Nicht vorm Dom, sondern im Stadion: Der Karnevalszug an Rosenmontag sieht in diesem Jahr coronabedingt anders aus.
Nicht vorm Dom, sondern im Stadion: Der Karnevalszug an Rosenmontag sieht in diesem Jahr coronabedingt anders aus.Foto: Maja Hitij/dpa/Archiv

Karneval 2022: Köln wird zur „Brauchtumszone“

Von 25. Februar 2022 Aktualisiert: 25. Februar 2022 8:48

Um das Schutzniveau in den Karnevalshochburgen zu erhöhen, einigte sich die nordrhein-westfälische Landesregierung mit den Oberbürgermeisterinnen von Köln, Bonn und Aachen sowie ihrem Kollegen aus Düsseldorf, auf die Einrichtung sogenannter Sicherheitszonen. In diesen Schutzzonen, auch Brauchtumszone genannt, sollen dann einheitlich höhere Corona-Schutzmaßnahmen gelten.

So wurde in Köln das gesamte Stadtgebiet für die Karnevalstage vom 24. Februar bis 1. März als Brauchtumszone erklärt. Hier gilt für alle, die sich zum „Zweck des geselligen Zusammenseins“ im öffentlichen Raum treffen, flächendeckend 2G+. Ausgenommen von dieser Regelung sind Personen, die in Köln arbeiten oder wohnen und sich nicht zum Karnevalfeiern im öffentlichen Raum aufhalten. Während die geboosterten Jecken im Freien keinen Test benötigen, gelten in Gaststätten strengere Regelungen, nämlich 2G++. Das Ordnungsamt ist über Karneval mit zahlreichen Kräften im Einsatz und überprüft die Einhaltung der Regeln. Wer die Auflagen nicht erfüllt, muss mit einem Bußgeld zwischen 250 und 5.000 Euro rechnen.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker zeigte sich zufrieden, dass das Land mit der neuen Coronaschutzverordnung nun Planungssicherheit geschaffen hat.

„Wir werden nicht so feiern können, wie wir das in Köln gewohnt sind, aber es ist nun mehr möglich als im letzten Jahr, als der Karneval geprägt war von strengen Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperre und Lockdown.“

Rosenmontagszug im Kölner Stadion

Den üblichen Straßenkarneval mit Bühnenprogramm und Umzügen mit Hunderttausenden Zuschauern wird es in diesem Jahr aber auch nicht geben.

Geschunkelt werden kann innerhalb der Brauchtumszone, in der Kneipe um die Ecke oder zu Hause auf der Couch bei der Liveübertragung des Rosenmontagszuges aus dem Kölner Stadion. Statt quer durch die Stadt bewegt sich der Kölner Rosenmontagszug mit seinen 65 Kölner Karnevalsgesellschaften mit insgesamt rund 4.700 Teilnehmern und 22 Persiflagewagen nämlich in diesem Jahr durch das RheinEnergie-Stadion. 8.800 Zuschauer dürfen auf den Tribünen Platz nehmen.

Nach der Runde im Stadion werden die Persiflagewagen in die Innenstadt gefahren und können 24 Stunden lang feststehend auf zwölf Plätzen aus der Nähe begutachtet werden.

Geschichte des Karnevals

Am Aschermittwoch ist das jecke Treiben vorbei und die 40-tägige Fastenzeit beginnt. Die katholischen Christen empfangen jetzt ihr Aschenkreuz. Diese Tradition geht bis in das 10. Jahrhundert zurück. Im Gottesdienst wird die Asche vom Priester gesegnet, mit Weihwasser vermengt und mit den Worten „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ oder alternativ die Worte Jesu: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15b) in Form eines Kreuzes auf den Kopf gestreut. In Erinnerung daran, dass Jesus 40 Tage lang in der Wüste gefastet haben soll, steht nun die Besinnung auf das Wesentliche, die Buße und der Verzicht als Vorbereitung auf das Osterfest im Mittelpunkt. Jetzt heißt es „carne vale“, also „Fleisch – lebe wohl“. Viele Menschen verzichten auch auf Alkohol und Süßes, auf soziale Medien und fahren weniger Auto. In der katholischen Kirche hat die Fastenzeit eine lange Tradition.

Der Ursprung von Fasching und Karneval soll vor etwa 5.000 Jahren im fernen Mesopotamien zu finden sein. Hier stand das Gleichheitsprinzip im Vordergrund. Herren und Diener, Männer wie Frauen, alle waren gleichgestellt und feierten Seite an Seite. Essen und Trinken wurde in Fülle bereitgestellt und Bestrafungen ausgesetzt. Bis heute sind dies die Grundprinzipien des Karnevals. Insbesondere die Persiflagewagen sind eine Ausdrucksform, um Missstände anzuprangern und der Gesellschaft und der Politik den Spiegel vorzuhalten. Doch wie heißt es so schön in Artikel 3 im Kölschen Grundgesetz: „Et hätt noch emmer joot jejange.“, zu gut Deutsch: „Es ist bisher noch immer gut gegangen.“



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