu 4,9 Prozent zusammen, Stand: 8,17 Euro.

Das bedeutet einen immensen Vertrauensverlust und kann sehr teuer werden für die Bank.“

(Aktienhändler)

Der Experte vermutet einen Kursrutsch der Aktie, sogar unter das kürzlich markierte Rekordtief von 8,05 Euro, so „Bild“ weiter.

(sm)



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