Ein Kind wartet hinter einer Scheibe.Foto: iStock

Kinderschutzbund: Kinderbedürfnisse müssen bei Corona-Quarantäne Vorrang haben – Spahn soll eingreifen

Epoch Times20. August 2020 Aktualisiert: 20. August 2020 21:43

Der Deutsche Kinderschutzbund fordert eine Intervention von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zugunsten von Kindern in häuslicher Quarantäne, die selbst nicht mit dem Coronavirus infiziert sind, aber nach Kontakt mit einem Infizierten zu Hause bleiben müssen. „Wir halten sowohl die räumliche Isolierung dieser Kinder von anderen Familienmitgliedern als auch die Androhung der Herausnahme von Kindern aus ihren Familien für unverhältnismäßig“, sagte Präsident Heinz Hilgers der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe). Umso unverständlicher sei das Agieren der Behörden.

„Es ist aus unserer Sicht an der Zeit, dass hier eine Klarstellung durch den Bundesgesundheitsminister erfolgt. Kinderrechte müssen auch in Quarantäne Vorrang haben.“ Es geht um Fälle aus mehreren Bundesländern, in denen Behörden Eltern aufgefordert hatten, teils erst wenige Jahre alte Kinder zu Hause möglichst vom Rest der Familie zu isolieren – „keine gemeinsamen Mahlzeiten“, Aufenthalt in einem anderen Zimmer – und bei Nichtbeachtung mit einer zwangsweisen Absonderung der Kinder drohten.

Sie berufen sich dabei auf das Infektionsschutzgesetz des Bundes und Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das Vorgehen ist weiter verbreitet als gedacht: Die Region Hannover teilte auf Anfrage der FAZ mit, dass allein dort seit Mitte Februar 910 solcher Quarantänebescheide an Eltern von Minderjährigen verschickt wurden. Die Region kündigte nun an, dass sie „an einer verständlicheren und angemesseneren Formulierung arbeitet“.

Der Landkreis Offenbach, der seit Anfang März ähnliche Schreiben verschickt, sieht hingegen keinen Grund zu einer Änderung der Praxis. „Wir ändern die Verfügungen nur, wenn sich die gesetzliche Lage ändert“, sagte eine Sprecherin der FAZ. Fachleute halten das Vorgehen in vielen Fällen für unverhältnismäßig und daher rechtswidrig.

Das RKI teilte der FAZ mit, die lokalen Behörden hätten bei der Umsetzung der Empfehlungen „immer einen großen Ermessensspielraum“. Insbesondere wenn Kinder betroffen seien, gehe man davon aus, dass Gesundheitsämter pragmatisch und mit Augenmaß vorgehen. Bundesgesundheitsminister Spahn war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, berichtet die Zeitung. (dts)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion